Freitag, 25. März 2011

Stammtisch verwechsel dich!

Der gestrige Stammtisch war von einem "Velwecherungsvuris" befallen: erst brachte der Wirt beinahe das heißersehnte Bier an den falschen Tisch, dann erinnerte ein Stammtischbruder an die bevorstehende Sommerzeit und empfahl allen, an das Umstellen der Telefone zu denken. Ein anderer Stammtischbruder begann ein wenig umständlich (und dabei auch noch nuschelnd) von der im Juni geplanten Hochzeit von Bekannten zu erzählen; wir hatten ihn aber alle so verstanden, dass es um seine eigene Heirat ginge. GANZ grosses Hallo bis zur Klärung des Missverständnisses, gehört der fragliche Mensch doch zu des Stammtischs hartnäckigsten Junggesellen!
Zum guten Schluss, beim Bezahlen, informierte eine Stammtischschwester den Wirt, sie habe ein "weizenfreies Alkohol" getrunken. Ein Wunder, dass wir alle den Weg nach Hause noch gefunden haben ...

Donnerstag, 24. März 2011

Gestern in der Muckibude ...

... lief mir Conan, der Barbar, wieder über den Weg. Diesmal hatte er auch seinen Vater mitgebracht. Die Ähnlichkeit ist unglaublich: Gesicht, Frisur, Größe (bzw. Kleine - für das Erreichen von 165 cm bräuchten die beiden schon Sportschuhe mit Absatz), Körperbau, Gestik, Mimik, die Art, sich zu bewegen. Der einzige Unterschied sind einige Falten und ein paar graue Haare beim Senior. Und der Barbarenvater hört sogar auf den gleichen Namen wie sein Sohn: "Ey-Alda!"

Mittwoch, 23. März 2011

Ein Mann und zwei Büstenhalter

Als ich vor zwei Wochen in Belgrad war, habe ich natürlich auch unseren serbischen Freund getroffen. Er hat mir eine wundervolle Geschichte erzählt, die ich der Welt nicht vorenthalten möchte:
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Der Freund, nennen wir ihn Zlatko, hat seinerseits einen guten Freund, nennen wir ihn Ivo. Zlatko und Ivo haben jeder eine Ehefrau, beide mit der gleichen BH-Größe. Ivos Frau brauchte eines Tages kurzfristig einen schwarzen BH, und weil sie keinen hatte, lieh sie sich einen von Zlatkos Frau. Das brachte Ivo auf die Idee, seiner Frau einen schicken schwarzen BH zu schenken. Weil er sich aber allein nicht ins Wäschegeschäft traute, bat er Zlatko, mitzukommen. Die Männer zogen also los, aber vor der Tür des Lingerieladens verließ Ivo endgültig der Mut. Zlatko musste alleine einkaufen gehen. 
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Kundinnen im gutbesuchten Laden und Verkäuferinnen waren begeistert, dass endlich mal ein Mann unbefangen nach einem BH suchte, eine Verkäuferin beriet und diskutierte, und man fand bald ein hübsches Exemplar von Büstenhalter. Nun hatte Zlatko die spontane Idee, seiner Frau auch einen solchen BH mitzubringen und bat daher die Verkäuferin, zwei Stück einzupacken.
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"Oh", sagte die Verkäuferin, "wollen Sie dann nicht einen anderen nehmen, wegen der Abwechslung?"
 "Nein", sagte Zlatko, "das geht schon in Ordnung. Einer ist für meine Frau und einer für eine Freundin."
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Erst die plötzliche Totenstille im Laden machte ihm bewusst, was er da gerade gesagt hatte ...
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Die Geschichte hatte aber noch ein Nachspiel - etliche Wochen später betrat Zlatko den Laden, um mal wieder etwas Hübsches für seine Frau auszusuchen und wurde begrüßt: "Ach, Sie sind es! Kaufen Sie heute etwas für Ihre Frau oder Ihre Freundin?!"

Donnerstag, 17. März 2011

Besuchen Sie Europa!

