Donnerstag, 8. März 2012

Farbberatung

Herr Dinktoc, frisch zurück von der Dienstreise, hatte sich des Anzugs und der Krawatte entledigt und lümmelte in Räuberzivil auf dem Sofa. Für den Abend hatten wir Theaterkarten, und obwohl man da heutzutage nicht mehr mit Frack und Fliege auflaufen muss, sollten die einzelnen Kleidungsstücke wenigstens farblich zueinander passen, findet Frau Dinktoc; also entspann sich folgender Dialog:

Ich: "Ähm. Was willst du denn nachher ins Theater anziehen?"

Herr D.: "Ach, ein Hemd und Jeans, denke ich. Welches Hemd soll ich denn anziehen?"

Ich: "Du bist 46 Jahre, Elektroingenieur, du wirst doch wohl selber ein Hemd im Schrank finden können, das sich farblich nicht mit deinen Socken beisst?"

Herr D.:  "Meine Socken sind dunkelgrau. Gibt es eine Farbe, die sich damit beißt?"

Ich: "Keine Ahnung. Aber wenn, dann wirst du sie bestimmt finden!"


(Aus der Reihe: Nachteile des Ehelebens, insbesondere bei Heirat mit einer Eiflerin.)

Dienstag, 6. März 2012

Schöner Wohnen: neue Küchenstühle

Im vergangenen Spätherbst hatten Herr Dinktoc und ich Gelegenheit, uns bei einer Haushaltsauflösung ein paar Möbel auszusuchen. Unter anderem fanden wir da unseren idealen Küchentisch - der musste nämlich ganz klein und schmal sein, um in die Küche zu passen, und bisher hatte kein Möbelkatalog etwas im Angebot, was hinsichtlich Größe, Geschmack und Preis zusammengepasst hätte.
Das nun gefundene Schätzchen musste restauriert werden - es hatte z.B. eine Linoleumplatte (örks!). Seit 3 Wochen steht er nun in unserer Küche, sieht zwar gut aus, aber auch ein wenig einsam.
Ich hatte zwar schon mal das Internet bemüht, um nach Stühlen zu schauen. Etwas Leichtes, Schmales musste her. Das Design von Arne Jacobsen sagte mir ja sehr zu, der Preis seiner Möbel allerdings weniger ...
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Letzten Samstag kam ich von der vormittäglichen Erledigungsrunde (Apotheke - Lotto - Bücherei - Drogerie - Zoohandel) heim und dachte: endlich Wochenende! Dann fischte ich die üblichen 3 Fantastilliarden Prospekte aus dem Briefkasten und guckte flüchtig drüber. Der Blick blieb hängen am Prospekt eines Möbelhauses: Design, Material, Farbe, Maße der abgebildeten Küchenstühle sahen gut aus, der Preis noch viel besser. Kurzer Blick ins Internet: der nächstgelegene Markt der Kette befindet sich etwa 20 km entfernt. Nach kurzem Kampf mit dem inneren Schweinehund zog ich Schuhe und Jacke wieder an und machte mich auf den Weg.

In echt sahen die Stühle auch noch gut aus und wurden deshalb käuflich erworben. Am Sonntagvormittag wagte ich mich ans Aufbaupuzzle. Die nonverbale Aufbauanleitung sah aus wie eine Schatzkarte, wie sie die 5 Freunde zu finden pflegten.
Leider war jedoch Frau Dinktoc allein zu Haus, ohne Timmy-den-Hu-hu-und, nur mit zwei faulen, schlafenden Katzen, die keinerlei Hilfsbereitschaft erkennen ließen.
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Nach intensivem Anstarren der Karte und der Erkenntnis, dass das erste Teil, das in die Hand genommen werden muss, das mit "C" benannte war, zusammenzustecken mit E und H, gefolgt von G, F und I, also alles ganz logisch, war der Rest einfach, und nach relativ kurzer Zeit waren alle vier Stühle zusammengeschraubt.
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Zu jedem Schraubenpaket gehörte übrigens selbstverständlich auch ein 11er Schraubenschlüsselchen in der Qualität "einmal richtig in die Hand genommen, schon verbogen" und ein passender Imbusschlüssel. Jemand Bedarf?


