Posts mit dem Label Dinktoc's Sarkasmen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dinktoc's Sarkasmen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 16. November 2012

Weltrettung. Mal wieder.

Herr Dinktoc und ich arbeiten in der gleichen Firma. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass ich meist weiß, was Herr D. treibt, wenn er mal wieder in der Weltgeschichte unterwegs ist. Der Nachteil ist, dass die Kollegen wissen, dass ich das weiß, und bei mir anrufen, wenn sie dringend was von Herrn D. wollen.

Gestern also meldete sich eines unserer Büros in Balkanistan: der Kunde benötige allerdringendst die Unterschrift Herrn Dinktocs auf einem superwichtigen Dokument. Und niemand anderer kann unterschreiben, weil Herr D. der von Kunde, Geldgeber und vermutlich auch vom lieben Gott persönlich anerkannte und bestätigte Spezialexperte in diesem Projekt ist. Und es wird selbstverständlich die Originalunterschrift benötigt. Leider befindet sich aber Herr D. noch auf Dienstreise im Vorderen Orient und kommt erst heute am späten Abend nach Hause. Darob ward beim Kunden ein Heulen und Zähneknirschen und der baldige Untergang des Projekts prophezeit. Was also tun? 

Zum Glück gehört Weltrettung zu meinen Kernkompetenzen. Es fiel mir wieder ein, dass ein Kollege vom Balkanistaner Büro zur Zeit auf einer Schulung ist und Samstag, also morgen, von Frankfurt zurück nach Balkanistan fliegen würde. Er wurde kontaktiert und eine Übergabe am Frankfurter Flughafen vereinbart.

Der Kunde wurde genötigt, mir die zu unterschreibenden Dokumente per E-mail zu schicken, auf dass ich sie hier im Büro ausdrucke und sodann nachher mit nach Hause nehme. Außerdem, nach telefonischer Konsultation mit Herrn Dinktoc über den Aufbewahrungsort, begab ich mich in sein Büro, um die Insignien seiner Herrlichkeit und seines Spezialistentums aus der Schreibtischschublade zu entnehmen: die Stempel. Ohne die richtigen Stempel (3 Stück! Drei!) gelten auch die speziellsten Spezialexpertenunterschriften nichts.

Auch die Stempel werde ich mit nach Hause nehmen, auf dass Herr Dinktoc am frühen Samstagmorgen in hoffentlich ausgeschlafenem Zustand die allerhöchstwichtigen Dokumente unterschreiben und stempeln kann.  Samstagnachmittag fahren wir dann die 20 km zum Flughafen, um dem Kollegen die Unterlagen in die Hand zu drücken, damit der Kunde sie schließlich Samstagabend in Balkanistan auf dem Tisch hat.

Unternehmen Weltrettung mal wieder erfolgreich bewältigt. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, ich muss mich kratzen gehen: die Engelsflügelansatzstellen jucken nämlich.
  

Dienstag, 7. Februar 2012

Pharmakologie für Fleischesser

Herr Dinktoc hat schon den ganzen Tag Kopfschmerzen und ist jetzt plötzlich sicher, die Ursache gefunden zu haben.

Ich: "Es sind noch ein paar Champignons da, in der Truhe ist noch Blattspinat und frische Ravioli haben wir auch noch. Was hältst du davon zum Abendessen?"

Herr D.: "Das ist ja schon wieder vegetarisch! Bestimmt habe ich davon so einen Brummschädel!"

Ich: "Ja, ne, is klar!"

Herr D.: "Haben wir nicht noch Schinkenwürfel dazu? Wenn ich nur dran denke, lassen die Kopfschmerzen schon nach!"

Also, liebe Pharmaindustrie, entwickelt Kopfschmerztabletten mit Schinkengeschmack. Mehr Wirkstoffe sind nicht nötig.

Donnerstag, 15. September 2011

Die Farbe von Strom? ZORNROT!

