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Samstag, 18. Juli 2015

Rücksturz in die 70er

Allmählich scheint dieses Blog ein Hort der Tradition zu werden. Nachdem ich kürzlich auf Rollschuhen direkt zurück in die 80er fuhr, legen wir nun noch einen Zacken zu und begeben uns noch ein Jahrzehnt weiter zurück.
Neulich erhielt ich eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier-Grillparty für den heutigen Abend, in der von traditionellem Essen die Rede war und außerdem um eine Spende fürs Büffet gebeten wurde. Um beides zu verbinden, schlug ich die Anfertigung eines traditionellen Nudelsalates nach dem Dinktoc'schen Familienrezept vor. Meine Mutter hat das irgendwann in den frühen Siebzigern erfunden und durfte es niemals ändern. Auch ich bereite den Salat genauso zu, wie es seit Anbeginn der Zeiten gemacht wurde - inklusive Dosenpilze, die ich sonst eigentlich so gut wie nie mehr verwende.
Obwohl ich also beim Kochen heute furchtbar altmodisch war, bin ich sonst doch viel im Neuland aka Internet unterwegs; ergo berichtete ich auf Twitter in Wort und Bild von der Nudelsalatzubereitung. Was dazu führte, dass ich nun das Rezept veröffentlichen muss - ich hab's der Frau Creezy versprochen.
 
 









Warnhinweise:
  1. Da es sich um Mutters selbstgeklöppeltes Rezept handelt, sind die Mengenangaben teilweise etwas nebulös. Wie Mütter halt so sind, wenn sie "uss der Lamängg"* arbeiten.
  2. Es werden Gabelspaghetti verwendet. Die gibt es zwar überall zu kaufen, aber außer in meinem eigenen Nudelsalat hab ich sie noch nirgendwo anders zubereitet gesehen. Seid versichert: es geht.
  3. An alle Vegetarier: ihr müsst jetzt ganz stark sein. In dem Nudelsalat ist Fleischwurst drin, der geht nicht ohne. Natürlich kann man ihn ohne Fleischwurst machen, aber dann ist es nicht mehr Mutters Nudelsalat. (Von  meiner Mutter könnte durchaus der Satz stammen "Ach, du isst kein Fleisch? Dann nimm vom Nudelsalat, da ist nur Wurst drin.")
  4. Zum benötigten Werkzeug gehört ein Eierschneider. Nur der schneidet hartgekochte Eier in Stücke der genau richtigen Dicke. Außerdem erinnert er mich schwer an meine Kindheit, als ich auf den Schneidedrähten immer versuchte, Gitarre zu spielen. (Wir hatten ja nichts. Jedenfalls keine Gitarre.)
 
Man nehme:
 
250g Gabelspaghetti
1 Dose (ca. 230 ml Abtropfgewicht) Champignons, 1. Wahl (ich nehme immer ganze Köpfe und scheible sie selbst, weil ich die festere Konsistenz mag - im Vergleich zu bereits geschnittenen Pilzen. Die kann man aber natürlich auch verwenden)
1 mittelgroße Zwiebel
ca. 150g Fleischwurst
6-7 saure Gurken (etwa fingerdick und -lang; Menge entsprechend variieren)
3 Eier
ca. 150-200ml Öl (neutrales, z.B. Sonnenblumen)
2 EL Essig (ganz traditionell: Wein-Branntweinessig)
Salz, Pfeffer, ggf. Gurkenbrühe

Nudeln in Salzwasser weich kochen, abgießen. 2 Eier hart kochen. Die Zwiebel, Fleischwurst, Gurken fein würfeln, die Pilze in Scheiben schneiden. Die Eier mit der Gitarre dem Eierschneider einmal längs und einmal quer durchschneiden, so dass man mehr oder weniger rechteckige Stücke hat.  Alles in eine große Schüssel tun.
Das verbliebene Ei aufschlagen, mit dem Mixer verrühren. Erst tropfenweise, dann in dünnem Strahl Öl zugießen und stetig weitermixen, bis eine sämige Mayonnaise entsteht. Essig, Salz und Pfeffer einrühren. Mayonnaise über die Salatzutaten gießen und gut durchmischen. Ein paar Stunden ziehen lassen, probieren und dann ggf. nochmal nachwürzen. Scheint der Salat zu trocken, kann man ein wenig Brühe aus dem Saure-Gurken-Glas angießen.

Viel Spaß bei der Zeitreise! Und ich muss dann jetzt gleich los zur Grillparty. Mal gucken, wie der olle Nudelsalat dort ankommt.

 
*Rheinisch für "Pi mal Daumen"

Mittwoch, 19. November 2014

Das Schaf muss zum TÜV

Die Eifel gilt gemeinhin als wilder, unzugänglicher Landstrich mit eigensinnigen Eingeborenen, die seltsame Sitten pflegen. Insofern löste es im Dorf meiner Eltern nur mäßiges Erstaunen aus, als sich einer der Bewohner allerlei merkwürdiges Viehzeug zulegte, unter anderem auch einen höchst exotischen Vertreter der Gattung Ovis: ein Kamerunschaf.