Donnerstag, 1. März 2012

Siwitz

Im Büro. Unsere portugiesische Putzfrau möchte etwas wissen: "Warst du schon Siwitz?"

Ich: "Wie bitte?"

Sie: "Land! Mit Berge!"

Ich: "Ach, die Schweiz. Ja, da war ich schon mal vor vielen Jahren. Es ist schön dort."

Sie: "Mein Sohn, will er im Sommer da eine Woche wandern mit mir. Seine Frau fährt Mazedonien, dann er hat Zeit und will mit mir in Siwitz. Will wandern jede Tag mit Rucksack - gibt so Häuser - wie heißt?"

Ich: "Hütte? Eine Hüttenwanderung?"

Sie "Genau. Von Jütte zu Jütte. Mein Mann will nix mit. Will immer nur nach Portugal, sechs Wochen. Soll er fahren. Was soll ich Portugal!? Muss ich auch immer nur arbeiten. Gehe ich lieber eine Woche Urlaub in Siwitz und kann mit mein Sohn Portugiesisch babbeln!"

Ist sie nicht ein Goldstück?

Mittwoch, 15. Februar 2012

Leopolds liebste Lieblingsschublade


"Huhn in Soße? Rind in Karottengelee? Fisch mit Spinat in Béchamelsoße? Kalb und Pute mit Käse? Pastete mit Lachs? Immer diese Entscheidungen ...!"

Mittwoch, 8. Februar 2012

Katzen & Literatur ...

... gehören natürlich untrennbar zusammen, sind aber manchmal doch nur eingeschränkt kompatibel:


Im nächsten Moment kam die Pfote des Todes und schubste das Buch weg. Leider hatte ich eine Hand zu wenig, um das auch noch zu fotografieren. Den Platz des Buches nahmen anschließend gut 5kg rötlicher Pelz ein, ohne lesbare Beschriftung, dafür schnurrend und kuschlig warm. Manchmal setzen sich die Prioritäten halt von selbst!

Dienstag, 7. Februar 2012

Pharmakologie für Fleischesser

Herr Dinktoc hat schon den ganzen Tag Kopfschmerzen und ist jetzt plötzlich sicher, die Ursache gefunden zu haben.

Ich: "Es sind noch ein paar Champignons da, in der Truhe ist noch Blattspinat und frische Ravioli haben wir auch noch. Was hältst du davon zum Abendessen?"

Herr D.: "Das ist ja schon wieder vegetarisch! Bestimmt habe ich davon so einen Brummschädel!"

Ich: "Ja, ne, is klar!"

Herr D.: "Haben wir nicht noch Schinkenwürfel dazu? Wenn ich nur dran denke, lassen die Kopfschmerzen schon nach!"

Also, liebe Pharmaindustrie, entwickelt Kopfschmerztabletten mit Schinkengeschmack. Mehr Wirkstoffe sind nicht nötig.

Halt! Who comes there?

Im kommenden Sommer werden Herr Dinktoc und ich mal wieder unsere Anglophilie pflegen und in England Urlaub machen. Ein langes Wochenende in London, inklusive Party zum Diamond Jubilee der Queen,  und dann einige Tage quer durch Südostengland, um Homes & Gardens, Burgen, Landschaften, Museumseisenbahnen etc. etc. zu besichtigen. Wie üblich hat jeder von uns so viele Programmpunkte aufgelistet, dass man mindestens einen Monat Urlaub bräuchte, um alles anzuschauen. Die Debatten über Prioritäten und die Festlegung der endgültigen Route werden uns noch eine Weile in Atem halten, aber das steigert erfahrungsgemäß unsere Vorfreude deutlich mehr, als es die Buchung einer vorgefertigten Pauschalreise jemals könnte.
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Ein Programmpunkt ist allerdings schon festgelegt:


