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Montag, 9. Mai 2016

Der Holzmensch liefert Ware an, und wir wollen wissen, wann!

Vor zwei Wochen beehrten Herr Dinktoc und ich eine Holzlieferfirma und orderten Deckenpaneele und Parkett sowie das jeweilige Zubehör. Wir bekamen die Auftragsbestätigung und eine Rechnung für eine Anzahlung zugesandt sowie die Information über den Liefertermin: 10. Mai.

Vergangene Woche fragte Herr Dinktoc telefonisch beim Verkäufer nach, ob man uns denn eine ungefähre Uhrzeit der Lieferung nennen könne? Das würde der Disponent tun, einen Tag vorher. Aha.

"Ein Tag vorher" ist heute. Das Telefon klingelte: nicht.

Um 16.20 Uhr beschloss ich, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich hatte zwar meinem Chef schon die Wahrscheinlichkeit meines späteren Erscheinens bzw. früheren Gehens für den morgigen Tag erläutert, aber ein bisschen genauer wollten er und ich es dann doch noch wissen.

Also: Verkäufer anrufen, denn eine Disponententelefonnummer hatte ich nicht.

*ring ring* *ring ring*
*ring ring* *ring ring*
*ring ring* *ring ring*
*ring ring* *ring ring*

Weibliche Stimme: "Holzfirma Brettkopf, Frau Wenigahnung, was kann ich für Sie tun?"

Frau D.: "Guten Tag, mein Name ist Dinktoc, ich habe bei Ihnen Material bestellt, das morgen geliefert werden soll, und ich möchte gerne eine ungefähre Uhrzeit wissen, damit ich das mit meiner Arbeit organisieren kann. Die Auftragsnummer ist 123-sowieso."

Frau Wenigahnung: *tastaturklapper* *schweig* *tastaturklapper* *schweig*

Frau D.: "Hallooo?"

Frau Wenigahnung: "Einen Moment noch!" *tastaturklapper klapper* "Also. Ja, Ihre Ware wird morgen geliefert. Aber ich weiß nicht, wann genau. Das weiß die Disposition. Ich gebe Ihnen die Telefonnummer, zuständig ist Herr Mustermann."

Frau D.: *notiert Telefonnummer* (und stellt anhand der Vorwahl fest, dass das Lager offenbar außerhalb der großen Stadt ist) "Danke, tschüß." *wählt Telefonnummer von Herrn Mustermann außerhalb der großen Stadt*

*ring ring* *ring ring*
*ring ring* *ring ring*
*ring ring* *ring ring*
*ring ring* *ring ring*
*ring ring* *ring ring*
*ring ring* *ring ring*

Männliche Stimme, sehr laut: " Holzfirma Brettkopf, hier schrwffm-rausch-hrsssch."

Frau D.: "Guten Tag, hier Dinktoc, spreche ich mit Herrn Mustermann?"

Mann: "NEIN, HIER IST BRÜLLSPRECH! DER MUSTERMANN IST GRAD NICHT DA!"

Frau D.: "Ok, da war so ein Rauschen in der Leitung, ich hatte den Namen nicht verstanden. Vielleicht können Sie mir helfen? Ich habe Material bla bla blablaabla. Morgen. Wann?"

Herr Brüllsprech: "NÄ, DAS WEISS ICH NICHT! ABER DER HERR SCHILLING IST SEIT HEUTE WIEDER FÜR DIE DISPOSITION ZUSTÄNDIG, DER WEISS DAS! SEINE DURCHWAHL IST 0815! SCHILLING! WIE ZWILLING, NUR MIT S!C!H!"

Frau D.: "Danke. Können Sie mich nicht durchste-" *klack, Herr Brüllsprech hat aufgelegt* *wählt Telefonnummer von Herrn Schilling wie Zwilling mit S!C!H!, die sich nur in den letzten zwei Ziffern von der des Herrn Brüllsprech unterscheidet*

*ring r-*

Männliche Stimme: "Holzfirma Brettkopf, Schilling, guten Tag."

Frau D., leicht erschöpft: "Guten Tag, Dinktoc. Ich habe Material bestellt, bla blablubb. Wann? Morgens, mittags, abends?"