Herr Dinktoc liest regelmäßig den Stromzähler ab und teilt unserem Stromanbieter online den Zählerstand mit. Nichtsdestotrotz liegt ebenso regelmäßig eine Karte im Briefkasten, ein Ableser sei da gewesen, habe niemanden angetroffen (wie denn auch mitten an einem Werktag!) und würde zwei Tage später wiederkommen, zwischen 14 und 16 Uhr, wenn natürlich wieder niemand zu Hause sein wird. Alternativ kann man eine Handynummer anrufen, um den Zählerstand durchzugeben, oder eine Festnetznummer mit Anrufbeantworter, bei dem man sein Sprüchlein loswerden kann.
Vorgestern war es mal wieder so weit. Karte im Briefkasten mit der Ankündigung, heute wiederzukommen. Frau Dinktoc liest also gestern den Zähler ab, ruft den Anrufbeantworter an, sagt Name, Adresse, Zählernummer und -stand, weist darauf hin, dass sie heute nicht zu Hause sein wird und hinterlässt auch noch ihre Handynummer für allfällige Rückfragen. Natürlich findet sie heute trotzdem eine Meckerkarte im Briefkasten, dann müsse man ggf. den Verbrauch eben schätzen.
Mit bedenklich geschwollener Halsschlagader ruft Frau Dinktoc die Handy-Nummer an. Tut-tut-tuuuut "Zur Zeit ist niemand erreichbar. Sie können nach dem Ton eine Nachricht hinterlassen." Doch leider folgt kein Ton, sondern nach ein paar Sekunden Stille die englische (!) Durchsage "The Mailbox is Full. Please try again later." Die Halsschlagader changiert ins Dunkelblaue, als Frau Dinktoc den Anrufbeantworter anruft und dabei in Gedanken schon mal einen Text formuliert, der die elektronischen Ohren hätte erröten lassen. Auch hier aber kommt sofort die Ansage, das Band sei voll, danach wird die Verbindung abgebrochen. Die Halsschlagader zeigt erste Anzeichen eines Aneurysmas. Im Internet findet Frau Dinktoc die "Servicenummer" des eigentlichen Stromanbieters heraus, denn natürlich ist die Ablesefirma nur der Subunternehmer eines Tochterunternehmens des Stromanbieters, der übrigens der öffentlichen Hand (also auch mir!) gehört. Der Anruf dort bringt genau gar nichts, denn, man ahnt es, eine Bandansage teilt mit "Leider rufen Sie außerhalb der Geschäftszeiten an". Sonst nichts.
Während der Geschäftszeiten, also vermutlich am fünften Tag nach Vollmond zwischen 7 und 7.30 Uhr, wird Frau Dinktoc dort nicht anrufen können, sie muss ihre geplatzte Halsschlagader frisch verbinden. Sollen diese Vollpfosten sich doch einen Zählerstand ausdenken.

Dienstag, 30. August 2011

Mancher Taucher tau(ch)gt nichts

In jedem Verein gibt es Leute, die sich aus irgendeinem Grund nicht riechen können. Ein Pärchen in unserem Tauchverein kann mit uns nicht und wir nicht mit denen. Es gibt, abgesehen vom Tauchen, keine gemeinsamen Interessen, keine Berührungspunkte. Dafür gegensätzliche Ansichten in vielen Dingen, eine ziemlich komplett unterschiedliche Lebensauffassung und daraus resultierend eine herzliche gegenseitige Abneigung.
Gestern abend im Training erzählte Herr Dinktoc den Vereinskameraden von unserem endlich gebuchten Urlaub auf der Insel im Mittleren Meer. Dreimal darf geraten werden, wer zufällig zur gleichen Zeit auf der gleichen Insel Urlaub macht. Aaargh - ausgerechnet! Zum Glück in einem anderen Hotel und bei einer anderen Tauchbasis. Die zeitliche Überschneidung liegt bei 5 Tagen, somit gibt es einige Möglichkeiten Chancen Risiken, sich am einen oder anderen Tauchplatz zu begegnen. Wie gut, dass man unter Wasser nicht reden kann und daher vom allfälligen Smalltalk verschont bleiben wird.
Der erste richtige Urlaub seit 4 Jahren, und jetzt muss ich damit rechnen, diesen Heiopeis zu begegnen. Ommmm. Ich reg mich nicht auf. Ommmm. Falls ich sie von ferne sehe, setz ich eine Lächelmaske auf und atme tief durch. Das ist auch gut fürs Tauchen, dann braucht man weniger Luft, kann länger unten bleiben als Familie Heiopei und sie damit hoffentlich ordentlich ärgern beeindrucken.  

Mittwoch, 24. August 2011

Krasse Kresse

Da kaufe ich samstags ein Schälchen Kresse für den Salat zum Abendessen, und vergesse es dann schlicht. Also wurde für gestern, Dienstag, wieder ein Salat auf den Speiseplan gesetzt, damit endlich die Kresse verwertet werden könnte. Der Salat hat gut geschmeckt, niemand hat was vermisst, und als ich die leeren Teller in die Küche brachte, fällt mein Blick auf --- die leuchtend grüne Kresse in ihrem Pappschälchen.