Durch meine Reise nach Belgrad fiel mir wieder ein, was ich mir als ca. 12-jährige mit der Nase im Atlas mal vorgenommen hatte: alle europäischen Hauptstädte zu bereisen. Ein paar hatte ich als Teenager dann auch schon geschafft, da fiel die Mauer und anschließend der ganze Ostblock; und über Jahre hinweg gab es alle Nase lang neue Staaten mit neuen Hauptstädten. Ich kam nicht mehr hinterher. In den letzten Jahren habe ich, auch mithilfe einiger Dienstreisen, wieder etwas aufgeholt. Zeit für eine Zwischenbilanz. Ich bin selber auf den Stand der Dinge gespannt ... fangen wir also mit der Liste an. Durchgestrichen sind alle bereits besuchten Städte.
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Reykjavik, Dublin, London, Paris, Andorra la Vella, Madrid, Lissabon, Monaco, Rom, San Marino, Vatikanstadt, Valletta, Bern, Vaduz, Wien, Brüssel, Amsterdam, Luxemburg, Berlin (und Bonn auch! waren das noch Zeiten!), Kopenhagen, Oslo, Stockholm, Helsinki, Warschau, Vilnius, Riga, Tallinn, Moskau, Minsk, Bratislava, Prag, Budapest, Bukarest, Chisinau, Kiev, Sofia, Athen, Nikosia, Tirana, Skopje, Podgorica, Belgrad, Sarajevo, Zagreb, Ljubljana.
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Zähl-zähl-zähl ... Immerhin 16 von 45, ein gutes Drittel ist also geschafft. Da ich inzwischen bereits mehr als die Hälfte meiner statistischen Lebenserwartung erreicht habe, sollte ich mich mit dem Rest wohl etwas beeilen!  

Mittwoch, 16. März 2011

Kreuzzug

Die Planung für das übernächste Wochenende steht an.
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Frau Dinktoc: "Wollen wir am Sonntag bei der Wanderung mitmachen, die R. organisiert hat? Dann müssen wir um halb elf in Bingen sein."
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Herr Dinktoc: "Sonntag müssen wir wählen gehen!"
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Frau D.: "Das dauert drei Minuten, das können wir locker erledigen, bevor wir losfahren!"
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Herr D.: "Gar nicht wahr! Du kannst bis zu zweiundachtzig Kreuzchen machen, das dauert länger."
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Frau D.: "Dann dauert es halt sechs Minuten. Die Wahllokale machen um 8 Uhr auf, das sollte doch wohl mehr als genug Zeit sein."
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Herr D.: "Da schlafe ich noch!"
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Frau D.: "Und der Bäcker macht um halb acht auf, dann könntest du vorher Brötchen -"
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Herr D.: "Da schlafe ich noch!! Geh DU die Brötchen holen und mach meine Kreuzchen für mich mit."
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Frau D.: "Ich werde 82 Kreuzchen auf deine Haut machen!!!"
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Herr D.: "Uijaaa! Bitte mit Nutella!"