Herr Schilling: "Wie heißt denn nochmal Ihr Wohnort? Ach so, steht ja hier." *murmel murmel lautdenk 'um halb acht fahren die hier weg, dann um neun da, und dann, und hier, ach so, *raschel* hmhm' Also, das wird wohl so am späten Vormittag ankommen."

Frau D.: "Aha. Das wäre also so zwischen 10 und 12?"

Herr Schilling: "Der Fahrer ruft Sie sowieso etwa eine halbe Stunde vor Ankunft an!"

Frau D.: "Eben. Ich arbeite in F., von da brauche ich ca. eine halbe Stunde nach Hause, wenn's gut läuft, das könnte also knapp werden. Genau deshalb will ich ja wissen, wann ungefähr die Lieferung kommt, damit ich meine Arbeit entsprechend organisieren kann."

Herr Schilling: "..." *offenbar sprachlos angesichts einer arbeitenden, organisationsfähigen Frau* "Äh, äh ahem. Also eher zwischen 11 und 13 Uhr." *klack*

Donnerstag, 4. September 2014

Gelobt sei die IT-Schamanin

Ab und zu muss soll will man ja sein Smartphone updaten. Solches begann ich gestern. Das Smartphone rödelte auch hübsch vor sich hin, "update prüfen", "update durchführen", soweit alles klar. Plötzlich tat das Smartphone aber gar nix mehr. Weder mit Wisch noch mit Weg ließ es sich irgendeine Äußerung entlocken. Also abgestürzt.
 
Der Apfel-erfahrene Nutzer weiß Bescheid und macht das Ding erstmal aus, zählt genau wie beim Scharfmachen einer Handgranate langsam einundzwanzig ... zweiundzwanzig ... dreiundzwanzig und schaltet das Handy wieder ein.
 
Es erscheint das Display mit der Nachricht "Sim-Karte gesperrt. Zum Entsperren streichen." So weit, so normal. Ins angezeigte Ziffernfeld gibt man die Sim-PIN ein und es passiert: nichts. Kein "Code akzeptiert" oder "Code falsch", sondern einfach nur vier wieder leere Eingabefelder. Hm.
 
In der Annahme, dass ich aufgrund fortschreitenden Alters die Sim-PIN nicht mehr richtig erinnerte, legte ich den Apfel beiseite und ging bis zum Feierabend einer Tätigkeit im Sinne meines Anstellungsvertrages nach. Zu Hause wurde aus dem Aktenordner die Mitteilung des Providers über die Sim-PIN hervorgewühlt, und siehe da: ich hatte die richtige Nummer im Kopf, aber das Handy wollte sie nicht fressen. Nach zwei, drei weiteren Versuchen kam lediglich die Nachricht, das Handy sei nun deaktiviert. Es war also offenbar die falsche Nummer, aber ich war mir ganz sicher, diese PIN niemals geändert zu haben.
 
Der telefonisch kontaktierte IT-Schamane aus dem Freundeskreis konnte keine Ferndiagnose stellen; allerdings ist er auch kein Apfel-Schamane, sondern huldigt anders programmierten Kulten. Den Rest des Abends verbrachte ich grummelig ohne das geliebte Twittergerät.
 
Zum Glück arbeite ich in einer Stadt mit Apple-Store, und so nutzte ich die heutige Mittagspause zu einem Besuch dortselbst. Der zuerst angesprochene blaugewandete Apfelschamane ließ sich das Problem schildern und sprach dann nur noch mantraartig "Aber Sie MÜSSEN die PIN irgendwann geändert haben!" (*zähneknirsch*) und meinte, da müsste wohl ein Techniker ... aber einen Termin gäbe es frühestens nächste Woche ...  Ich muss wohl sehr mitleiderregend geguckt haben, denn plötzlich meinte er, ich könne "mal kurz" noch eine Kollegin von ihm fragen; und rief die Dame an. Die ebenfalls blaugewandete Oberapfelschamanin hörte sich das Problem an, guckte aufs Display und meinte dann nur, ich sollte doch zuerst mal den Geräte-Zugangscode eingeben, nach der Sim-PIN würde doch erst danach gefragt.
 
Bingo.
 
