Dienstag, 20. Dezember 2011

Alle Wichteljahre wieder ...

... steht die Volleyballer-Weihnachtsfeier vor der Tür und die hektische Suche nach wichtelfähigen Gegenständen beginnt. Da die Veranstaltung "mit Partner/in" stattfindet, musste ich sogar zwei Wichtel herbeischaffen. Der erste war ja noch einfach - schon vor Monaten kam mir bei einer Haushaltsauflösung dieses urnenförmige, blumengemusterte Porzellangefäß unter die Augen:



Leider ist das Bild absichtlich verwackelt, damit man das Elend nicht allzu deutlich sieht ... zur Milderung des Wichtelschocks habe ich ein Tütchen mit selbstgebackenen Plätzchen in die Urne gelegt. Für das zweite Wichtelgeschenk musste ich schon angestrengt nachdenken, bis mir - Heureka! - einfiel, dass ich noch einige Singles besitze (liebe Kinder, das sind diese schwarzen Scheiben, die man mit 45 km/h [oder so] auf dem Plattenspieler hörte. Einzelheiten können Euch Eure Großeltern erklären.) und habe die allerschröcklichste davon ausgesucht. Hier:  


Shakin' Stevens. Hip in den frühen 80ern und heute zu Recht vergessen. Auf dem Bild sieht man übrigens auch die Verpackung der Urne. Den Aufdruck "Guess" fand ich äußerst passend für eine Wichtelaktion. Beide Geschenke waren auf der Skala des Indikators "oh Gott, wie krieg ich das jetzt bloß ganz schnell wieder weggewürfelt?!" recht erfolgreich.

Leider erreichen die von uns erwichtelten Geschenke auch einen hohen Wert auf besagter Skala - erstens:
1 Satz Sturmgläser. Der Packungsaufdruck "stielvoll" war zwar unkorrekt, weil die Gläser weder Stil noch Stiel haben, gab aber immerhin schon einen deutlichen Hinweis auf die Qualität des Machwerks ab.


Als Teelichthalter könnten sie einigermaßen brauchbar sein.

Zweitens: ein chinesischer Plastikbambusaufrollwandkalender. Das beste, was man davon sagen kann, ist, dass er aktuell ist (und nicht etwa vom vorletzten Jahr).


Man muss aber dem lieben Gott auch für kleine Dinge dankbar sein. Der definitiv fürchterlichste, am schnellsten weitergereichte und meist bekicherte Wichtel war das da:


Plastikorchideen in Acrylvase. Sah von weitem schrecklich aus, aber wenn man näherkam, merkte man, dass man sich nicht geirrt hat!

Dienstag, 6. Dezember 2011

Richtungsweisend

Am Wochenende waren wir bei der traditionellen Adventsbierparty des Herrn A.E. Jeder Gast ist gehalten, einen Sixpack Bier möglichst exotischer Provenienz mitzubringen, auf dass die Bierprobe ein breites Spektrum abzudecken in der Lage ist. Die Folgen für Artikulations- und Denkfähigkeit kann sich der geneigte Leser ausmalen.
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Zu leicht fortgeschrittener Stunde erschienen zwei neue Gästinnen - "neu" auch in dem Sinne, dass sie noch nie in der Wohnung gewesen waren - und stellten das mitgebrachte Bier im Wohnzimmer ab. Auf die Bitte des Gastgebers, das Gebräu doch auf dem Balkon zu lagern, wollten die Damen wissen, wo der Balkon denn sei. Fünf oder sechs Arme wurden gehoben und wiesen stumm die Richtung. Allein, Herr Dinktoc hatte noch einen hilfreichen verbalen Hinweis: "Draußen!!"


Mittwoch, 30. November 2011

In Memoriam


Heute ist es genau 1 Jahr her, dass wir Kater Jonny verloren haben. Sechseinhalb Kilo Lebensfreude, wie Herr Dinktoc ihn oft genannt hat. Er fehlt mir - uns - immer noch sehr.

Dienstag, 22. November 2011

Ungeschützter Verkehr

Herr Dinktoc, seit einer Woche als Fahrer und Beifahrer im Lande Arabistan unterwegs, schrieb folgende Betrachtung zum Verhalten im dortigen Straßenverkehr. 
  • Offizielle Verkehrsregeln sind höchstens Empfehlungen.
  • Gefahren wird da, wo der Untergrund wie eine Straße aussieht und vermeintlich breit genug ist.
  • Man muss ständig die Sinne offen halten. Was hinter einem passiert, darf nicht interessieren, sondern nur was vorne los ist. Nach dem Motto - Und ist die Lücke noch so klein, mein kleiner Landcruiser (Bus Format) passt da immer noch rein - der Hintermann bremst ja. Funktioniert meistens.
  • Allerdings sollte man berücksichtigen, dass Einheimische im Landcruiser meist mit hohem, eher sehr hohem Tempo jenseits des Limits angeflogen kommen.
  • Plötzliche Spurwechsel in die nächste Lücke sind üblich und durchaus machbar, jedoch nur unter Berücksichtigung der vorherigen Aussage.
  • Will ein Einheimischer auf einer achtspurigen Straße links abbiegen, ordnet er sich üblicherweise ganz rechts ein, um alle anderen zu schneiden. Passiert hier an jeder Kreuzung.
  • Die ganz rechte Spur sollte man besser meiden, da an roten Ampeln die Einheimischen trotzdem weiter fahren, um rechts abzubiegen. Und getreu dem Gesetz des Stärkeren kommt es häufig vor, dass der vor der roten Ampel wartende Geradeausfahrer einfach auf die Kreuzung geschoben wird oder der Stärkere über den Randstreifen bzw. Fussweg fährt.
  • Apropos Fusswege - die sind nur zur optischen Aufwertung der Straße da und führen nirgends hin. Die Stadt hier ist nicht für Fussgänger gebaut.
  • Die Straßen sind gut ausgebaut und auch gut zu fahren. Leider ist das Tempolimit auf der Autobahn auf 120 km/h begrenzt und Verstöße können unangenehm werden. Ausländer, vor allem Nichteuropäer, gehen normalerweise erst mal in den Knast, bis sich ein Richter entscheidet was zu entscheiden. Kann dauern. Europäer werden halt zur Kasse gebeten.
  • Bei Unfall hat der Ausländer grundsätzlich Schuld. Wäre er nicht im Land unterwegs, wäre der Unfall nicht passiert.
Alles in allem also doch schon deutlich andere Rahmenbedingungen als in Europa. Aber man gewöhnt sich dran und muss nicht alles mitmachen. Ein großer Vorteil hier in Arabistan ist, das man eigentlich nicht damit rechnen muss, dass ein Betrunkener durch die Gegend gondelt, außer freitags wenn die Einheimischen vom Wochenendausflug ins liberalere Nachbarland zurückkommen.

Sowas lernt man in keinem Seminar über "Interkulturelles Management"!

Montag, 21. November 2011

Abwarten und Tee trinken (Arabische Variante)

Herr Dinktoc ist wieder auf Dienstreise in Arabistan unterwegs und hatte vergangenen Donnerstag das Pech, dass sein Mietwagen aufgebrochen und aus dem Kofferraum der Laptop gestohlen wurde. Im folgenden blogge ich hier seinen (leicht redigierten, weil anonymisierten) Originalbericht:

Der Gang zur Polizei war etwas kompliziert. Wie man sich den Gang zur Amtstube so gerne vorstellen mag. Auf Arabisch. Habibi ohne Bakschisch. Aber dafür mit Analog-Notebook und -Datenbank Schreibblock und Kugelschreiber. Also ....

Am Donnerstag war man ja nicht in der Lage gewesen, mir einen Polizeibericht zur Diebstahlsanzeige mitzugeben. Musste Samstag morgen erst versuchen, bei meinem Kunden jemanden zu finden, der mich dorthin begleitet und für mich dolmetscht. Der war nicht so leicht zu finden, weil man mit der Polizei möglichst nichts zu tun haben will und mein Counterpart sich mit der irren Begründung aus der Affäre zog, man habe ja die eigene Bahnpolizei und dürfe deshalb nicht mit der normalen Polizei reden. Ah jetzt ja.

Ich musste den Kollegen W.S. aktivieren, der wiederum einen guten Draht zum Direktor Maintenance hat. Dort musste ich dann auch selbst nochmal antreten und meine Bitte vortragen. Er war da aber offen und hilfsbereit und schickte einen seiner Mitarbeiter mit, der a) etwas Englisch kann, und sich b) in K. (wo der Autoaufbruch passiert war) auskennt. Englisch konnte er wirklich nur etwas, aber mit meinen paar Brocken Arabisch und Französisch haben wir uns gut verständigen können.