Die "Ceremony of the Keys" im Tower of London. Ein uralter Brauch, mit dem jeden Abend zeremoniell der Tower abgeschlossen wird. Der Eintritt ist sogar frei - eher ungewöhnlich im teuren London - man muss sich nur rechtzeitig vorher anmelden, was mir bei früheren London-Besuchen nicht gelungen war. Die Anmeldung gleicht nämlich auch einer uralten Zeremonie, will heißen, sie läuft völlig analog ab. Nix mit Online-Buchung, nein, man schreibt einen Brief (auf Papier! leserlich!) an das "Ceremony of the Keys Office", gibt zwei mögliche Daten an, unter Nennung des bevorzugten Tages, und muss nicht nur die Anzahl, sondern auch die Namen der Personen mitteilen.
Dem Brief legt man einen frankierten Rückumschlag bei. Nun kann man in Deutschland keine englischen Briefmarken kaufen, aber das Ceremony of the Keys Office weist freundlicherweise darauf hin, dass man ja internationale Postwertzeichengutscheine beilegen könne, zu bekommen bei Postämtern (aber nicht bei Postagenturen!). Zum Glück habe ich einen englischen Kollegen, der aus irgendeinem Grund einen Fundus an englischen Briefmarken vorrätig hat und gewillt war, mir eine 68p-Marke zu überlassen.
Vor knapp zwei Wochen habe ich dann den Brief geschrieben, und gestern war das Ticket da. Zusammen mit einem Hinweisblatt, das in wunderbar gepflegtem Englisch mitteilt, was uns erwartet: "Visitors will be admitted to the Tower of London under escort, via the West Gate, at 9.30 pm precisely. Late arrivals will not be admitted. The Ceremony will conclude at 10.05 pm after which all visitors will be escorted to the exit."
Das ist doch herrlich, ist es nicht? Ich freue mich sehr darauf.

Montag, 30. Januar 2012

Rührei aus der Mikrowelle

... gab es dann doch nicht. Aus Termingründen fand das Literaturkränzchen diesmal an einem Sonntag statt, im Rahmen eines sehr üppigen Brunchs.


Unsere E-mail-Anfragen, ob wir etwas zum Essen beisteuern sollten, damit die Vorbereitungsarbeiten nicht nur an einer Person hängenblieben, hatte die Gastgeberin mit dem Witz gekontert, so ein Rührei sei doch in der Mikrowelle schnell gemacht. Der mitlesende Ehemann nahm die Sache ernst und geriet darob in Sorge, sowas gehe doch nun wirklich nicht, das schmecke doch nicht und könne man niemandem anbieten. Der Arme hat sich natürlich eine Menge Spott anhören müssen, aber auch viel Lob, denn am frisch zubereiteten Rührei mit knusprigem Speck war nichts auszusetzen.  








Plötzlich drehte sich das Tischgespräch um Zahnpflegegewohnheiten, wann, wie oft, wie lange eigentlich die Zähne geputzt werden sollten und wie das so in der Realität aussieht. Frau K. wunderte sich dann auf einmal, wie um Himmels willen wir denn nun auf dieses Thema gekommen waren. Die versammelten Kurzzeitgedächtnisse funktionierten einwandfrei, und die Rekonstruktion der Gesprächskette möchte ich der Nachwelt nicht vorenthalten: Man sprach über den Kater der Gastgeber, der gerne Nachbars Hund besuchen geht. Bei diesem handelt es sich um einen Yorkshire-Terrier mit einer Kieferfehlstellung, einem Überbiss nämlich. Die Nachbarn hatten das Viech adoptiert, weil der Züchter es wegen dieses Defekts sonst hätte einschläfern lassen. Frau O. fühlte sich bemüßigt, anzumerken, auch sie habe als Kind einen Überbiss gehabt; zum Glück hat niemand damals erwogen, sie einschläfern zu lassen man hat ihr damals eine Zahnspange verpasst, die später zu Schäden an den Backenzähnen führte. Frau S. und Frau K. berichteten Ähnliches von ihren Kindern, und so landeten wir beim Zähneputzen.  
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Über Bücher haben wir dann tatsächlich auch noch gesprochen. Jahreszeitenangepasst über Karneval in der Literatur. Die meisten Bücher zu diesem Spezialthema dürften wohl in Venedig angesiedelt sein, aber den ein oder anderen Mainzer Regionalkrimi gibt es auch. Und natürlich von Rosendorfer die "Neuen Briefe in die chinesische Vergangenheit", wo der Held Kao-Tai mitten im Kölner Karneval landet und sich niemand über seine Mandarin-Gewänder wundert, sondern sie im Gegenteil für eine besonders gelungene Verkleidung hält. edit: Frau O. weist zu Recht darauf hin, dass "Die Fastnachsbeichte" von Zuckmayer ebenfalls genannt wurde - hiermit ins Protokoll aufgenommen.