So einfach, dass vorher keiner dran gedacht hat. So einfach, dass es schon peinlich ist. Nach dem Update sah die Eingabemaske so anders aus als sonst, und oben links stand was von "Sim-PIN", dass ich überhaupt nicht mehr an den Zugangscode gedacht hatte. Die Apfelschamanin scheint es jeden Tag mit solchen Smartphone-Legasthenikern zu tun zu haben, dass sie sofort diesen einen Schritt weiter zurück dachte und trotzdem in keiner Weise überheblich wirkte. Uff. Und danke.
 
Also: Twitter, sei gewarnt, ich bin zurück!
 
 
N.B. Auf dem Rückweg aus der Apfelkathedrale kam ich übrigens an der größten städtischen Buchhandlung nicht vorbei; da mussten als Frustabbau- und Peinlichkeitskompensationsmaßnahme noch dringend zwei Bücher erworben werden.

Mittwoch, 20. November 2013

Jahresendzeitstimmung

Ein Bekannter erzählt, seine Firma richte keine Weihnachtsfeier mehr aus, sondern eine "Jahresendfeier". Die Umbenennung soll angeblich der Integration nicht-christlicher Menschen dienen. 

Diese Art vorgeblicher politischer Korrektheit finde ich, mit Verlaub: Kacke! 

Bei uns in der Firma arbeiten Leute aus fast 30 Nationen, und ich habe noch keinen chinesischen oder algerischen Kollegen sich beschweren hören, dass hier, im Büro in Deutschland, nach wie vor eine Weihnachtsfeier stattfindet. Die Büros in Jeddah, Moskau und Neu-Delhi arbeiten während der westeuropäischen Weihnachtszeit, und deutsche Kollegen vor Ort arbeiten mit. Dafür haben sie am orthodoxen Weihnachtsfest, am Opferfest, an Divali frei.

Ins Ausland entsandte Kollegen haben die vor Ort üblichen Arbeitszeiten und Feiertage. Das ist hier seit Jahrzehnten Usus, einfach, weil es am praktischsten ist und weil es eben auch eine Respektsbezeugung ist, im Ausland die dortigen Feste mitzufeiern und sich am lokalen Brauchtum zu beteiligen.

Wenn ich hier kurz vor Weihnachten selbstgebackene Plätzchen und kleine Schokonikoläuse in die Firma mitbringe, freut sich der irakische Kollege darüber genauso wie der französische. Oder soll ich dem türkischen Kollegen keinen Schokoweihnachtsmann anbieten, bloß weil er den eventuell als christliches Symbol verstehen könnte? Und was ist mit dem deutschen Atheisten, der aber trotzdem gerne Schokolade isst?

Warum beschneiden wir uns selber unserer Buntheit? Integration bedeutet doch wohl nicht, alle Farben solange auszuwaschen, bis nur noch ein labberiges Einheitsgrau übrig ist, ein fades, nichtssagendes, bedeutungsloses Etwas, mit dem sich niemand mehr identifizieren kann.

Außerdem stellt sich mit dem Begriff "Jahresendfeier" die politische Korrektheit geradezu selbst ein Bein: Das Jahr geht zu Ende, ja: in der westlichen Welt. Das Jahr 1435 islamischer Zeitrechnung hat vor zwei Wochen angefangen; das Jahr 5774 der jüdischen Zeitrechnung begann dieses Jahr an unserem 4. September. Das chinesische Neujahr findet am 31. Januar 2014 christlicher Zeitrechnung statt, das kurdische Neujahr fällt auf die Tag-und-Nachtgleiche im Frühjahr. Diese Eurozentrik grenzt an Neo-Kolonialismus und ist umso schlimmer, da sie im Mäntelchen der politischen Korrektheit daherkommt.

Um mich wieder zu beruhigen, werde ich jetzt Jahresendplätzchen backen.

Mittwoch, 13. November 2013

Anruf aus Merkwürdistan

Da kommt man Sonntagabend aus dem Urlaub und findet auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht des Tierheims: "... es geht um Ihren Kater Leopold, den Sie vor einiger Zeit [vor fast 3 Jahren!] von uns übernommen haben. Keine Sorge, nichts Schlimmes, bitte mal zurückrufen."