Zur Polizeiwache lotste er mich dann auch recht schnell und ohne Umweg. Dort ging es dann ins Gefecht, durch alle Instanzen einer Behörde:

Erstes Büro 
Was wollen Sie? - Den Polizeibericht.

Zweites Büro
Junger Polizeibeamter sprach:  "Ich soll einen Bericht haben?" Schaun mer mal in der Analog-Berichtsdatenbank, die sich über mehrere mannshohe Stapel seines Schreibtischs verteilte. Aber er war ein guter File Manager, fand die Akte "Almani Computer geklaut" recht schnell und zwar ohne die Stapel einstuerzen zu lassen. Ich war beeindruckt, dann aber erklärte er sich für weiter nicht zuständig.

Drittes Büro
Wir kommen mit der Akte herein. Ein älterer Beamter. Nach einiger Diskussion hat der sich dann entschlossen, das Berichtsformblatt zur Anzeige auszufüllen, was auch etwas dauerte, ich glaube zwei Tassen Tee waren es, die er dabei trinken musste. Es ist ja ganz schön frisch geworden hierzulande - nur noch 25 Grad. Da friert man im Büro.

Viertes Büro
Beim Grossen Chef der Polizeistation. Der war gerade beschäftigt, weil der Schneider seine Uniformhose am Nähen war. Ich vermute, der Chef saß nur mit Unterbux hinter seinem Chefpult. Brauchte auch einen Tee, um seine Unterschrift zu stempeln.

Fünftes Büro
Die Registratur. Der Bericht musste ja noch ins Ausgangsbuch eingetragen werden.

Sechstes Büro
Ein teetrinkender Beamter musste noch seinen Ausgangsstempel auf den Bericht draufmachen.

Siebtes Büro
Ein Ermittlungsbeamter verkündete, bei mir "heute noch" anzurufen, wenn mein Rechner wieder aufgetaucht ist.

Achtes Büro 
Da mussten wir dann doch nicht mehr rein und konnten gehen.

Jetzt habe ich mal hautnah erlebt, was das schöne Sprichwort "Abwarten und Teetrinken" in Arabistan bedeuten kann. Alles in allem hat es gut zwei Stunden Zeit gekostet, um einen arabischen Bericht auf einer DIN A4 Seite mit Stempel und Unterschrift zu bekommen. So gehen Samstage auch rum. Hamdulillah.

Dienstag, 8. November 2011

Herbstwanderung

Der Stammtisch wanderte mal wieder, diesmal im Odenwald. Die Routenwahl der Frau B.S. ist perfekt gewesen: es ging fast ausschließlich durch Laubwald, der in allen Farben leuchtete, von nochgrün bis tiefbraun. Der strahlend blaue Himmel und die allgemein strahlend gute Laune ließen sogar die Auswirkungen des etwas überforderten Service in der Ausflugsgaststätte in den Hintergrund treten.
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Gegen Ende der Wanderstrecke waren wir gerade übereingekommen, die nächste Wanderung Ende November mit einem Kaffeeklatsch bei Familie S. ausklingen zu lassen, da fühlten wir uns bestätigt, mit dieser Idee nicht etwa auf dem Holzweg, sondern auf dem genau richtigen Pfad zu sein:
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Jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen!

Mittwoch, 2. November 2011

Triumph! Triumph!

Manchmal vergisst man die wichtigsten Sachen zu bloggen! Beim Herunterladen der neuesten Bilder von der Kamera fand ich auch die vom vorvorigen Sonntag und erinnerte mich an meinen seit Jahren ersehnten Triumph.
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Das Wetter war super - daher packten Kumpel W., Kumpel G. und ich kurzentschlossen die Boulekugeln ein und marschierten zum bevorzugten Platz. Nun sollte man wissen, dass W. recht gut in diesem Spiel ist und ich bisher nur selten gegen ihn gewonnen habe, und wenn, dann nur knapp. Aber diesmal:
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13 zu 4 zu 1. Für mich ganz alleine! Ich werde mich und vor allem die Herren W. und G. noch in 20 Jahren daran erinnern!

Dienstag, 1. November 2011

As Time Goes By

Am Wochenende feierte Freundin A. ihren Geburtstag. Bei den Vorbereitungen fiel mir plötzlich auf, dass wir uns schon ziemlich genau 25 Jahre kennen - es war der erste Tag unseres ersten Semesters im Oktober 1986 bei der Einführungsveranstaltung. Ebenfalls an diesem Tag lernte ich, lernten wir S. kennen - die Dritte im Bunde. Jahrelang waren wir im Geographischen Institut als Triumvirat bekannt und tauchten selten einzeln auf. Nach wenigen Tagen hatte sich damals eine Clique geformt, zu der auch J. gehörte, inzwischen seit über 15 Jahren mit Freundin S. verheiratet. Die beiden waren natürlich am Samstag auch da.

Im Lauf des Abends kam irgendwann die Gelegenheit, auf das Jubiläum anzustoßen. Wir lachten, sprachen von "weißt du noch?" und waren einen kleinen, glücklichen, funkelnden Moment lang wieder 19 Jahre alt. Jung, sorglos, voller Pläne. Es ist viel Leben passiert seither - gute und schlechte Zeiten. Und wie schnell sind diese 25 Jahre vergangen.  

Dienstag, 25. Oktober 2011

Tod einer Leiche

Das neunte Literaturkränzchen stand mehr im Zeichen des Hörens und Sehens als des Lesens. Die aktuellen Hörbücherlisten der Damen O. und S. wurden durchgegangen - dazu sag ich nix, ich höre keine Hörbücher. Bücher muss ich anfassen können. Vor dem Urlaub zum Beispiel hatte ich mir versuchsweise das neue Buch von Wladimir Kaminer als E-book zugelegt, weil ich dachte, so kleine Geschichten müssten sich doch auf dem Bildschirm gut lesen lassen. Trotzdem ist es irgendwie mühsam - in konventioneller Buchform hätte ich den Kaminer bestimmt in einem Rutsch durchgelesen; so dümpele ich derzeit etwa bei Geschichte Nummer 5 herum.
Zurück zum Kränzchen: Thema des Abends waren dann Fernsehkrimis. Natürlich Literaturverfilmungen wie Donna Leon, Henning Mankell etc. und welche Verfilmung mit welchem Kommissar nun die bessere ist oder auch, welcher Kommissar besser aussieht. Aber auch die diversen "Tatorte" waren dran, wobei ich zugeben musste, während des Urlaubs den sonntagabendlichen Tatort eigentlich geguckt haben zu wollen, aber leider nicht mal in der Lage war, zu sagen, wo er spielte, weil ich nach einem langen Besichtigungstag von Müdigkeit übermannt schon beim Vorspann eingeschlafen war. Zwischendrin wurde ich nur gelegentlich kurz wach (von Schüssen oder anderen lauten Geräuschen). Erst Günter Jauchs Stimme weckte mich dann soweit auf, dass ich es vom Hotelsofa ins Hotelbett schaffte. - Ich weiß auch nicht, warum es bei uns immer so blutig zugeht, aber von der Fiktion gelangte das Gespräch zur Fernsehberichterstattung über reale Mordfälle, bei der es nicht selten zu merkwürdigen Stilblüten kommt (auch und gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, die sich soviel auf ihre journalistische Qualität zugute halten). Favorit hier die Formulierung "Bei den Leichen konnte nur noch der Tod festgestellt werden".

Samstag, 22. Oktober 2011

Freitag der Vierzehnte ...

... kann ganz offensichtlich schlimmer sein, als man es je von einem dreizehnten solchen befürchtet hätte.

Mal abgesehen davon, dass es der erste Tag nach unserem Urlaub war, das Thermometer exakt halb so viele Grade zeigte wie tags zuvor am Mittleren Meer, ich demzufolge beim Aufhängen der frischgewaschenen Urlaubsklamotten, bei deren Anblick ich einen wehmütigen Seufzer nicht ganz unterdrücken konnte, mir fast die Finger abgefroren hätte; und abgesehen davon, dass meine Mutter den Tag verwechselt hatte und glaubte, wir wären schon einen Tag früher heimgekommen, uns aber noch nicht zurückgemeldet hatten, sie daher nervös wurde und uns zu erreichen versuchte, was nicht funktionierte, da wir gerade im Flugzeug sassen, sie also daraufhin erst sich selbst, dann den Rest der Familie verrückt machte und ich beim Wiederanschalten des Handys einen Riesenschreck bekam, weil die Mailbox sich den Wolf klingelte und gleichzeitig mehrere SMSe pingpongten, das Ganze in Stereo, denn auf Herrn Dinktocs Handy hatte sie es natürlich auch versucht; von all dem also abgesehen freute ich mich seit Tagen auf die freitagabendliche Volleyballrunde. Sie war mir nicht nur nicht vergönnt, an jenem Freitag agierte die Schicksalsgöttin sogar besonders sperrig.