Ist das nun schon Herr Alzheimer, der vor der Tür steht, oder nur ganz gewöhnliche Blödheit?

Mittwoch, 10. August 2011

Dampf ablassen

Lieber neuer Kollege Lobotomix,
ein "Pre-Bid-Agreement" ist eine Vereinbarung mehrerer Firmen untereinander, ein Konsortium zu bilden zwecks Erstellung eines gemeinsamen Angebots und ggf. gemeinsamer Bearbeitung des gewonnenen Auftrags. Es bedeutet nicht "Aufruf zur Präqualifikation" - dein erster Erklärungsversuch. Den veröffentlicht der potenzielle Kunde. Es bedeutet auch nicht "Präqualifikationsunterlagen" - dein zweiter Erklärungsversuch - denn die erstellen wir als Konsortium ja erst, eben genanntem Aufruf folgend, um dem Kunden klar zu machen, dass wir die Besten und die Schönsten für seine Zwecke sind. Du musst mir nicht erklären, was ein Pre-Bid-Agreement ist, ich hab schon ein paar Jahre Erfahrung.
d
Es ist absolut keine Schande, dass du als Neuling im Geschäft manche Begrifflichkeiten noch nicht kennst. Aber es ist eine Schande, dass du glaubst, alles zu wissen; dann widerwillig eine Erläuterung zur Kenntnis nimmst, dich sodann beschwerst, bestimmte Unterlagen nicht erhalten zu haben, die ich dir nachweislich bereits am 19. Juli zugeschickt habe; lesen musst du deine Mails schon selber. Hast du dich daraufhin entschuldigt oder wenigstens die Klappe gehalten? Nein. Im Gegenteil, du fingst an, über deine hohe Arbeitsbelastung zu jammern. Kein Problem, ich habe ja die Zeit dazu, hinter dir herzutelefonieren. 

Immerhin hast du dafür gesorgt, dass ich in den letzten Tagen zur Hebung meines Blutdrucks kaum Kaffee benötigt habe. Bei den derzeitigen Kaffeepreisen bin ich dir dafür dankbar.

Verachtungsvoll,
deine Frau Dinktoc

Mittwoch, 3. August 2011

Legasthenie für Fortgeschrittene

Gestern mailte ich privat eine Anfrage an ein Unternehmen und bekam ein paar Stunden später eine automatisch erzeugte Empfangsbestätigung, deren letzter Satz lautete:

Hinweis: Der Empfänger hat den Empfang der Nachricht bestätigt. Dies ist keine Garantie, dass die Nachricht gelesen und verstanden wurde.
k
Jetzt frag ich mich nur, wem die Firma nicht traut: dem Kunden oder dem eigenen Personal?

Dienstag, 26. Juli 2011

Familienbande

Wer eine solche Familie hat, braucht keine Feinde mehr ... jetzt sind meine Eltern in Budapest, und natürlich sind auch sie im Café Ruszwurm, und natürlich rufen auch sie eigens deswegen an, nicht ohne außerdem zu erwähnen, dass dort die Sonne scheint und der Urlaub ja so schön ist. Nein, ich bin nicht neidisch und ich schmolle nicht und ich will auch selber überhaupt keine Torte essen.

Sonntag, 24. Juli 2011

Sommer 2011

Früher Sonntagnachmittag. Der Himmel ist vollständig grau, es nieselt. Kein Mensch ist auf der Straße zu sehen, kein Vogel zwitschert. Die Katzen, sonst in dieser Jahreszeit selten zu Hause, bewegen sich kaum vom Sofa weg. Ich lege mir Bücher, Rechner und Fernbedienungen bequem in Reichweite und wickele mich in eine Wolldecke. Summer in the City.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Perlen aus meinem Spamfilter

Guten Tag.


Ein Detektiv Ihren Wunsch zu erfullen.

Nach Bezahlung der Rechnung mundoparquet.com/images/file/Konto055.zip?toclienteID3721780412248

Ich sag dir was zu tun ist.

Darauf warte ich schon lange, dass mir einer sagt, was zu tun ist ...!