Das Schaf wohnt in Hof und Garten, hält den Rasen kurz und vertrieb sich bisher gerne die Zeit damit, die Klappe des am Hoftor angebrachten Briefkastens mit einem seiner Hörner aufzustoßen und dann mit Kawumm wieder zuzuschlagen, und das ungefähr fünfzehnmal hintereinander. Die Nachbarschaft nahm es gelassen, und das Schaf fing darob offenbar an, sich zu langweilen. Etwas Neues musste her.
Seit einigen Wochen nun ist es so, dass die Schafbesitzerfamilie unmittelbar an den Hecks ihrer im Hof geparkten Autos mit großer Sorgfalt Gartenstühle aufstellt, und zwar direkt vors Nummernschild. Die nahe und fernere Nachbarschaft (darunter auch mein Vater) konnte sich darauf keinen Reim machen und zog mit landesüblicher Direktheit beim Besitzer Erkundigungen ein: "Hür ens! Wat soll dat dann met denne Stöhl?!"*



Des Rätsels Lösung: Das Kamerunschaf hatte eine Leidenschaft für den Klebstoff entwickelt, mit dem die TÜV-Plaketten aufs Nummernschild gepappt werden. Das Vieh schleckte so lange an den Plaketten herum, bis sie ab waren und fraß sie dann auf. Nach der zweiten gebührenpflichtigen Erneuerung der TÜV-Plaketten an drei Autos sowie den notwendigen, sowohl Unglauben als auch Heiterkeit auslösenden Erklärungen auf der Zulassungsstelle, entschloss sich der Besitzer zu den Sicherungsmaßnahmen per Gartenstuhl.
Ob nächsten Sommer die Familie auf den Gartenstühlen über den Hof verteilt sitzen wird, in trauter Eintracht mit ihrem jeweiligen fahrbaren Untersatz, wird in der Nachbarschaft mit Spannung erwartet.


*Hör mal! Was soll denn das mit den Stühlen?!

Freitag, 1. Juni 2012

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Vor lauter Urlaubsvorbereitungsstress komme ich seit Tagen nicht dazu, den obligaten Eigengeburtstagspost zu schreiben. Erst wollte ich das Wiegenfest weitgehend ignorieren und gar nix feiern, dann habe ich mich entschlossen, da der Geburtstag nun schon mal auf einen Sonntag, sogar Pfingstsonntag, fiel, eine ganz kleine Runde zu einem "Full English Breakfast" einzuladen. Das schien mir angesichts der bevorstehenden Englandreise äußerst passend.

Da ich außerdem mit Mitte Vierzig jetzt allmählich in das Alter komme, in dem man wunderlich werden darf, habe ich mich bei der Tischdekoration hemmungslos ausgetobt, will heißen, den geschenkten Kalender mit Bildern von Williams & Kates Hochzeit gefleddert und 5 Bilder laminiert, um sie als Tischsets zu verwenden. Auch ein Union Jack-Winkelement wurde erworben und platziert.


Die Gäste schwankten zwischen Lachen und Entsetzen. Herr W.B. ließ durchblicken, dass er sehr froh war, dass später die Teller die Bilder weitestgehend verdeckten, damit ihm nicht der Appetit verdorben würde. 



Rühreier, Speck, Würstchen, Pilze, gegrillte Tomaten, Baked Beans und natürlich auch Toast mit gesalzener Butter und der original englischen Orangenmarmelade fanden guten Zuspruch. Nach etwa anderthalb Stunden waren eigentlich alle  satt, aber ich hatte da noch einen Nachtisch im Kühlschrank:


Das Rezept stammt aus einer BBC-Fernsehzeitung, die der hochgeschätzte englische Kollege bezieht und mir mitgebracht hat. Ich hatte ihm von dem Frühstücksvorhaben erzählt, und da meinte er - völlig zu Recht - dass dieser Kuchen doch wie Faust aufs Auge dazu passen würde.

Danke an die Gäste - W.B., A.E. und M.P. - und natürlich Herrn Dinktoc für die Geschenke und den schönen Tag!

Donnerstag, 24. Mai 2012

Eifelgold und Atomcodes

Am Sonntag haben wir meine Eltern in der Eifel besucht. Das ist insofern bemerkenswert, als dass eine wunderbare Fernsicht herrschte, die ich außerdem bildlich dokumentieren konnte, weil ich endlich die Digitalkamera von meinen Eltern zurückbekommen habe. Sie hatten sich das Ding für ihren eigenen Urlaub ausgeliehen.

Zum Herunterladen der Urlaubsbilder war dann technische Hilfe durch Herrn Dinktoc gefragt, weil meine Mutter zwar problemlos E-mails durch die Gegend schickt und im Internet surft, aber bei allen ihr unbekannten Tätigkeiten am PC Angst hat, die falsche Taste zu erwischen, dabei versehentlich einen achtundzwanzigstelligen Code einzutippen und somit ein paar Langstreckenraketen mit Atomsprengköpfen unaufhaltsam Richtung Berlin auf den Weg zu bringen.