Nicht nur, dass ich schon reichlich spät dran war - der Versuch, sich zu beeilen, scheiterte an einem "Gesperrt wegen Baustelle"-Schild. Die Umleitung kostete mich gute 10 Minuten, und als ich dann endlich an der Halle ankam, war dort alles wüst und leer. Entweder war wegen der Herbstferien von vornherein abgesagt worden (ich hätte nachmittags mal die e-Mails checken sollen!) oder es waren nur so wenige Leute gekommen, dass sie gleich zum gemütlichen Teil des Abends, sprich in die Stammkneipe, übergegangen waren. Ich versuchte nacheinander vier Mitspieler telefonisch zu erreichen. Keinen bekam ich an die Strippe. Ein Lichtblick war dann die Ankunft von F., noch später dran als ich und auch ohne e-Mail-Check. Damit die Fahrerei nicht ganz umsonst war, beschlossen wir den Besuch der Stammkneipe. Die vielen freien Parkplätze an der Straße hätten uns stutzig machen sollen, aber wir haben dann doch erst unmittelbar vor der Kneipentür gesehen, dass der Laden gerade Betriebsferien machte.

Wir gaben auf und fuhren wieder nach Hause. Ein Freitagabend auf dem Sofa vor der Glotze ist doch auch ganz schön.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Blogstau

Während meines Urlaubs ist es mir tatsächlich gelungen, über zwei Wochen lang die Finger vom Internet zu lassen. Man kann sich daran gewöhnen. Der Nachteil: es gibt viel aufzuholen. Lesen Sie also demnächst nach und nach

- den Urlaubsbericht
- das Protokoll des neuesten Literaturkränzchens
- und was am Freitag, den 14. geschah (und man eher an einem 13. erwartet hätte!)


Freitag, 30. September 2011

Wirre Worte

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Die großen Fragen des Universums, angewandt auf das tägliche Leben:

Beim gestrigen Stammtisch war bis zum Beginn nicht klar, wer denn überhaupt da sein würde. Der eine schrieb ins Forum "ich würde kommen, bin aber unterwegs".
Der andere schrieb, er sitze im Zug und käme dann-und-dann an, müsse aber erst mal gucken, wo der Zug langfährt. Für gewöhnlich ist bei einem Schienenfahrzeug der Weg vorgegeben, ansonsten endet die Fahrt eher nicht am Zielbahnhof, sondern im nächsten städtischen Krankenhaus.   

Letztendlich waren sie beide pünktlich da und schienen auch ganz bei sich, woran ich vorher leise Zweifel hatte ...

Montag, 26. September 2011

Wanderung zwischen Sommer und Herbst

Der letzte Sonntag im Monat ist Stammtisch-Wandertag! Bei allerbestem Wetter ging es diesmal ins südhessische Ried - einmal rund um die Knoblochsau. Die Strecke führte entlang eines Altrheinarms und durch Auenwälder mit vielen Buchen, vereinzelten Eichen und einer uns unbekannten Baumart, die wir später anhand eines uralten Bestimmungsbuchs (ein Überbleibsel aus Frau Dinktocs früher Jugend) als eine Pappelart identifizierten.

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Mittagspause war ziemlich genau auf halber Strecke, bei Kilometer 8, wie Herrn Dinktocs entsprechend eingestelltes Handy uns informierte (was haben wir bloß früher ohne diese ganze Technik gemacht ...) an der Schwedensäule. Die hat der berühmte Gustaf Adolf noch persönlich errichten lassen, zum Gedenken an die erfolgreiche Rheinüberquerung der schwedischen Truppen anno 1631, mitten im 30-jährigen Krieg, und den anschließenden Sieg über die zahlenmäßig überlegenen Spanier, die zur Verteidigung der Stadt Mainz das linke Rheinufer besetzt hatten. 

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Auf dem letzten Wegstück wurde eine außerplanmäßige Pause zum Apfelpflücken eingelegt. Da gab es eine große Streuobstwiese, um die sich erkennbar niemand mehr kümmerte: Brombeerhecken und meterhohe Brennesseln hatten die Flächen zwischen den Bäumen erobert. Aber die Bäume boten reife Äpfel verschiedener Sorten in rauen Mengen. Der ein oder andere Rucksack wurde vollgestopft, und in der kommenden Woche ist mit stark erhöhtem Apfelkuchenkonsum in diversen Stammtischmitgliederhaushalten zu rechnen.

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Fazit: eine wunderbare Wanderung durch Wald und Wiese mit Herbstanklängen - es waren schon die ersten gelben Blätter an den Bäumen zu sehen. Zum Abschluss haben wir die wohl verdiente Bratwurst und frisch gepressten Apfelsaft auf einem großen Straßenfest in unserem Wohnort genossen. Ein sehr gelungener Sonntag!

Donnerstag, 22. September 2011

Auf Bilbo und Frodo

Als Herr Bilbo Beulin von Beutelsend ankündigte, dass er demnächst zur Feier seines einundelfzigsten Geburtstages ein besonders prächtiges Fest geben wolle, war des Geredes und der Aufregung in Hobbingen kein Ende. (...) Die Zeit blieb nicht stehen, aber auf Herrn Beutlin schien sie wenig Wirkung auszuüben. Mit neunzig war er nicht anders als mit fünfzig. Als er neunundneunzig war, sagten die Leute, er sähe noch gut aus, aber unverändert wäre zutreffender gewesen.
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Gemäß dem Auenlandkalender fiel der 22. September immer auf einen Donnerstag. Dieses Jahr passt es also ganz genau, und heute abend werde ich den Stammtisch zu einem Toast auf Bilbo und Frodo bitten, auch wenn die Kneipe, in der wir uns treffen, leider nicht "Zum grünen Drachen" heißt.

Dienstag, 20. September 2011

Kuchen versuchen

Die beiden Kuchenjunkies unter den Stammtischmitgliedern, Frau M.K. und Herr V.E., hatten kürzlich die gar nicht mal so schlechte Idee, einen Kuchensonntag zu veranstalten unter dem Motto "Herbstkuchen". Jede(r), der/die wollte, konnte einen Kuchen beisteuern; um es etwas spannender zu machen, wurde ein inoffizieller Wettbewerb um den besten Kuchen ausgerufen.


Ins Rennen gingen: ein Apfel-Quark-Kuchen (oben), ein Mandel-Birne- (Mitte links), ein Walnuss-Apfel-Kuchen (Mitte rechts) sowie ein Zwiebelkuchen (unten). 
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Die erste Partie Kuchen war vertilgt, und eigentlich war ein Spaziergang für alle geplant, um ein paar Kalorien abzulaufen und Platz zu schaffen für die nächste Verkostungsrunde. Natürlich war es dann so, dass alle Männer plötzlich Fuß, Rücken oder Bandscheibe hatten und lieber zu Hause bleiben wollten. Wir  Frauen gingen also spazieren, und als wir zurückkamen, waren die Männer sehr fröhlich und der Zwiebelkuchen alle; somit wurde der Zwiebelkuchenbäcker, Herr C.G., feierlich zum Sieger ausgerufen.
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Ohne den wirklich sehr leckeren Zwiebelkuchen diskreditieren zu wollen, muss doch noch gesagt werden, dass Herr Dinktoc mir später unter der Folter gestand, die Herren hätten - nur Nanosekunden, nachdem die Damen das Haus verlassen hatten - begonnen, einer Flasche süffigen Weißweins den Garaus zu machen; und um den Folgen entgegenzuwirken, musste etwas gegessen werden. Und was passt schon besser zu Weißwein als Zwiebelkuchen?

Über einen Winterkuchensonntag wird bereits nachgedacht.