Montag, 16. Mai 2011

Imma wieda zweite Liga

Eintracht Frankfurt ist aus der Bundesliga abgestiegen (juchhu!). Der Hesse an sich trauert und ist auch durch noch so positive äußere Gegebenheiten nicht von seiner Trostlosigkeit abzuhalten. Herr Dinktoc und sein ebenfalls hessischer Kollege zum Beispiel wollten am Samstagnachmittag meine SMS-Nachricht ("Hallo zweite Liga!") einfach nicht glauben und simsten zurück: "Ist das Spiel wirklich schon rum?"  Ich simste zurück "Ja". Die nächste Antwort lautete: "Am Strand von H.C. sitzen zwei Eintracht-Fans und trauern", die übernächste "Wir trösten uns jetzt mit einem Cocktail an der Strandbar und beobachten traurig den Sonnenuntergang über dem Mittelmeer."

Wirklich, ein schweres Leben. Kondolenzbeiträge bitte in den Kommentaren.

Mittwoch, 6. April 2011

Bürohengst goes Botanik

Eine Niederlassung der Firma wird demnächst in ein anderes Bürogebäude umziehen. Heute gab es Infos zum neuen Standort, es war durchaus viel Praktisches dabei, aber pures Kabarett durfte nicht fehlen:

(...) Für das gesamte Gebäude ist ein Pflanzenkonzept erstellt worden. Alle Flächen werden mit unterschiedlichen Pflanzen ausgestattet. Die Aufstellung durch ein Fachunternehmen erfolgt in zwei Schritten:

Schritt eins:
Nach Einzug werden die einzelnen Etagen mit einer Grundausstattung von Pflanzen bestückt.

Schritt zwei:
Das Fachunternehmen stellt weitere Pflanzen zur Verfügung. Bei der Auswahl dieser Pflanzen sowie deren Standorte können sich die Mitarbeiter beteiligen.

Persönliche Pflanzen können durch Mietpflanzen ersetzt werden.

Die Pflanzen unterliegen einer Vollbetreuung und bedürfen keiner Pflege durch die Mitarbeiter.

Da der Dienstleister keine Gewährleistung für private Pflanzen übernimmt (z. B. bei Schädlingsbefall), soll die Zahl privater Pflanzen minimiert werden. Die Größe der privaten Pflanze ist auf 45 cm begrenzt (1 Pflanze pro Mitarbeiter). Private Bodenpflanzgefäße sind nicht gestattet (...).

Folgende Fragen kam mir spontan in den Sinn: Wer denkt sich sowas aus? Wie lange liegt seine Hirnverpflanzung zurück?! Wird ein gewöhnlicher Blumenübertopf, wenn man ihn auf den Boden stellt, zum Bodenpflanzgefäß? Und was passiert, wenn die eine private Pflanze entgegen allen Bürogesetzmäßigkeiten wächst und gedeiht und 45 cm Größe überschreitet? Meinen die mit den 45 cm Höhe, Umfang oder Durchmesser? Wird es auch noch ein Schnittblumenkonzept geben, unter besonderer Berücksichtigung des Geburtstages der Chefsekretärin? Findet das außer mir noch jemand lustig?

Dienstag, 5. April 2011

Noch ein Unterschied ...

... zwischen Conan Junior und Conan Senior fiel mir gestern in der Muckibude auf: Der Barbarenvater hat das dickere Goldkettchen.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Vielen Dank, Herr Westerwelle,

für Ihre einfache und gerechte Steuerreform, die mir per Januar-Gehaltsabrechnung netto 6 Euro (in Worten: sechs) mehr aufs Konto spült. Ich wusste mich vor Freude kaum zu lassen und dachte schon intensiv über die vielfältigen Möglichkeiten nach, diese fürstliche Summe zu verprassen. Dann fiel mir auf, dass ich ab diesem Monat 13 Euro mehr Sozialabgaben zu zahlen habe. Per Saldo ergibt das - na?! Aber dafür können Sie, Herr Westerwelle, natürlich nichts. Sie sind ja nur für, Verzeihung, gegen die Steuern zuständig.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Der allerletzte Schrei (ins Telefon)

Da schickt mir ein Kollege eine Einladung zu einer "Vortelko".
q
Erst las ich "Voldemort", dann fragte ich mich, was gemeint sein könnte, und dann erst ging mir auf, dass eine Vorab-Telefon-Konferenz geplant ist, um die RICHTIGE, die EIGENTLICHE, die WICHTIGE Telefonkonferenz vorzubereiten.
o
Waren das noch schöne Zeiten, als man einfach telefonierte, eine Absprache traf und sich anschließend sogar alle dran hielten.