Griechisch Weißenburg


Das war bis Mitte des 15. Jahrhunderts der deutsche Name von Belgrad; und eben dorthin hat mich letzte Woche eine Dienstreise verschlagen. Der moderne Name "Belgrad" bedeutet übrigens auch nichts anderes als "weiße Burg", da hat sich nichts geändert. An der Burg bzw. Festungsanlage schon - weiß ist sie nicht mehr, eher bräunlich-grau, in einem großen Park mit Bäumen und an diesem beinahe frühlingshaften Spätnachmittag gut besucht.
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Nach Hinflug am Mittwochnachmittag und diversen Besprechungen am Donnerstagmorgen und -nachmittag blieb vor dem Abendprogramm tatsächlich noch eine Stunde übrig, um einen Blick auf die Stadt zu werfen. Die Festung bewacht nach wie vor den Zusammenfluss von Save und Donau und bietet einen tollen Blick auf die Flusslandschaft. Die Hochhäuser von "Neu-Belgrad" im Hintergrund kann man da fast ignorieren.
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Die Stadt ist interessant, ein paar wunderbar sanierte alte Gebäude, einige neue, schicke Bürotürme und viele schäbige Bauten aus den frühen Sechziger Jahren. Wie in so vielen ex-sozialistischen Ländern sind die Eigentumsverhältnisse immer noch weitgehend ungeklärt, und so investiert niemand in die Bausubstanz.
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Das äußerst lebendige Straßen- und Kneipenleben lässt die Schäbigkeit vergessen. Belgrader gehen gerne raus, sowohl schaufensterbummeln als auch essen, trinken, tanzen. An einem ganz normalen Wochentag waren die Restaurants brechend voll, mit Livemusik bis ziemlich spät (das Morgengrauen am Freitag ist nicht meteorologisch zu verstehen - 2 Uhr 37 ist einfach keine anständige Zubettgeh-Zeit). Trotzdem waren wir pünktlich bei unserer Freitagmorgenbesprechung. Wie gut, dass man sich als Frau schminken darf, das gibt einem die Chance, die Augenringe wenigstens ansatzweise zu verstecken.
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Nicht nur mir, auch einer Kollegin ist aufgefallen, dass es in Belgrad sehr viele sehr gut aussehende Menschen gibt und beinahe ebenso viele, die ausgesprochen hässlich sind. Nur die "normalen" scheinen in der Minderzahl zu sein (oder aber ausgerechnet die waren zu Hause geblieben). Außerdem sieht man häufig streunende Hunde und - seltener - Katzen, die aber nicht so scheu sind wie anderswo. Leben und leben lassen scheint die Devise. Im Festungspark lag ein großer Hund mitten auf einem Weg und sonnte sich; und alle Menschen gingen wie selbstverständlich und ganz entspannt an ihm vorbei.
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Mittwochabend hatten wir in einem Restaurant in einem alten serbischen Bauernhaus gegessen - mit passender Einrichtung: alte Holztische und Bänke mit bunten Kissen, Schränke mit Bauernmalerei und alte Emailtöpfe als Dekoration. Die schlafende schwarz-weiße Katze in der Ofenecke erschien da beinahe selbstverständlich. Sogar zwei Perlhühner gackerten in der Wirtsstube umher. Das Essen: solide serbische Hausmannskost. Sehr zu empfehlen. Aber Vorsicht mit dem Knoblauch!
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Auf Hin- und Rückflug gab es für die Geographin ein Extra-Bonbon: gute Sicht auf die Alpen. Das Schönste am Fliegen ist für mich immer noch die Aussicht wie auf eine Landkarte, und über schneebedeckten Bergen ganz besonders.
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Mal schauen, wo die nächste Dienstreise hinführt ...

Dienstag, 8. März 2011

Herrlich! Herrlich! Herrlich!

Alaaf! Dieses Jahr habe ich Karneval so intensiv gefeiert wie schon lange nicht mehr. Zur guten Stimmung hat bestimmt auch das Superwetter beigetragen. 5 Tage Sonne und blauer Himmel, wunderbar.
Weiberdonnerstag war ich wie immer in Bonn, mit der Freundin um die Häuser oder besser in die Kneipe ziehen und tanzen, bis die Füße daran erinnern, dass man nicht mehr zwanzig ist. Freitagmorgen dann ein gemütliches Frühstück mit Tratsch & Klatsch und reichlich Kaffee; und dann ging es wieder nach Hause.
Karnevalssonntag sind wir relativ spontan in die Eifel gefahren, Mittagessen bei den Eltern und dann ab in den Nachbarort, Umzug gucken und anschließend "After-Zoch-Party" (so heißt das neudeutsch, leider!) im Zelt. In dem Dorf habe ich schon über 20 Jahre keinen Karneval mehr gefeiert. Hätte ich besser mal gemacht - es war eine tolle Party und wir sind deutlich später Richtung Heimat aufgebrochen, als wir eigentlich vorhatten. Und das letzte Bier war nicht ganz in Ordnung (ähem). Sogar der zwangskarnevalisierte, hessische Herr Dinktoc hat sich amüsiert (auch wenn er die kölschen Karnevalslieder nicht mitsingen kann).
Rosenmontag, auch spontan, waren wir wieder in Bonn zum Rosenmontagszug und Auf-der-Straße-tanzen, bis die Füße ... siehe oben. Abends zu Hause wollten wir dann noch die am Wochenende auf den Festplattenrecorder gebannte Stunksitzung anschauen, aber nach einer guten Stunde haben wir das abgebrochen wegen zufallender Augen. Das Schlafdefizit ist auch heute noch nicht ganz behoben. Was soll's! Das war ein rundum gelungenes Wochenende.