Montag, 19. September 2011

Das Treppenhaus hat fertig

Die Handwerker haben's geschafft! Sieben recht lange Arbeitstage haben gereicht, um aus einem Treppenhaus im Rohbauzustand etwas richtig Feines zu machen. Samstag waren die beiden Arbeiter noch bis fast 7 Uhr abends da, bis die letzte Fliesenfuge mit Silikon verpinselt war. Geplant gewesen war der Feierabend für 4 Uhr.
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Die Freundin, als Gast zum Abendessen geladen, war schon da, bevor die Handwerker fertig waren und hat sich ihr Essen wahrlich verdient, als sie freiwillig bei der Grobreinigung half und im Erdgeschoss gründlich durchgefegt hat. Richtig geputzt wurde erst am Sonntagmorgen; nächstes Wochenende muss ich noch die Fenster im Treppenhaus putzen, und dann sollten die Nachwehen der Handwerkerwoche wohl überstanden sein.
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Und das wichtigste: es sieht su-per-gut aus! Ich bin begeistert und brauche im Moment ziemlich lange, um die Treppe rauf- oder runterzugehen, weil ich immer auf halbem Weg stehen bleibe, um die Tapetenwand zu bewundern:



Die Außentreppe sieht richtig schick aus:
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Und die Kellertreppe ist auch endlich vorzeigbar:
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Ach, bin ich froh, dass das jetzt geschafft ist! Für dieses Jahr sind die geplanten Großmaßnahmen alle erledigt; vielleicht schaffen wir es noch, ein paar Wand- und Deckenlampen einzukaufen, damit die nackten Glühbirnen in Flur und Treppenhaus (von Herrn Dinktoc beharrlich "individuelle Designerleuchten" genannt) endlich verschwinden. 

Der 38. Geburtstag ...

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... oder: Mit Schleifchen und Blümchen kann man alles schön machen! Happy Birthday gehabt zu haben, Briderchen! War ein schöner Abend gestern.

Freitag, 16. September 2011

Farbe an Wand, Fliesen auf Treppe und Flieger auf Boden


Die Farbe ist an der Wand! Das kleine Wandstück zwischen dem oberen und unteren Treppenhausfenster wurde als Hingucker rubinrot gestrichen, genau wie der Kamin in der Küche. Alle anderen Wandflächen sind mit "Vanillepudding" bepinselt, mit der gleichen Farbe also, die wir letztes Jahr schon für die meisten Räume verwendet hatten.


Auf der Kellertreppe liegen die Fliesen; auch der obere Flur ist bis auf die Ecken fertig. Diese werden heute gefliest, außerdem der Kellerflur und mit der Außentreppe soll auch begonnen werden. Gestern war ich übrigens spontan nochmal beim Fliesenhändler, nachdem unser Handwerker nachgemessen und festgestellt hatte, dass wir einige Sockelfliesen (für die Außentreppe) zu wenig gekauft hatten.
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Also habe ich gestern morgen beim Fliesenhändler angerufen, um herauszufinden, ob noch ein halbes Dutzend Sockelfliesen "Etrusco Nero" auf Lager seien. Das waren sie. Auf dem Heimweg habe ich dann den Abstecher zum Fliesenhändler gemacht - es gab mir ja doch ein wenig zu denken, dass ich da gleich mit Namen begrüßt wurde ... es war aber auch sehr angenehm, dass der freundliche Lagerist die Dinger schon bereitgelegt hatte. Beim Rechnungsschreiben und -bezahlen noch ein paar Worte mit der Bürofrau gewechselt, und nach nur 6 Minuten saß ich schon wieder im Auto gen Heimat.
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Außerdem kommt heute endlich die Tapete an die Wand. Ich bin besonders darauf gespannt, wie das doch recht auffällige Muster auf der großen Fläche von 2,20m Breite und fast 5m Höhe wirkt.
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Und mit etwas Glück kann Herr Dinktoc dann auch endlich heute nachmittag die Arbeiten in Augenschein nehmen. Eigentlich hätte er gestern abend um 21 Uhr in Frankfurt landen sollen, aber das Fahrwerk des Flugzeugs gab - zum Glück noch vor dem Start - den Geist auf, und eine Ersatzmaschine flog zwar noch von Frankfurt nach Kopenhagen, konnte aber wegen des Nachtflugverbots in Frankfurt nicht mehr zurück. Herr Dinktoc hat also auf Kosten der Fluggesellschaft die Nacht in einem Kopenhagener Hotel verbracht und hätte heute morgen um 9 Uhr losfliegen sollen, meldete sich aber vorhin, dass die Crew im Stau stünde - in Kopenhagen ist die halbe Stadt abgesperrt wegen eines Radrennens - und der Flieger deshalb undefinierte Verspätung haben würde. Es werden noch Wetten über den Zeitpunkt der Heimkehr angenommen!

Donnerstag, 15. September 2011

Die Farbe von Strom? ZORNROT!

Herr Dinktoc liest regelmäßig den Stromzähler ab und teilt unserem Stromanbieter online den Zählerstand mit. Nichtsdestotrotz liegt ebenso regelmäßig eine Karte im Briefkasten, ein Ableser sei da gewesen, habe niemanden angetroffen (wie denn auch mitten an einem Werktag!) und würde zwei Tage später wiederkommen, zwischen 14 und 16 Uhr, wenn natürlich wieder niemand zu Hause sein wird. Alternativ kann man eine Handynummer anrufen, um den Zählerstand durchzugeben, oder eine Festnetznummer mit Anrufbeantworter, bei dem man sein Sprüchlein loswerden kann.
Vorgestern war es mal wieder so weit. Karte im Briefkasten mit der Ankündigung, heute wiederzukommen. Frau Dinktoc liest also gestern den Zähler ab, ruft den Anrufbeantworter an, sagt Name, Adresse, Zählernummer und -stand, weist darauf hin, dass sie heute nicht zu Hause sein wird und hinterlässt auch noch ihre Handynummer für allfällige Rückfragen. Natürlich findet sie heute trotzdem eine Meckerkarte im Briefkasten, dann müsse man ggf. den Verbrauch eben schätzen.
Mit bedenklich geschwollener Halsschlagader ruft Frau Dinktoc die Handy-Nummer an. Tut-tut-tuuuut "Zur Zeit ist niemand erreichbar. Sie können nach dem Ton eine Nachricht hinterlassen." Doch leider folgt kein Ton, sondern nach ein paar Sekunden Stille die englische (!) Durchsage "The Mailbox is Full. Please try again later." Die Halsschlagader changiert ins Dunkelblaue, als Frau Dinktoc den Anrufbeantworter anruft und dabei in Gedanken schon mal einen Text formuliert, der die elektronischen Ohren hätte erröten lassen. Auch hier aber kommt sofort die Ansage, das Band sei voll, danach wird die Verbindung abgebrochen. Die Halsschlagader zeigt erste Anzeichen eines Aneurysmas. Im Internet findet Frau Dinktoc die "Servicenummer" des eigentlichen Stromanbieters heraus, denn natürlich ist die Ablesefirma nur der Subunternehmer eines Tochterunternehmens des Stromanbieters, der übrigens der öffentlichen Hand (also auch mir!) gehört. Der Anruf dort bringt genau gar nichts, denn, man ahnt es, eine Bandansage teilt mit "Leider rufen Sie außerhalb der Geschäftszeiten an". Sonst nichts.
Während der Geschäftszeiten, also vermutlich am fünften Tag nach Vollmond zwischen 7 und 7.30 Uhr, wird Frau Dinktoc dort nicht anrufen können, sie muss ihre geplatzte Halsschlagader frisch verbinden. Sollen diese Vollpfosten sich doch einen Zählerstand ausdenken.

Der glückliche Rechtsanwalt

Heute morgen mitgehört - ein Anwalt telefoniert:
"... och, mir geht es gut. Die Sonne scheint, und das Hauptverfahren wird eröffnet!"

Über die Leiter in den Keller


Die Unterseite der Treppe erstrahlt in weiß, das vorher schon helle Treppenhaus blendet einen jetzt fast. Die ersten vier Treppenstufen sind mit Fliesen versehen; links und rechts sieht man die frischverputzten Wände (gestrichen sind sie noch nicht, da hatte ich gestern falsch vermutet).


Die Außentreppe ist glatt beigeputzt, alle Buckel und Löcher verschwunden, so dass die  neuen Fliesen vernünftig aufgebracht werden können. 



In den Keller kommt man derzeit nur über eine kurze Leiter, die vom Treppensockel (unten) zur Treppe in den ersten Stock führt. Es ist einfacher, als es aussieht; trotzdem überlege ich mir derzeit genau, was ich denn nun aus dem Keller brauche und schreibe mir ggf. einen Merkzettel (Stromzähler ablesen - Tiefkühlfisch - Flasche Cola - Katzentrockenfutter), damit ich nicht mehrfach Turnübungen veranstalten muss. Wenn ich dran denke, wie gut das bald aussehen wird, macht mir das aber auch nix mehr aus.