Man macht sich natürlich trotzdem Sorgen und ruft am Montagmorgen im Tierheim an. Es stellt sich heraus, dass sich vor kurzem der Vorbesitzer des Herrn Leopold gemeldet hat, und es wäre ihm ja klar, dass der Kater ein neues Zuhause hat, und er wolle ihn ja gar nicht zurück, aber seine Tochter würde das Tier ja so vermissen und würde Leopold so gerne noch einmal sehen, um sich zu verabschieden. Dieser Mensch hat so lange auf die Tierheimdame eingeredet, bis sie zugesagt hat, bei uns nachzufragen, ob wir damit einverstanden wären.

Sind wir nicht.

Was ist das für eine merkwürdige Anfrage? Nach fast 3 Jahren, in Worten DREI JAHREN, die Leopold schon bei uns ist, fällt dem Menschen ein, mal beim Tierheim nachzufragen? Der Kater wurde seinerzeit in Mainz auf der Straße gefunden und ins Tierheim gebracht, wo er mehrere Wochen (!) saß, bis wir ihn adoptierten (oder eher: er uns, aber das ist eine andere Geschichte). Wenn die Tochter ihren Kater so vermisste - was ich ja nachvollziehen kann - warum hat der Vater damals nicht das Naheliegendste getan und die Tierheime der Umgebung abtelefoniert?

Für die Tochter tut's mir schon ein bisschen leid, aber ich möchte einfach meine Telefonnummer und Adresse nicht an solch seltsame Menschen geben. Meine Befürchtung (und auch die der Tierheimdame, das war zwischen den Zeilen zu hören) ist, dass wir dann zukünftig jede Woche mit einem Anruf rechnen müssten, ob es dem Leopold denn wirklich gut geht und ob man ihn nicht mal wieder besuchen darf und ob und ob und was weiß ich. Will ich nicht.

Wie seht ihr das?

Donnerstag, 15. September 2011

Die Farbe von Strom? ZORNROT!

Herr Dinktoc liest regelmäßig den Stromzähler ab und teilt unserem Stromanbieter online den Zählerstand mit. Nichtsdestotrotz liegt ebenso regelmäßig eine Karte im Briefkasten, ein Ableser sei da gewesen, habe niemanden angetroffen (wie denn auch mitten an einem Werktag!) und würde zwei Tage später wiederkommen, zwischen 14 und 16 Uhr, wenn natürlich wieder niemand zu Hause sein wird. Alternativ kann man eine Handynummer anrufen, um den Zählerstand durchzugeben, oder eine Festnetznummer mit Anrufbeantworter, bei dem man sein Sprüchlein loswerden kann.
Vorgestern war es mal wieder so weit. Karte im Briefkasten mit der Ankündigung, heute wiederzukommen. Frau Dinktoc liest also gestern den Zähler ab, ruft den Anrufbeantworter an, sagt Name, Adresse, Zählernummer und -stand, weist darauf hin, dass sie heute nicht zu Hause sein wird und hinterlässt auch noch ihre Handynummer für allfällige Rückfragen. Natürlich findet sie heute trotzdem eine Meckerkarte im Briefkasten, dann müsse man ggf. den Verbrauch eben schätzen.
Mit bedenklich geschwollener Halsschlagader ruft Frau Dinktoc die Handy-Nummer an. Tut-tut-tuuuut "Zur Zeit ist niemand erreichbar. Sie können nach dem Ton eine Nachricht hinterlassen." Doch leider folgt kein Ton, sondern nach ein paar Sekunden Stille die englische (!) Durchsage "The Mailbox is Full. Please try again later." Die Halsschlagader changiert ins Dunkelblaue, als Frau Dinktoc den Anrufbeantworter anruft und dabei in Gedanken schon mal einen Text formuliert, der die elektronischen Ohren hätte erröten lassen. Auch hier aber kommt sofort die Ansage, das Band sei voll, danach wird die Verbindung abgebrochen. Die Halsschlagader zeigt erste Anzeichen eines Aneurysmas. Im Internet findet Frau Dinktoc die "Servicenummer" des eigentlichen Stromanbieters heraus, denn natürlich ist die Ablesefirma nur der Subunternehmer eines Tochterunternehmens des Stromanbieters, der übrigens der öffentlichen Hand (also auch mir!) gehört. Der Anruf dort bringt genau gar nichts, denn, man ahnt es, eine Bandansage teilt mit "Leider rufen Sie außerhalb der Geschäftszeiten an". Sonst nichts.
Während der Geschäftszeiten, also vermutlich am fünften Tag nach Vollmond zwischen 7 und 7.30 Uhr, wird Frau Dinktoc dort nicht anrufen können, sie muss ihre geplatzte Halsschlagader frisch verbinden. Sollen diese Vollpfosten sich doch einen Zählerstand ausdenken.