Das Tomatentier

Herr Dinktoc kreuzt durch die Küche und interessiert sich für meine Vorbereitungen zur Herstellung einer Ratatouille: "Was ist denn das?"
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Ich: "Die Tomaten? Die habe ich mit kochendem Wasser überbrüht und werde sie gleich häuten."
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Herr D.: "Die armen Viecher!"

Montag, 28. Februar 2011

Kücheneinweihung (2)

Daaaaamals, vor dem Krieg, im April 2010 nämlich, hatte ich doch den Kommentatorenwettbewerb ausgelobt (Vorschläge zur Kücheneinweihungsbekochung), und einer der Gewinner war Briderchen.
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Nach einem knappen Jahr war es uns doch tatsächlich gelungen, endlich einen Termin zu finden, so dass ich am Samstagabend den
gewünschten "guten Braten", also einen Schweinerollbraten mit Füllung, sowie Nudelsalat nach Mama Dinktocs Rezept auf den Tisch gebracht habe.

Als Nachtisch war Kuchen bestellt: Puddingstreusel. Natürlich nach dem von Oma ererbten Familienrezept. Die ältere Verwandtschaft schwärmt heute noch von ihrem Hefekuchen, obwohl Oma schon seit über 20 Jahren nicht mehr lebt. Es ist auch, trotz genauester Rezeptbefolgung, noch niemandem gelungen, einen derart leckeren Streuselkuchen zu produzieren. Wir üben alle noch.
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Am Samstag ist er mir aber doch recht gut geraten; ordentlich aufgegangen und mit knusprigem Streusel.

Die Herren Briderchen und Dinktoc haben sich zur Qualität des Aufgetischten nicht groß geäußert. Was bei Ingenieuren meist bedeutet, dass es schmeckt. Ich vermute, in Technikerhirnen löst der Essvorgang eine mechanische Blockade des Sprachzentrums aus. Zumindest bei Männern. Bei Ingenieurinnen wird die Blockade durch weibliche Multi-taskingfähigkeit kompensiert.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Das getanzte Frikadellenbrötchen

Literaturkränzchen, das dritte. Gestern abend ging es mal wieder um Krimis (es geht irgendwie immer um Krimis!), um die literarischen und die, die tagtäglich im Büro stattfinden. Die letzten Kinobesuche fasste man im sehr weiten Sinn auch unter Literatur und hechelte sie ausgiebig durch (Quintessenz: "Tron": zu Hause bleiben. "The King's Speech": auf jeden Fall ansehen.).
Von den gesehenen Filmen wanderte das Gespräch zu den noch zu sehenden, und da haben Frau O. und Frau K. auf jeden Fall den neuen Wim Wenders auf der Liste - "Pina" über Pina Bausch und ihr Tanztheater. Die Frage kam auf, wie man solch Tanztheater auf das tägliche Leben anwenden könne: Frau O. und Frau K. dachten ernsthaft über die Möglichkeit nach, wie man in der Mittagspause an der Supermarkt-Metzgertheke den Wunsch nach einem Frikadellenbrötchen tänzerisch ausdrücken könnte. Ich hoffe, sie sagen mir vor der Aktion Bescheid - da würde ich nämlich zu gerne dabei sein, in sicherer Entfernung selbstverständlich ('ich kenne diese Frauen nicht, nein, nie gesehen!' *fingerkreuz*). Nur eine Frage ist noch offen: wie tanzt man "mit Senf" bzw. "ohne Senf"?