Mittwoch, 14. September 2011

Antiborreliotika

Vorgestern wurde bei mir eine - frische - Borreliose diagnostiziert. Seither wundere ich mich über die ein oder andere Reaktion, die diese Mitteilung auslöst. Eine Kollegin trat unwillkürlich zwei Schritte zurück, als ob das ansteckend sei, ein anderer Mensch reagierte derart, dass ich schon fast gefragt hätte, ob ich mich schon mal um meine eigene Beerdigung kümmern sollte; viele wunderten sich, dass ich im Büro saß und mich nicht habe krank schreiben lassen. Wozu denn eigentlich? Ich nehme die nächsten 3 Wochen jeden Morgen ein Antibiotikum; ansonsten fühle ich mich fast normal - nur abends bin ich relativ zeitig müde, aber dann geht man halt mal früher als sonst ins Bett.
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Ich weiß Eure Besorgnis wirklich zu schätzen und freue mich über Euer Mitgefühl. Aber es scheint mir, die Tatsache, dass Borreliose vor ein paar Jahren so eine Art Modekrankheit wurde, hat leider eher zur allgemeinen Verwirrung als zur allgemeinen Aufklärung darüber beigetragen. Was im Gedächtnis geblieben ist, sind die Horrorgeschichten.
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Natürlich ist Borreliose eine ernstzunehmende Krankheit, die in der chronischen Variante schwerwiegende Beeinträchtigungen und Beschwerden verursacht (und jeder, der damit klarkommen muss, hat mein aufrichtiges Mitgefühl). Aber rechtzeitig erkannt ist sie einfach zu behandeln und heilbar. Und ich hatte das Glück, dass die Sache frühzeitig festgestellt wurde. Es braucht also niemand zu befürchten, dass dieses Blog kurzfristig zu existieren aufhört, immer vorausgesetzt natürlich, dass mich nicht ein anderer vorzeitiger Tod ereilt (der Rheinische Fatalismus weiß: im Zweifelsfall stirbt man gesund, aber sterben tut man!).

Rollputz und das abenteuerliche Gerüst

Der Rollputz ist auf den Wänden, er fehlt nur noch an dem Kellertreppenpfosten, auf dem der Unterputz erst noch richtig trocknen musste. Ich denke, dass dieses letzte Stück Putz heute erledigt werden wird. Die Hauptarbeit heute dürfte aber wohl das Aufbringen von reichlich "Vanillepudding" sein, sprich, das Anstreichen des Putzes, sowie das Tapezieren der einen Wand im Treppenhaus.


Auf allgemeinen Wunsch eines speziellen Herrn habe ich dann doch das Eigenbau-Gerüst fotografiert und hoffe nur, dass hier kein TÜV-Prüfer mitliest, der angesichts des Fotos einen Herzklabaster erleidet ...


Vier staubige Pfötchenabdrücke auf dem dunkelblauen Sofaüberwurf lassen übrigens darauf schließen, dass der Herr Leopold seiner Aufgabe als Baustelleninspektionskater gewissenhaft nachgekommen ist (und anschließend erschöpft ein Schläfchen auf besagtem Sofa halten musste).

Dienstag, 13. September 2011

Außentreppe und Innenfarbe

Die Handwerker waren so fleißig wie vermutet: die Unterseite der Treppe ist fertig gespachtelt und wunderbar glatt geschliffen. Die Putzgrundierung ist im gesamten Treppenhaus an den Wänden - leider sehen die Wände auf Fotos mit Putzgrundierung genauso aus wie ohne.
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Eine andere Veränderung dokumentiere ich dafür umso lieber: endlich sind diese potthässlichen, pissgelben Fliesen von der Außentreppe verschwunden. Haudraufundwech. Ich konnte die Dinger schon lange nicht mehr sehen!



Heute wird die Treppenunterseite weiß gestrichen und an den Wänden der Rollputz aufgebracht. Die noch vorhandene weiße Farbe kann übrigens nicht mehr verwendet werden - sie war wohl im Winter mal eingefroren und hat jetzt eine Konsistenz wie Hüttenkäse (der übrigens meiner Ansicht nach auch schmeckt wie Wandfarbe, aber das ist eine andere Geschichte!). Der Innenausbauer kauft dann heute auf dem Weg zur Baustelle neue Farbe.
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Das Treppenhaus kann man derzeit nur mit schlangenmenschenähnlichen Verrenkungen benutzen, weil sich die Handwerker aus Leitern, Bohlen und Latten ein Gerüst konstruiert haben, mit dem sie auch in die oberste und hinterste Ecke kommen, das aber naturgemäß recht viel Platz einnimmt. Sogar die Katzen haben sich beschwert, weil sie nicht die übliche Route nehmen können, sondern sich um den ein oder anderen Leiterpfosten herumschlängeln müssen. Ansonsten sind sie zwar irritiert wegen der fremden Männer, die einfach ins Haus kommen und Krach machen, finden es aber auch interessant, ein abgeschnittenes Kabelstück oder einen Mörtelbrocken durch die ganze Bude spielen zu können. So schönes Spielzeug stellen die Dosenöffner nicht zur Verfügung!

Theater, Theater, der Vorhang geht auf ...

Es war eine stürmische Nacht,
als Literaturkranz Nummer Acht
diesmal bei Frau S. fand statt
und allen sehr gefallen hat.
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Die Eröffnungssentenz mit der stürmischen Nacht musste sein, denn es ging fast den ganzen Abend um Theaterliteratur. Die Theaterpädagogin der Runde beginnt nämlich gerade mit den Vorarbeiten für die nächste Aufführung, die sie mit Jugendlichen einstudiert, und fragte nach Tipps, welches Stück man denn mal inszenieren könne. Die Jugend wünscht sich etwas "Dramatisches".
Sofort fiel allen Schiller ein -  "Maria Stuart", "Kabale und Liebe" oder auch "Die Jungfrau von Orleans". Die Tipps umfassten auch Goethes "Leiden des jungen Werther" und natürlich Shakespeares "Romeo und Julia" (mehr Drama geht nicht!). Über eine Schwierigkeit wurde lange diskutiert: wie stellt ein Jugendlicher glaubwürdig eine "alte" Rolle dar, also einen lebenserfahrenen Menschen, ohne entweder das Stück oder sich selbst zu verbiegen?
Man merkt schon, dieses Mal ging es nicht ganz so lustig zu wie sonst (obwohl zu Ehren Vicco von Bülows viel Loriot zitiert wurde), aber ich fand es sehr interessant und spannend und habe einigen Stoff zum Nachdenken mitgenommen.

Montag, 12. September 2011

Treppe rauf und Treppe runter

Nachdem ja eigentlich schon im Juli der Treppenhausausbau hätte durchgeführt werden sollen, hatten wir uns schon darauf eingerichtet, dass es damit vor Oktober nichts wird, weil unser Innenausbauer mit unverschuldeten Verzögerungen auf einer anderen Baustelle zu kämpfen hatte.

Letzten Donnerstag rief unvermutet der Innenausbauer an und sagte, er habe jetzt doch eine Woche Zeit, und ob er zusammen mit einem zweiten Arbeiter am Samstag kommen könnte? Aber klar doch! Und Samstagmorgen pünktlich um 8 Uhr erschienen R. und T. und legten so schnell los, dass ich gerade noch die obligatorischen "vorher"-Fotos machen konnte.



Die Unterseite der Treppe ist jetzt schön glatt geschliffen und gespachtelt, außerdem ist die oberste Stufe der Kellertreppe, die in sich noch eine winzig kleine Stufe von ungefähr zwei Zentimeter hatte, auf eine Höhe gebracht worden und trocknet vor sich hin.
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Die Säule oder der Pfosten oder wie man es nennen will, das steinerne Teil also, um das die Kellertreppe herumläuft, hatte unser Vorbesitzer mit 70er-Jahre typischen Fliesen in moosgrün und hirschköttelbraun belegt. Diese Dinger sowie die Sockelleisten der gleichen geschmackvollen Provenienz sind glücklicherweise nun auch Geschichte.



Nun bin ich mal wieder gespannt, was ich nachher auf der Baustelle vorfinde, nachdem die beiden Innenausbauer einen weiteren Tag Arbeit investiert haben. Immerhin soll das Treppenhaus bis auf eine Wand komplett verputzt werden (mit Zierputz) und dieser dann noch angestrichen werden. Besagte eine Wand wird tapeziert. Kellertreppe und Kellerflur werden gefliest. Eine Menge Arbeit also, aber die beiden Handwerker sind guten Mutes, dass sie bis einschließlich nächsten Samstag fertig werden.
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So eine Art Naturgesetz lässt sich auch erkennen: immer wenn sich was Größeres tut am Haus, ist Herr Dinktoc auf Dienstreise.    