Der glückliche Rechtsanwalt

Heute morgen mitgehört - ein Anwalt telefoniert:
"... och, mir geht es gut. Die Sonne scheint, und das Hauptverfahren wird eröffnet!"

Dienstag, 5. Juli 2011

Im Paralleluniversum

Anrufer: "Ist das das Restaurant "Zum schmutzigen Löffel", hallo, Luigi??"
ü
Frau Dinktoc: "Nein, hier ist die Firma Irrenhauszentralstelle - Sie haben sich wohl verwählt."
i
Anrufer: "Oh. Ach so. Dann hätte ich gerne einen Tisch für 6 Personen."
o
Frau D.: "..."


Donnerstag, 30. Juni 2011

Perlen aus meinem Spamfilter

Guten Tag.


Ein Detektiv Ihren Wunsch zu erfullen.

Nach Bezahlung der Rechnung mundoparquet.com/images/file/Konto055.zip?toclienteID3721780412248

Ich sag dir was zu tun ist.

Darauf warte ich schon lange, dass mir einer sagt, was zu tun ist ...!

Montag, 25. April 2011

Schnitzeljagd der dritten Art

Gründonnerstag im Biosupermarkt an der Metzgertheke.

Metzgereifachverkäufer: "Was darf es denn sein?"
Frau Dinktoc: "Ein Schweinefilet bitte."
Der Metzgereifachverkäufer greift in die Theke, elegant über das Schweinefilet hinweg, und hebt einen Brocken Rinderhüfte auf sein Schneidebrett. Das Messer schwebt darüber: "Wieviel hätten Sie gern?"
Frau D.: "Ähm. Ich hätte gerne ein Schweinefilet."
M.: "Oh. Ja." Er packt die tote Kuh zurück in die Auslage, nimmt ein Schweinefilet in die Hand, legt es zur Seite und greift statt dessen ein großes Stück Schweineschnitzelfleisch, packt es aufs Schneidebrett und wieder schwebt das Messer: "Wieviel ...?"
Frau D.: "Schweinefilet! Ich sagte Schweinefilet!"
M. schaut irritiert von mir zum Fleischbrocken, man hört ihn förmlich denken, dann kommt: "Oh. Ähm. Entschuldigung." Er legt das Schnitzelfleisch zurück und hat endlich das Schweinefilet in der Hand. Das Messer schwebt wieder und ich antworte schon vor der Frage: "Das ganze Filet."
M. wirft das Filet auf die Waage, sein Zeigefinger schwebt fünf - sieben - zwölf Sekunden über der Tastatur, dann wendet er sich an die Kollegin, die einen Meter weiter die Wurstschneidemaschine putzt: "Die Nummer für Schweinefilet ist doch sechsundsiebzig-null-neun, oder?!"
Die Kollegin zischt durch zusammengebissene Zähne: "NEIN! Das ist die für Schnitzel!!"

Woraufhin Frau D. einen Lachkrampf nicht ganz unterdrücken konnte und der Metzgereifachverkäufer röter wurde als das blutigste Roastbeef in seiner Theke. Das hart erkämpfte Stück Schwein gab es übrigens am Samstagabend mit Blattspinat und Parmesan überbacken und als Beilage Tagliatelle mit frischen Champignons und schwarzem Pfeffer.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Vielen Dank, Herr Westerwelle,

für Ihre einfache und gerechte Steuerreform, die mir per Januar-Gehaltsabrechnung netto 6 Euro (in Worten: sechs) mehr aufs Konto spült. Ich wusste mich vor Freude kaum zu lassen und dachte schon intensiv über die vielfältigen Möglichkeiten nach, diese fürstliche Summe zu verprassen. Dann fiel mir auf, dass ich ab diesem Monat 13 Euro mehr Sozialabgaben zu zahlen habe. Per Saldo ergibt das - na?! Aber dafür können Sie, Herr Westerwelle, natürlich nichts. Sie sind ja nur für, Verzeihung, gegen die Steuern zuständig.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Aus meiner Blogstatistik (2)

Man fragt sich wirklich, wie die Häuser von Leuten aussehen, die mit Suchbegriffen wie "Tapete mit 1 rechten Winkel", "Philippine Kellerdeckendämmung" oder "Dachrinne alle wieviel Meter Dehnungsfuge" das Internet beglücken und so auf meiner Seite landen.
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Einer wollte immerhin nur "Müllsack rutschen". Na dann fröhliche Weihnachten.