Der Kater machte schließlich sehr deutlich, dass Gespräche über Zahnpflege und selbst über Bücher für ihn persönlich uninteressant seien und man doch bitte diese blöden Blumen, von gedankenlosen Menschen vom übervollen Tisch auf die Fensterbank ausgelagert, entfernen möge, damit er sich wie gewohnt ausstrecken und seinen Fensterbrettmittagsschlaf genießen könne. Dabei wollten wir ihn nicht stören und lösten nach ziemlich genau 3 Stunden Daueressen die Runde auf.
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Aufs nächste Kränzchen freue ich mich schon, es darf aber ruhig weniger Kalorien haben!

Freitag, 13. Januar 2012

Informationstechnologische Botanik

Beim gestrigen Stammtisch bedauerte Herr C.G. sehr bald, uns von den Problemen mit dem Dach seines Hauses erzählt zu haben. Es handelt sich um ein Pultdach, das nicht wie gewöhnliche Dächer mit Ziegeln belegt wird, und fertig ist die Laube, sondern es ist zur Begrünung vorgesehen und daher müssen Wassersperrschichten und Folien und und Wurzelsperrer und was weiß ich noch aufgebracht werden, sehr kompliziert, und Herr C.G. befürchtete Pfusch am Bau.
Die konstruktiven Vorschläge der Stammtischmitglieder werden nicht wirklich hilfreich gewesen sein. Angefangen hatte es mit der Idee, eventuell von oben durch die Decke wucherndes Baumwurzelwerk als Kronleuchter Verwendung finden zu lassen; getoppt wurde dies vom Vorschlag, dann aber gleich vorausschauend einen Plus-Minus-Baum zu pflanzen, mit einer Pluswurzel nämlich und einer Minuswurzel, damit das mit der Stromzufuhr für die Glühbirnen auch so richtig klappt.
Da Herr C.G. beruflich "was mit Computern" macht und daher gerne auch mal als unser IT-Schamane bezeichnet wird, beinhalteten die weiteren Vorschläge zur Dachgestaltung das Aufbringen von Internetmulch und das Anpflanzen von Wifi-Büschen. In die Debatte über weitere Möglichkeiten wie die Verwendung von W-Lan-Kabeln und die Vermeidung von abstürzenden Maulwürfen platzte der Kellner mit der stattlichen Gesamtrechnung für 6 Personen und löste Überlegungen aus, wie man diese Rechnung nun doch mal beim Finanzamt geltend machen könnte. Der externe Stammtischgast hatte die beste Idee für den notwendigen Besprechungszweck: "Schädlingsbekämpfung in Höhenlagen"!

Montag, 9. Januar 2012

Drogentest, Teil 2


Gestern abend wurde pflichtbewusst der zweite Teil des Drogentests absolviert. Die beiden von Herrn Pathologen mitgebrachten afrikanischen Stouts mussten ihrer vorherbestimmten Verwendung zugeführt werden.  Da die eine Sorte 6 und die andere sogar 7,5% Alkoholgehalt aufwies, beschlossen wir in weiser Voraussicht, gleichzeitig ein deftiges Abendessen zu uns zu nehmen, um die Folgen möglichst zu minimieren. Besondere Gelegenheiten erfordern eben besondere Maßnahmen (wie eine meiner Lieblingsbloggerinnnen postulierte), und so wurde diesmal ausnahmsweise das passende Essen zum vorhandenen Getränk ausgesucht: Szegediner Gulasch mit Kartoffelklößen, letztere handgedreht von Herrn Dinktoc.  
Diese Grundlage war auch nötig, denn die Biere stiegen doch recht schnell zu Kopfe. Das Castle hat mir recht gut geschmeckt, obwohl ich kein großer Fan dunkler Biere bin, aber beim "Legend" finde ich, es sollte im Reich der Mythen & Legenden bleiben. Die Bitternote war mir doch etwas zu stark. Herr Dinktoc war von beiden Sorten recht angetan und meinte, die zusammen dreizehneinhalb Umdrehungen wären genau das richtige vor seinem heute erfolgten Abflug nach Arabistan und damit elf Tage völliger Abstinenz. Genug Zeit, den Restalkohol abzubauen!