Rhapsodie in Rosa & Lila

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Für Frau O., die ihr Stück Himbeer-Sahne-Torte erst essen durfte, nachdem ich mich über die Vielfalt und das Zusammenspiel der rosa-lila-rot-Farbtöne wieder beruhigt und endlich mein Foto gemacht hatte.

Dienstag, 30. August 2011

Mancher Taucher tau(ch)gt nichts

In jedem Verein gibt es Leute, die sich aus irgendeinem Grund nicht riechen können. Ein Pärchen in unserem Tauchverein kann mit uns nicht und wir nicht mit denen. Es gibt, abgesehen vom Tauchen, keine gemeinsamen Interessen, keine Berührungspunkte. Dafür gegensätzliche Ansichten in vielen Dingen, eine ziemlich komplett unterschiedliche Lebensauffassung und daraus resultierend eine herzliche gegenseitige Abneigung.
Gestern abend im Training erzählte Herr Dinktoc den Vereinskameraden von unserem endlich gebuchten Urlaub auf der Insel im Mittleren Meer. Dreimal darf geraten werden, wer zufällig zur gleichen Zeit auf der gleichen Insel Urlaub macht. Aaargh - ausgerechnet! Zum Glück in einem anderen Hotel und bei einer anderen Tauchbasis. Die zeitliche Überschneidung liegt bei 5 Tagen, somit gibt es einige Möglichkeiten Chancen Risiken, sich am einen oder anderen Tauchplatz zu begegnen. Wie gut, dass man unter Wasser nicht reden kann und daher vom allfälligen Smalltalk verschont bleiben wird.
Der erste richtige Urlaub seit 4 Jahren, und jetzt muss ich damit rechnen, diesen Heiopeis zu begegnen. Ommmm. Ich reg mich nicht auf. Ommmm. Falls ich sie von ferne sehe, setz ich eine Lächelmaske auf und atme tief durch. Das ist auch gut fürs Tauchen, dann braucht man weniger Luft, kann länger unten bleiben als Familie Heiopei und sie damit hoffentlich ordentlich ärgern beeindrucken.  

Montag, 29. August 2011

Impressionen vom Frankfurter Museumsuferfest 2011

 Bowle für alle

 Viel Betrieb am Ufer bei Sonnenschein und Livemusik

Wer errät, was gemeint war, bekommt von mir den goldenen Phrasendreschflegel überreicht. (Am Fest teilgenommen habende Familienmitglieder sind vom Wettbewerb ausgeschlossen!) 

Mittwoch, 24. August 2011

Krasse Kresse

Da kaufe ich samstags ein Schälchen Kresse für den Salat zum Abendessen, und vergesse es dann schlicht. Also wurde für gestern, Dienstag, wieder ein Salat auf den Speiseplan gesetzt, damit endlich die Kresse verwertet werden könnte. Der Salat hat gut geschmeckt, niemand hat was vermisst, und als ich die leeren Teller in die Küche brachte, fällt mein Blick auf --- die leuchtend grüne Kresse in ihrem Pappschälchen.

Ist das nun schon Herr Alzheimer, der vor der Tür steht, oder nur ganz gewöhnliche Blödheit?

Dienstag, 23. August 2011

Käfighaltung


Gesehen in Frankfurt. Immer wenn der Fahrer Gas gabt, duckte sich Fiffi unter die Kante und prüfte dann mit vorsichtig emporgereckter Nase, ob der Fahrtwind nicht zu stark für ihn sei. Dann kam allmählich der Kopf höher, die Ohren flatterten und der Hund schien eine Menge Spaß zu haben.
Ob es so eine Kiste auch für Katzen gibt? Und ob mein Kater das mitmachen würde? Die Katze brauche ich gar nicht erst zu fragen, die findet Transportbehältnisse jeglicher Art unter ihrer Würde.

Montag, 15. August 2011

Noch'n Bücherstöckchen

Irgendwo im Internetz habe ich dieses Stöckchen aufgesammelt:

Gebunden oder Taschenbuch?
Egal. Bei manchen Autoren kann ich nicht warten, bis das neueste Werk als Taschenbuch erscheint, da muss es dann das Hardcover sein. Sonst, wie es gerade kommt.

Am*z*n oder Buchhandel?
Lieber Buchhandel, und am liebsten aus dem kleinen, inhabergeführten, ambitionierten Buchladen um die Ecke. Der benötigt nur 24 Stunden, um jedes gewünschte Buch zu beschaffen. Ausnahme: englische Bücher, die direkt in England bei am*z*n.uk bestellt billiger und schneller geliefert sind als über den Buchhandel. Und beim deutschen Onlinehändler nur, wenn ich es ganz eilig habe und weiß, dass ich es die nächsten Tage nicht in den kleinen Laden schaffen werde.
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Lesezeichen oder Eselsohr?
Lesezeichen natürlich! Wer mutwillig Eselsohren produziert, dem sollten die eigenen Ohren so lang gezogen werden, bis er auch solch eselige Lauscher hat.

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
Das hatten wir schon mal. Immer noch ordne ich die Belletristik alphabetisch nach Autor, bei mehreren Büchern eines Autors dann nach Titel; oder bei Serien nach Reihenfolge der Bände. Die Sachbücher sind nach Themengebieten sortiert.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Wegwerfen geht gar nicht. Verkaufen ist relativ aufwendig im Verhältnis zum Ertrag. Die meisten Bücher behalte ich, manches verschenke ich auch.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
Behalten. Wofür wäre er denn sonst da?

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Mit. Gerne auch als Lesezeichen missbraucht, was bei sehr dicken Büchern dann gelegentlich zum Einreißen des Umschlags führt. Je nach Größe des Schadens wird der Schutzumschlag dann doch mal weggeschmissen.
i
Kurzgeschichte oder Roman?
Ganz überwiegend Romane. Eine Ausnahme bildet Kipling, dessen Kurzgeschichten ich viel besser finde als seine Romane. Er ist einer der wenigen, der die kurze Form wirklich perfekt beherrscht. Seine "Plain Tales from the Hills" gehören zu den besten Kurzgeschichten, die ich je gelesen habe.
üp
Harry Potter oder Lemony Snicket?
Wer bitte ist Lemony Snicket?! Habe ich noch nie gehört. Harry Potter lese ich derzeit mal wieder; zum ungefähr achten Mal - und ich bin immer wieder angetan davon, wie gut diese Reihe konstruiert ist.
g
Aufhören wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zuende ist?
Sagen wir mal so: ich versuche meist, das Kapitel zu Ende zu lesen. Häufig flimmern aber vorher schon die Buchstaben vor den Augen und es ist auch schmerzhaft, wenn einem das Buch aus den Händen rutscht und auf die Nase fällt. Insofern versuche ich aufzuhören, solange ich noch zu einem geordneten Rückzug (Lesezeichen einlegen - Buch zuklappen - auf den Nachttisch legen - Licht ausschalten) in der Lage bin.
o
“Die Nacht war dunkel und stürmisch” oder “Es war einmal”?
Die dunkle, stürmische Nacht ist mir lieber. Kitsch a là Rosamunde Pilcher kommt mir nicht ins Haus.
j
Kaufen oder leihen?
Sowohl als auch. Ich besuche regelmäßig zwei Leihbüchereien, und auch im Literaturkränzchen und im sonstigen Freundeskreis herrscht ein reger Bücheraustausch. Das Regal ist sowieso zu klein, der Bücheretat ächzt ständig am oberen Limit; ohne Ausleihe müsste ich deutlich langsamer und weniger lesen, und das geht gar nicht!
m
Neu oder gebraucht?
Je nachdem. Klassiker oder vor etlichen Jahren schon mal gelesene Bücher, die ich mir jetzt dann doch ins Regal stellen will, kaufe ich sehr gerne antiquarisch, nicht nur, weil sie oft preisgünstiger sind, sondern auch, weil die alten Ausgaben manchmal viel schöner gestaltet sind.
Nicht zu reden von einer ganzen Anzahl geliebter Jugendbücher, die in den letzten Jahren von einigen Verlagen zwangsmodernisiert und / oder den herrschenden Gepflogenheiten der sogenannten politischen Korrektheit unterworfen wurden. Da sind mir die alten Ausgaben hundertmal lieber.  
u
Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Die ersten drei sind Hinweisgeber, die beim Stöbern helfen. Ich lese Bücher gerne "an", insbesondere wenn mir der Autor noch unbekannt ist.
h
Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Ordentliches Ende, bitte. Das ist ja sonst wie in den alten TV-Serien, wenn es heißt: "schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, um mitzuerleben, ob sich der Held auch aus dieser schlimmen Klemme wieder befreien kann".
+
Morgens, mittags oder nachts lesen?
Wann Zeit ist. Manchmal in der Mittagspause, sonst meist abends, am Wochenende auch tagsüber. Gelegentlich  ab dem Moment, in dem ich das Buch in die Finger kriege, bis zum Auslesen.
+
Einzelband oder Serie?
Kommt drauf an. Manchmal macht es Spaß zu erfahren, was der Held als nächstes erlebt - man hat ja auch das Gefühl, die Figuren schon zu kennen. Schwierig wird das nur, wenn man Serien nicht in der richtigen Reihenfolge liest.
r
Lieblingsserie?
Die Eifelkrimis von Jacques Berndorf. Das ist halt meine Heimatgegend und allein deshalb spannend. Berndorf hatte zwar mal einen Durchhänger so in der Mitte der Reihe, aber die letzten zwei, drei Bände haben mir wieder sehr gut gefallen. 
s
Lieblingsbuch von dem noch nie jemand gehört hat?
"Schatten über dem Mond" von M.M. Kaye. Eventuell kennen Bücherwürmer noch gerade so den "Palast der Winde" von dieser Autorin; das war vor 30 Jahren ein Weltbestseller. Die "Schatten" sind noch älter, aber ich finde, es ist ein wunderbarer historischer Roman.
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Lieblingsbuch der letzten zwölf Monate?
Immer diese schwierigen Entscheidungen! "Kälteschlaf" von Arnaldur Indridason. Ein Krimi, bei dem man von Anfang an weiß, dass bei diesem angeblichen Selbstmord etwas faul ist, aber sich nur ganz langsam das Überthema des Buches herausschält.
e
Welches Buch liest du gegenwärtig?
Harry Potter 7 - ich bin schon beim letzten Band angekommen. Inspiriert durch den Gang ins Kino habe ich die ganze Serie nochmal in einem Rutsch gelesen und bin jetzt fast durch. Außerdem einen Krimi von Nele Neuhaus "Eine unbeliebte Frau".
z
Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
"Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien. Das lese ich einmal jährlich, es ist mir noch nie langweilig geworden und ich glaube nicht, dass es das jemals werden wird. Ein Buch zum Versinken.
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d
Frau Ottosschnipsel, wären Sie so freundlich und heben das Stöckchen mal auf? Und alle anderen natürlich auch - ich bin ja ü-ber-haupt nicht neugierig, wer welche Bücher liest ... ich schiele ja auch nie in anderer Leute Bücherregale, was da so rumsteht. Würd' ich nie tun.  