Mittwoch, 17. November 2010

Ein Ring, sie zu knechten, ...

Die heutige Schlagzeile bei n24.de: "William verlobt sich mit Dianas Ring" verführt zu der Vermutung, es gebe schon ein Remake des 'Herrn der Ringe' (nicht aus jedem Schreiberling wird auch ein professioneller Journalist). Abgesehen davon freue ich mich natürlich jetzt schon auf den laaaangen Fernsehtag irgendwann nächstes Jahr. Herr Dinktoc hat bereits angekündigt, auf Dienstreise zu sein. Er weiß nicht wann, und er weiß nicht wohin, aber er weiß, dass er weg sein wird. Böser Mann.

Mittwoch, 3. November 2010

Wespe im Chaos

Über Wespen: "Die alte Königin stirbt im Herbst und ihr Wespenstaat löst sich anschließend auf. Bei Kälteeinbruch sterben auch die letzten heimatlos gewordenen Arbeiterinnen des alten Staates" (Quelle: Wikipedia). Man sollte also meinen, nach dem Kälteeinbruch Mitte Oktober seien keine Wespen mehr unterwegs oder zumindest nur noch sehr eingeschränkt bewegungsfähig.
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Warum jetzt dieser zoologische Exkurs? Nun: Kollege Chaos war gestern beim italienischen Stehimbiss und hat es geschafft, die letzte im Rhein-Main-Gebiet verbliebene Wespe mit einem Stück Pizza in seinen Mund zu befördern und sich prompt innen in die Wange stechen zu lassen.
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Natürlich ist er gegen Wespengift allergisch und natürlich hat er jetzt eine besonders dicke Backe. Er könnte einem ja fast leid tun, wenn er nicht so unglaublich DÄMLICH wäre.

Montag, 1. November 2010

Was man nicht darf:

... das Sekretariat an den Füßen aufhängen.
... das Sekretariat ohrfeigen.
... das Sekretariat übers Knie legen.
... das Sekretariat mit nackten Fußsohlen über glühende Kohlen jagen.
... das Sekretariat TÖTEN!
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Warum nicht? *menno*

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Ungeahnte Dimensionen menschlicher Blödheit

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, wie blöd eine allein sein kann. Ich kann es eigentlich immer noch nicht glauben, aber: ischwör! es hat sich ganz genau so abgespielt.
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Vor einer Woche ruft eine Kollegin vom Hauptsitz unseres Ladens (in der großen Stadt am anderen Ende der Republik) an: "Hallo Frau Dinktoc, ich hab gehört, Sie sammeln immer die Projektpost nach Blablaland und schicken das regelmäßig raus, ist das richtig? Kann ich Ihnen da was für den Kollegen ABC schicken und Sie geben das weiter?" "Kein Problem. Schicken Sie den Brief zu meinen Händen hier ins Büro und schreiben Sie 'Projektpost Blablaland' drauf."
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Mehrere Tage gingen ins Land. Keine Post aus Fernstadt. Vorhin klingelt wieder das Telefon, die Kollegin ist dran und beschwert sich, der Kollege ABC habe sich aus Blablaland gemeldet, die Post sei an seine deutsche Heimatadresse geschickt worden, und ob ich denn den Brief in der Hand gehabt habe? Hatte ich natürlich nicht. Auf Nachfrage stellte sich dann raus, dass der Brief in einen Fensterumschlag gestopft worden war, im Fenster war die Heimatadresse des Kollegen ABC zu sehen, und auf den Umschlag neben dem Fenster hatte die verlorene Seele noch "Frau Dinktoc" und "Projektpost" geschrieben.
o
Sie hat einfach nicht kapiert, dass ein nicht an meine Büroadresse gerichteter Brief auch nicht bei mir ankommt. Ich hab's dann aufgegeben. Diese Kollegin hat offensichtlich kein Großhirn, und das Kleinhirn nur auf Standby geschaltet, damit sie wenigstens aufrecht sitzen kann.