Dienstag, 4. Januar 2011

Fröhliche Weihnachten! (Gehabt zu haben)

Weihnachten ließ sich eigentlich gut an dieses Jahr - die Einkäufe waren frühzeitig erledigt, ein Wasserrohrbruch so wie im letzten Jahr war nicht zu befürchten und das Wetter war auch nicht so schlimm, wie das Fernsehen behauptete. Am zweiten Feiertag machten wir uns mit dem Auto auf den Weg zum traditionellen Familienmittagessen bei meinen Schwiegereltern. Ungefähr 5 Kilometer vor dem Ziel kam ein Knistern unter der Motorhaube hervor. Bevor ich mir darüber Gedanken machen konnte, produzierte die Heizung nur noch kalte Luft. Herr Dinktoc und ich fluchten ein wenig (Schon wieder eine Autoreparatur! Die dritte in 8 Wochen! Und nachher bei Minus 8 Grad Außentemperatur ohne Heizung heimfahren!), da plötzlich, etwa 4 km vor dem Ziel, gingen alle Lämplein an und der Motor aus. Herr Dinktoc konnte glücklicherweise noch das Auto auf einen Parkplatz neben der Straße rollen lassen. Der Motor produzierte Rauch und üble Gerüche und war ansonsten sehr schweigsam.
Wir riefen die Familie an und der Schwager eilte herbei in der Absicht, das Auto abzuschleppen. Das ging dann leider nicht, weil der Parkplatz abschüssig war und der Boden zu glatt und das Auto zu schwer, um es so weit zu schieben, dass man ein Abschleppseil hätte anbringen können. Also ließen wir die Karre stehen, fuhren mit Schwagers Auto zu den Schwiegereltern und aßen zu Mittag. Dann riefen wir den ADAC an und erfuhren, dass es wohl mindestens 2 Stunden dauern werde, bis der Abschleppwagen kommen könne. Der Herr Abschlepper rief dann just in dem Moment an, als Schwiegermama an den liebevoll gedeckten Kaffeetisch bitten wollte. Und so fuhr der Schwager uns ohne Kaffee, aber mit von Schwiegermutter eilig eingepacktem Kuchen zum Auto zurück. Der ADAC-Mann prüfte kurz, stellte fest, dass er nichts machen konnte, und zog unseren Wagen auf die Ladefläche. Sodann folgte die Heimfahrt im Abschleppwagen. Wir ließen das Auto auf den Hof unserer Werkstatt bringen, gingen zu Fuß nach Hause, aßen Schwiegermutters Kuchen und waren einigermaßen frohgemut, bis uns ein Anruf von Schwiegervater darüber informierte, dass Schwagers Auto auf der Rückfahrt vom Parkort ebenfalls den Geist aufgegeben hatte. Irgendwie muss auf der Straße sehr schlechtes Karma geherrscht haben.
Am nächsten Morgen mussten wir feststellen, dass unsere Werkstatt Ferien bis 3. Januar machte. Die Werkstatt im Nachbarort hatte gerade keinen Abschleppwagen zur Verfügung, und "mit Seil abschleppen machen wir bei dem Schnee und Eis nicht!" Rettung nahte in Gestalt eines früheren Nachbarn, den Schnee und Eis nicht abschreckten. Das Auto war also in der Werkstatt angekommen, aber Mietwagen waren gerade alle unterwegs. Also begab sich Herr Dinktoc zur kommerziellen Mietwagenagentur, wo so eine Kiste pro Tag natürlich doppelt so viel kostet wie ein Werkstattwagen. Zur Krönung des Montags erfuhren wir dann, dass sich bei unserem Auto der Zahnriemen verabschiedet hatte, in dessen Folge der Zylinderkopf den Geist aufgab. Die gute Nachricht war, dass die Kolben nix abgekriegt hatten und also wenigstens kein Austauschmotor nötig wurde. Trotzdem war der Kostenvoranschlag vierstellig. Die bittere Pille wurde ein wenig gezuckert mit dem Hinweis, man habe beim Hersteller schon einen Kulanzantrag gestellt.
Am Dienstag, dem 28.12., passierte nichts. Am Mittwoch bekamen wir immerhin einen Werkstattwagen und die Nachricht, die Reparatur werde wohl bis Ende der ersten Januarwoche dauern. Bei diesem Kostenvoranschlag fiel das nun auch nicht mehr ins Gewicht. Am Freitag wurden wir informiert, die Reparatur werde bis zum 5.1. erledigt sein, aber es gab auch die schlechte Nachricht, der Kulanzantrag sei abgelehnt worden. Begründung: keine. Nun denn, Herr Dinktoc rief selber die Kulanzantragbearbeitungsstelle an und erfuhr, das Auto sei ja immerhin schon über vier Jahre alt, und Kulanz werde nur bis zum Ende von Jahr Vier gewährt. Herr Dinktoc führte ins Feld, dass erstens das Auto 4 Jahre und 3 Wochen alt war, als die Geschichte passierte, zweitens ein Zahnriemen üblicherweise eine Lebensdauer von 120.000 km hat (auf dem Tacho stehen 107.000), drittens der Wagen erst sechs Wochen vorher in der Inspektion war und man am Zahnriemen genau gar nichts hat finden können und dass wir viertens seit Jahren gute Kunden sind. Eine nochmalige Prüfung wurde zugesagt. Seit jenem Freitag hat sich niemand gerührt - da werden wir wohl spätestens morgen den Kriegselefanten satteln und in die Schlacht ziehen müssen.
Aber ob Kulanz nun gewährt wird oder nicht, auch in diesem Winter wurde uns die Entscheidung, wofür wir unser Weihnachtsgeld ausgeben könnten, aus der Hand genommen. Irgendwas ist immer.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Aus meiner Blogstatistik (2)