Mittwoch, 10. August 2011

Dampf ablassen

Lieber neuer Kollege Lobotomix,
ein "Pre-Bid-Agreement" ist eine Vereinbarung mehrerer Firmen untereinander, ein Konsortium zu bilden zwecks Erstellung eines gemeinsamen Angebots und ggf. gemeinsamer Bearbeitung des gewonnenen Auftrags. Es bedeutet nicht "Aufruf zur Präqualifikation" - dein erster Erklärungsversuch. Den veröffentlicht der potenzielle Kunde. Es bedeutet auch nicht "Präqualifikationsunterlagen" - dein zweiter Erklärungsversuch - denn die erstellen wir als Konsortium ja erst, eben genanntem Aufruf folgend, um dem Kunden klar zu machen, dass wir die Besten und die Schönsten für seine Zwecke sind. Du musst mir nicht erklären, was ein Pre-Bid-Agreement ist, ich hab schon ein paar Jahre Erfahrung.
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Es ist absolut keine Schande, dass du als Neuling im Geschäft manche Begrifflichkeiten noch nicht kennst. Aber es ist eine Schande, dass du glaubst, alles zu wissen; dann widerwillig eine Erläuterung zur Kenntnis nimmst, dich sodann beschwerst, bestimmte Unterlagen nicht erhalten zu haben, die ich dir nachweislich bereits am 19. Juli zugeschickt habe; lesen musst du deine Mails schon selber. Hast du dich daraufhin entschuldigt oder wenigstens die Klappe gehalten? Nein. Im Gegenteil, du fingst an, über deine hohe Arbeitsbelastung zu jammern. Kein Problem, ich habe ja die Zeit dazu, hinter dir herzutelefonieren. 

Immerhin hast du dafür gesorgt, dass ich in den letzten Tagen zur Hebung meines Blutdrucks kaum Kaffee benötigt habe. Bei den derzeitigen Kaffeepreisen bin ich dir dafür dankbar.

Verachtungsvoll,
deine Frau Dinktoc

Freitag, 5. August 2011

Völkerverständigung ist Käse

Gestern abend saß der Stammtisch gemütlich beim Spanier, als dort eine italienisch-spanische Großfamilie - 8 Personen - einlief und sich am Nebentisch niederließ. El Jefe, der Chef also, Besitzer und Koch in einer Person, nahm persönlich die Bestellung auf. Der italienische Großfamilienvater orderte Scampi und hatte dann noch einen Sonderwunsch:

iGfv: "... unde dann bringste du mir noch Soße Napoli zu Scampi. Kennst du Soße Napoli? Iste mit Tomate. Machst du Soße Napoli eine bissche warm und dann du tuste Parmesane drauf."

El Jefe: "Ich hab keinen Parmesan. Ich hab nur richtigen Käse. Spanischen."

Donnerstag, 4. August 2011

Die Wespe im Spaßbad

Frau K. aus dem schönen Hofheim im Tal
die lesenden Damen stellt vor die Wahl
ob sie gerne hätten
mit Senf die Buletten -
bei drei Sorten Mostrich 'ne Qual!
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Gedichtet wurde zwar nicht beim siebten Literaturkränzchen, aber als verdiente Hommage an die leckeren Frikadellen kam es mir auf der Heimfahrt plötzlich in den Sinn. Besagte Fleischklopse erinnerten uns natürlich auch sofort an ein früheres Treffen, als es um getanzte Frikadellenbrötchen ging. Frau K.'s Terrassentisch macht zwar einen durchaus stabilen Eindruck, aber wir haben es dann doch unterlassen, auf selbigem ein Tänzchen hinzulegen. Auch der Vorschlag, ersatzweise an der Stange des Sonnenschirms herumzuschwingen, wurde nicht aufgegriffen.
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Das Thema endete recht abrupt, als sich eine Wespe in eins der Wassergläser stürzte und nach kürzester Zeit keinen Spaß mehr am Schwimmen hatte. Der Rettungsversuch mit einem Strohhalm als Kletterhilfe klappte nicht; ich schlug dann vor, das Glas einfach in die Rabatte auszuleeren. Frau K. griff sich das Glas und schüttete es mit mächtig viel Schwung über ihre linke Schulter hinweg ins Blumenbeet. Die Wespe weiß jetzt, wie es in einem Whirlpool zugeht und brummte mit leichtem Drehschwindel über den Rasen davon.

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Nach Frikadellen und Kartoffelsalat wurde ein Spritz aufgetischt, bei dem es sich wunderbar über Gott und die Welt und Bücher reden ließ. Frau S. hat in ihrem Dänemark-Urlaub noch mehr gelesen als sie es sonst schon tut, weil eine Woche lang sehr schlechtes Wetter herrschte und andere Aktivitäten unmöglich machte. So viel Zeit zum Lesen! Frau S. hat zwar versucht, einen Bedauern heischenden Unterton in ihre Stimme zu legen, aber uns konnte sie nicht täuschen. Herr S. übrigens fing aus purer Langeweile an, Eifelkrimis zu lesen (von denen Frau S. vor ihrem Urlaub zwei bei mir auslieh) und schreit jetzt nach mehr. Lesen: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Buchhändler oder Bibliothekar!
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Frau O. hat ihr Bücherregal ausgeräumt, um es frisch zu streichen und will die Gelegenheit nutzen, ein-, aus- und umzusortieren. Das Regal ist natürlich trotzdem immer irgendwie zu klein. Wenigstens geht es uns allen so, dass die Bücherberge ständig wachsen und dass der Stapel der "muss ich unbedingt lesen"-Bücher niemals kleiner wird. Es gibt ja auch noch die "muss ich sofort wieder lesen"-Bücher, mit denen man auf der Stelle anfangen muss, zu Lasten der noch ungelesenen Bücher; mal abgesehen von Zeitungen, Zeitschriften und was man sonst noch so liest. Manchmal frage ich mich, ob Herr Gutenberg seinerzeit hat absehen können, was er da anrichtet mit seiner Buchdruckmaschine ...