Montag, 11. Oktober 2010

Fachmännisch hoch 2

Herr Dinktoc ist wieder in dem schönen, fernen Land am Mittelmeer und berät den Kunden zum Aufbau seiner Betriebsleitzentrale. Ich hatte ja gedacht, die Geschichte mit den Stühlen sei der Gipfel der Abseitigkeit, aber es geht noch besser: heute beschäftigt sich Herr Dinktoc mit der ordnungsgemäßen Abnahme von einhundertundneun (!) Fenstern (!) und Türen (!), die jeweils in Einzelteilen angeliefert wurden. Zuerst wird zusammengebaut, natürlich von lauter "Fachleuten", und dann wird Herr Elektrofensterbauer Dinktoc ein Zertifikat ausstellen, dass das alles seine Richtigkeit hat. Kopf -> Tischkante.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

From a distance

Der Himmel bewahr mich vor Kollegen, die behaupten, sie könnten Englisch; und dann ihre Lebensläufe selber übersetzen. Heute hatte ich einen auf dem Tisch, der an der Fernuniversität in Hagen studiert hat. An der "Distance Learning University" nämlich.
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English for Runaways ...

Dienstag, 5. Oktober 2010

Sie haben Post!

Kollege Chaos erfreut uns mit einer neuen Geschichte: Sein Rechner ging kaputt. Behauptete er. Da der Rechner das öfter tut (unvergessen der Tag, als sich ein Defekt darin äußerte, dass der Computer nur noch Großbuchstaben schrieb, und der herbeigeeilte DV-Fachmann das Problem mit dem Betätigen der "Shift"-Taste unverzüglich behob ...), hielt sich die Eile des DV-Beauftragten heute in Grenzen.
w
Ganz so einfach war es diesmal dann doch nicht: eine externe Festplatte musste her, und nachdem etwa 15.000 E-mails - FÜNF.ZEHN.TAUSEND - auf diese umgelagert worden waren, war der Rechner plötzlich wieder dienstwillig.

Freitag, 1. Oktober 2010

Aus meiner Blogstatistik

Suchbegriff: "During my 6 years stay iraq here, I was able to make the sun" - was? Aufgehen? Untergehen? Stillstehen lassen?
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Lassen Sie die Sonne in Ruhe und lernen Sie erst mal Englisch. *kopfschüttel*

Mittwoch, 29. September 2010

Fachmännisch

Herr Dinktoc ist - wie schon gelegentlich erwähnt! - Elektroingenieur. Beruflich beschäftigt er sich hauptsächlich mit Planungs- und Beratungsleistungen für die technische (elektrische) Ausrüstung von Bahnanlagen aller Art, d.h. Signalanlagen, Bahnübergänge, Leitungen, Weichen, Betriebsleitzentralen etc. pp.
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Den Aufbau einer solchen Betriebsleitzentrale betreibt Herr Dinktoc gerade in einem schönen, fernen Land am Mittelmeer. Nun ist dem Kunden eingefallen, dass zur Ausrüstung der Zentrale doch auch Stühle für die Mitarbeiter gehören, und Herr Elektroingenieur Dinktoc soll also jetzt seine fachliche Meinung darüber abgeben, welche Art Stuhl von welchem Hersteller ergonomisch zu empfehlen sei, unter Berücksichtigung des günstigsten Preis-Leistungs-Verhältnisses sowie der Tatsache, dass auf diesem Stuhl 24 Stunden am Tag gesessen wird.
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Herr Dinktoc wähnt sich zu Recht in Arabsurdistan, wälzt Büromöbelherstellerkataloge, fragt auf dem kleinen Dienstweg den Bekannten in der hiesigen Betriebsleitzentrale um Rat und saugt sich schließlich 3 fachmännisch klingende Seiten über total unelektrische Stühle aus den Fingern.
o
Ich habe ihm schon vor Jahren vorgeschlagen, auf seine Visitenkarten "Expert for nearly everything" drucken zu lassen. Jetzt wäre es wohl endgültig an der Zeit dazu ...