Man fragt sich wirklich, wie die Häuser von Leuten aussehen, die mit Suchbegriffen wie "Tapete mit 1 rechten Winkel", "Philippine Kellerdeckendämmung" oder "Dachrinne alle wieviel Meter Dehnungsfuge" das Internet beglücken und so auf meiner Seite landen.
e
Einer wollte immerhin nur "Müllsack rutschen". Na dann fröhliche Weihnachten.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

From a distance

Der Himmel bewahr mich vor Kollegen, die behaupten, sie könnten Englisch; und dann ihre Lebensläufe selber übersetzen. Heute hatte ich einen auf dem Tisch, der an der Fernuniversität in Hagen studiert hat. An der "Distance Learning University" nämlich.
e
English for Runaways ...

Freitag, 1. Oktober 2010

Frau Dinktoc wird alt

Ich fürchte, mit meinen zarten 43 bin ich jetzt an dem Punkt angekommen, wo allmählich die senile Verblödung einsetzt. Anders kann ich mir nicht erklären, was ich gestern fertigbrachte ... !
Ich war mit dem wöchentlichen Einkaufszettel zugange und ging mit dem Zettel in der Hand in den Keller zum Tiefkühlschrank, um zu schauen, ob noch Hackfleisch da wäre. Anschließend lief ich die Kellertreppe wieder rauf, griff nach dem Kugelschreiber und wollte "Hackfleisch" notieren - - - kein Einkaufszettel. Blick auf den Fußboden - nix runtergefallen. Zurück in den Keller - da lag auch nichts auf dem Boden. Wieder hoch, überall rumgesucht und schon beinahe angefangen, an Außerirdische zu glauben, die den Zettel durch ein schwarzes Loch in ihr Raumschiff gesaugt haben. Bevor die Panik völlig siegte, bin ich nochmals in den Keller gegangen und habe den Tiefkühler wieder aufgemacht. Und siehe da, zwischen Vanilleeis und Suppengrün lag ein gut gekühlter Einkaufszettel.

Mittwoch, 8. September 2010

Anzeige der abschließenden Fertigstellung

Ja, genauso heißt das.
o
Damals, als die Maurer und die Dachdecker ihre Arbeit getan hatten, mussten wir dem Kreisbauamt ja schon einmal so einen Wisch schicken, die "Rohbaufertigstellungsanzeige" nämlich.
d
Heute bekamen wir vom Architekten den Vordruck zur "Anzeige der abschließenden Fertigstellung", mit dem die Behörde informiert werden will, wann die Hütte fertig sein wird bzw. fertig geworden ist; außerdem müssen wir mit Unterschrift bestätigen, dass wir "die bauliche Anlage gemäß §74 Abs. 7 HBO erst benutzen bzw. benutzen lassen, wenn sie sicher benutzbar ist. [Uns] ist bekannt, dass Verstöße Ordnungswidrigkeitsverfahren nach sich ziehen können".
p
Ich erbebe vor Ehrfurcht und werde mit zitternder Hand die Unterschrift leisten! - und hoffen, dass dies das letzte Wiehern des Amtsschimmels im Zusammenhang mit dem Hausbau war.