Mittwoch, 3. August 2011

Legasthenie für Fortgeschrittene

Gestern mailte ich privat eine Anfrage an ein Unternehmen und bekam ein paar Stunden später eine automatisch erzeugte Empfangsbestätigung, deren letzter Satz lautete:

Hinweis: Der Empfänger hat den Empfang der Nachricht bestätigt. Dies ist keine Garantie, dass die Nachricht gelesen und verstanden wurde.
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Jetzt frag ich mich nur, wem die Firma nicht traut: dem Kunden oder dem eigenen Personal?

Dienstag, 2. August 2011

Aus der Rubrik: Piktogramme für den besonderen Zweck

Wenn frau es mal sehr, sehr eilig hat, ist dieser Hinweis sicher hilfreich.

(gefunden in Haifa von Herrn Dinktoc)


Mittwoch, 27. Juli 2011

Huhn in Schönschrift

Manchmal lebe ich ausgesprochen gerne in Hessen, zum Beispiel, wenn ich die nette, über 80jährige Nachbarin auf der Straße treffe, eine in der Wolle gefärbte Hessin. Sie bemerkt, dass ich eine neue Brille habe und erzählt mir, dass sie ihre kürzlich verlegt hatte: "Un dann kam de Poschdbode middenem Einschreiwe, un da mussd ich unnerschreiwe, obwohl ich nix sehe kunnd, do sah die Unnerschriff aus wie Gickelkrakel! Awwer der Poschdbode guggt soweso ned rischdisch hin, do fälld des dem aach gar ned uff!"

Gickelkrakel. Göttlich!

Dienstag, 26. Juli 2011

Familienbande

Wer eine solche Familie hat, braucht keine Feinde mehr ... jetzt sind meine Eltern in Budapest, und natürlich sind auch sie im Café Ruszwurm, und natürlich rufen auch sie eigens deswegen an, nicht ohne außerdem zu erwähnen, dass dort die Sonne scheint und der Urlaub ja so schön ist. Nein, ich bin nicht neidisch und ich schmolle nicht und ich will auch selber überhaupt keine Torte essen.

Treppenwitz

Der Innenausbauer hat auf einer Baustelle mehr Zeit benötigt als geplant, ein paar Termine durcheinandergerührt, eine Prise Sommerurlaub hineingestreut und uns damit eine dicke Suppe eingebrockt. Will heißen, die Treppenhausverschönerung bei uns verschiebt sich um 4-5 Wochen. Am 15. August kommt der Innenausbauer aus dem Urlaub, und dann machen wir einen Terminplan, an den er sich dann hoffentlich noch erinnern kann.

Es ist ja im Grunde kein Beinbruch - keine anderen Handwerker oder Termine hängen an diesen Arbeiten. Es ist nur meine persönliche Enttäuschung - erst vor ein paar Tagen habe ich gedacht "ich bin ja so froh, wenn das Treppenhaus verputzt ist, und vor allem, wenn diese hässlichen Fliesen auf der Außentreppe verschwunden sind!". Jetzt muss ich halt einen Monat länger darauf warten. Aber bis dahin ist vielleicht besseres Wetter, und wir könnten das Ereignis mit einer Außentreppenfertigstellungsgrillparty begehen? Man soll die Feste feiern, wie sie fallen (und als Rheinländerin fällt man häufig über die Feste).

Sonntag, 24. Juli 2011

Sommer 2011

Früher Sonntagnachmittag. Der Himmel ist vollständig grau, es nieselt. Kein Mensch ist auf der Straße zu sehen, kein Vogel zwitschert. Die Katzen, sonst in dieser Jahreszeit selten zu Hause, bewegen sich kaum vom Sofa weg. Ich lege mir Bücher, Rechner und Fernbedienungen bequem in Reichweite und wickele mich in eine Wolldecke. Summer in the City.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Flower Power



Gerade habe ich die schweineteure wertvolle Tapete für die eine Wand im Treppenhaus online bestellt. Im Baumarkt hätte ich sie auch kaufen können, aber dort war sie sogar doppelt so wertvoll. Mit ein bisschen Surfen kann man doch eine Menge über sogenannte Sonderangebote und Margen im Einzelhandel lernen.

Dienstag, 19. Juli 2011

Déjà-vu

Das hatten wir doch schon mal?! Am Wochenende waren wir in zwei Baumärkten und haben Verputzmaterial, Fliesenkleber, Kantenschienen und Farbe gekauft, weil demnächst der Innenausbauer kommt und das Rohbau-Treppenhaus bearbeiten wird.
Als dann an der Baumarktkasse zusammengerechnet wurde und die Kassiererin fröhlich eine dreistellige Zahl nannte, kam ich mir um ziemlich genau 1 Jahr zurückversetzt vor. Damals, als wir mindestens dreimal die Woche im Baumarkt waren und dort schon mit Namen begrüßt wurden.
Immerhin ist es die letzte größere Aktion am/im Haus, die wir für dieses Jahr geplant haben. Erst nächstes Jahr werden wir weiterstreiten, wie denn nun der Belag für die Treppe ins Obergeschoss und der auf der Terrasse aussehen soll.

Montag, 18. Juli 2011

Cherry Cherry Lady

Der Kollege, der im Nebenberuf noch Obstbauer ist, hat wie bestellt eine Steige Sauerkirschen bei mir abgeliefert. Somit stand der bürofreie Freitag im Zeichen des Einkochkessels (mal abgesehen von üblicherweise fälligen Hausarbeiten wie Aufräumen und Wäschewaschen).

Zeitungspapier auf dem Tisch wegen der Saftflecken? Check.
Kirschenentsteiner aus dem obersten Schrankfach gefischt? Check.
Schüsseln für Kirschen und Abfall? Check.  
Uraltes T-Shirt, das nur noch für diesen einen Tag im Jahr aufgehoben wird und voller nicht entfernbarer Saftflecken ist, angezogen? Check.
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Kaum habe ich mit der Arbeit angefangen, erscheint schon ein Vertreter der Bundesprüfstelle gegen die Verbreitung gesundheitsgefährdender Vitamine, um die ordnungsgemäße Ausführung zu beaufsichtigen.
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Man kann noch so vorsichtig sein wollen - wenn man rund 5 kg Kirschen entsteint hat, sieht die gesamte Umgebung immer aus wie bei einem Schlachtfest. Nur der Vertreter der Bundesprüfstelle hat rechtzeitig den gebührenden Sicherheitsabstand eingehalten und hat keine Kirschsaftflecken im Fell. Ganz im Gegensatz zu mir. Vor der weiteren Verarbeitung muss ich mich erst mal waschen, und dank generalstabsmäßiger Planung rein zufällig ist auch gerade die Waschmaschine abgelaufen, so dass nun die helle Buntwäsche inklusive des frisch saftfleckigen T-Shirts gewaschen werden kann.

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Weiter geht es in der Küche. Die Hälfte der Kirschen wird mit Gelierzucker gemischt und erst mal beiseite gestellt, damit sie ein paar Stunden durchziehen kann.

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Der eiserne Meiler, vulgo auch Einkochkessel genannt, ein Erbstück von Schwiegeroma, wird mit etwa 8 Liter Wasser bestückt und auf den Herd gestellt. Bis das Wasser die erforderliche Temperatur von 85 Grad erreicht, habe ich die zweite Hälfte der Kirschen auf Einmachgläser verteilt, gezuckert, mit Saft aufgefüllt und die Gläser verschlossen. Außerdem die Wäsche aufgehängt, das Wohnzimmer fertig aufgeräumt, eine Tasse Kaffee getrunken, ein belegtes Brot gegessen und die Zeitung ausgelesen.

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Vielleicht sollte ich mir doch mal einen etwas moderneren Einkochkessel zulegen? Ich könnte Herrn Dinktoc bitten, eine Kosten-Nutzen-Rechnung anzustellen.
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Immerhin müssen die Kirschen dann nur etwa 20 Minuten im 85 Grad heißen Wasser eingekocht werden (eingesiedet?). Damit war das Kapitel Kompott erledigt. Folgt Marmelade.
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Die Kirsch-Gelierzucker-Pampe wird zum Kochen gebracht. Genauer: sogar zum Überkochen. Ich habe mal wieder unterschätzt, wie hoch das Zeug im Topf steigt. Die Schweinerei auf dem Herd ist unbeschreiblich und riecht auch so.

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Den größten Teil der Kirschmasse habe ich aber retten können und dann portionsweise die üblichen vier Minuten gekocht und in Gläser gefüllt. Jetzt warten im Keller ein Dutzend Gläser Sauerkirschmarmelade auf alle Schleckermäuler - das sollte bis nächstes Jahr reichen (von Muttern werden noch Brombeer-, Johannisbeer- und Traubengelee geliefert sowie Erdbeermarmelade).