Mittwoch, 1. Dezember 2010

Fare thee well, Jonny!

Eigentlich hatte ich an dieser Stelle von unserem Kurzurlaub in Wien und Budapest berichten wollen, aber dafür hab ich grad keinen Kopf - gestern mussten wir nämlich unseren allerbesten, heißgeliebten Kater Jonny einschläfern lassen.
An unserem letzten Abend in Budapest, wir waren fast schon auf dem Weg zum Bahnhof und also zum Nachtzug nach Hause, klingelte das Handy. Die Katzensitterin war dran. Bei ihrem abendlichen Fütterbesuch fand sie den Kater apathisch und rasselnd atmend vor und ist sofort mit ihm zum Tierarzt. Der diagnostizierte ein stark vergrößertes Herz, ein Lungenödem und eine Thrombose, die die Durchblutung beider Hinterpfoten unterbrochen hatte. Bei sofortiger Fahrt zur Tierklinik hätte der Kater ganz eventuell noch eine Chance. Natürlich wollten wir ihm die auch geben, und unsere Katzensitterin hat keine Sekunde gezögert, ihren Abend zu opfern, um durch Schneegestöber 30 km weit zu fahren (ganz-großes-Dankeschön-nochmal!).
Die Tierklinik bestätigte uns am Telefon die Diagnose des Tierarztes und empfahl sofortiges Einschläfern. Wir haben die Zustimmung verweigert und gebeten, den Kater stationär aufzunehmen und soweit möglich zu behandeln. Wir wollten ihn auf jeden Fall nochmal sehen und würden ja am nächsten Morgen in Frankfurt sein.
Nach einer fast schlaflosen Nacht zwischen Hoffnung und Ahnung des Unausweichlichen gab es morgens leider keine besseren Nachrichten. Am Vormittag wurde nochmals ein Röntgenbild und Ultraschall gemacht und ergab die detaillierte Diagnose, dass eine Verdickung der Herzscheidewand zu einem Blutrückstau im Vorhof geführt hatte, dadurch hat sich der Vorhof stark erweitert, es kam zu Blutverwirbelungen, dadurch enstehen Blutgerinnsel, die mit dem Blut durch die Adern wandern und sich irgendwo absetzen. Bei unserem Kater blockierte so ein Gerinnsel die Aorta an der Stelle, wo die Blutversorgung für die Hinterbeine abzweigt. So kam es, dass die hintere Körperhälfte komplett gelähmt war.
Das Lungenödem hat man behandeln können, die Lähmung durch die Thrombose hingegen nicht. Ein Kater, der sich auf zwei Vorderpfoten mühsam ein Stückchen über den Boden zieht, war eine unerträgliche Vorstellung, vor allem, wenn man weiß, wie gerne er wie ein wildgewordener Handfeger durchs Haus raste und überall raufsprang, wo er nicht hin sollte. Abgesehen von den Schmerzen - man hätte ihn ständig unter starken Schmerzmitteln halten müssen.
Und die Herzschädigung war derart, dass jede Minute eine weitere Thrombose hätte entstehen können. Also haben wir uns unter vielen Tränen dazu durchgerungen, ihn gehen zu lassen. Wir haben ihn gestreichelt und geknuddelt, er lag auf meinem Schoß, als er die Betäubung bekam und dann die letzte Infusion, die das Herz stillgelegt hat.
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So sah er aus, als er eingeschlafen war:
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Der Tierarzt sagte, dass solche Herzerkrankungen mit massiven Folgen ganz plötzlich kommen können, auch bei einem erst sechs Jahre alten Kater. Wir durften drei Jahre mit ihm verbringen und werden ihn sehr vermissen. Er ist jetzt in unserem Garten begraben.

Kommentare:

  1. Ich bin sehr traurig.
    Jonny war mein liebster Kater, der einzige Kerl der Nachts in meinem Bett schlafen durfte wenn ich nicht da war.
    Er fehlt mir, kein Kater quängelte heute morgen nach Futter, als wir aus dem Haus sind.

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  2. Das tut mir sehr leid! Er hat es aber sicher gut bei euch gehabt!

    LG Otto

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  3. Frau Nette-Bekannte6. Dezember 2010 um 09:45

    Ich glaube es nicht, nein, nicht er!!! Ich bin sehr traurig... haben wir ihn doch letztens noch gesehen und was leckeres mitgebracht. :-(

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