Nach vollbrachter guter Tat ("das ist ja wirklich nicht schwer." "ja, Mama.") machten wir einen kleinen Ausflug auf die Eifelhöhen und genossen die Aussicht.




Als "Eifelgold" wird dortzulande übrigens der Ginster bezeichnet, der um diese Jahreszeit intensiv leuchtend ganze Hänge bedeckt.

Und nachdem ich die Kamera wieder habe, fehlt mir ein Alibi für die derzeitige Blogfaulheit. Da  muss ich  mir wohl was neues ausdenken.

Donnerstag, 8. März 2012

Farbberatung

Herr Dinktoc, frisch zurück von der Dienstreise, hatte sich des Anzugs und der Krawatte entledigt und lümmelte in Räuberzivil auf dem Sofa. Für den Abend hatten wir Theaterkarten, und obwohl man da heutzutage nicht mehr mit Frack und Fliege auflaufen muss, sollten die einzelnen Kleidungsstücke wenigstens farblich zueinander passen, findet Frau Dinktoc; also entspann sich folgender Dialog:

Ich: "Ähm. Was willst du denn nachher ins Theater anziehen?"

Herr D.: "Ach, ein Hemd und Jeans, denke ich. Welches Hemd soll ich denn anziehen?"

Ich: "Du bist 46 Jahre, Elektroingenieur, du wirst doch wohl selber ein Hemd im Schrank finden können, das sich farblich nicht mit deinen Socken beisst?"

Herr D.:  "Meine Socken sind dunkelgrau. Gibt es eine Farbe, die sich damit beißt?"

Ich: "Keine Ahnung. Aber wenn, dann wirst du sie bestimmt finden!"


(Aus der Reihe: Nachteile des Ehelebens, insbesondere bei Heirat mit einer Eiflerin.)

Montag, 19. September 2011

Der 38. Geburtstag ...

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... oder: Mit Schleifchen und Blümchen kann man alles schön machen! Happy Birthday gehabt zu haben, Briderchen! War ein schöner Abend gestern.

Mittwoch, 14. September 2011

Antiborreliotika

Vorgestern wurde bei mir eine - frische - Borreliose diagnostiziert. Seither wundere ich mich über die ein oder andere Reaktion, die diese Mitteilung auslöst. Eine Kollegin trat unwillkürlich zwei Schritte zurück, als ob das ansteckend sei, ein anderer Mensch reagierte derart, dass ich schon fast gefragt hätte, ob ich mich schon mal um meine eigene Beerdigung kümmern sollte; viele wunderten sich, dass ich im Büro saß und mich nicht habe krank schreiben lassen. Wozu denn eigentlich? Ich nehme die nächsten 3 Wochen jeden Morgen ein Antibiotikum; ansonsten fühle ich mich fast normal - nur abends bin ich relativ zeitig müde, aber dann geht man halt mal früher als sonst ins Bett.
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Ich weiß Eure Besorgnis wirklich zu schätzen und freue mich über Euer Mitgefühl. Aber es scheint mir, die Tatsache, dass Borreliose vor ein paar Jahren so eine Art Modekrankheit wurde, hat leider eher zur allgemeinen Verwirrung als zur allgemeinen Aufklärung darüber beigetragen. Was im Gedächtnis geblieben ist, sind die Horrorgeschichten.
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Natürlich ist Borreliose eine ernstzunehmende Krankheit, die in der chronischen Variante schwerwiegende Beeinträchtigungen und Beschwerden verursacht (und jeder, der damit klarkommen muss, hat mein aufrichtiges Mitgefühl). Aber rechtzeitig erkannt ist sie einfach zu behandeln und heilbar. Und ich hatte das Glück, dass die Sache frühzeitig festgestellt wurde. Es braucht also niemand zu befürchten, dass dieses Blog kurzfristig zu existieren aufhört, immer vorausgesetzt natürlich, dass mich nicht ein anderer vorzeitiger Tod ereilt (der Rheinische Fatalismus weiß: im Zweifelsfall stirbt man gesund, aber sterben tut man!).

Montag, 12. September 2011

Rhapsodie in Rosa & Lila

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Für Frau O., die ihr Stück Himbeer-Sahne-Torte erst essen durfte, nachdem ich mich über die Vielfalt und das Zusammenspiel der rosa-lila-rot-Farbtöne wieder beruhigt und endlich mein Foto gemacht hatte.

Dienstag, 26. Juli 2011

Treppenwitz

Der Innenausbauer hat auf einer Baustelle mehr Zeit benötigt als geplant, ein paar Termine durcheinandergerührt, eine Prise Sommerurlaub hineingestreut und uns damit eine dicke Suppe eingebrockt. Will heißen, die Treppenhausverschönerung bei uns verschiebt sich um 4-5 Wochen. Am 15. August kommt der Innenausbauer aus dem Urlaub, und dann machen wir einen Terminplan, an den er sich dann hoffentlich noch erinnern kann.

Es ist ja im Grunde kein Beinbruch - keine anderen Handwerker oder Termine hängen an diesen Arbeiten. Es ist nur meine persönliche Enttäuschung - erst vor ein paar Tagen habe ich gedacht "ich bin ja so froh, wenn das Treppenhaus verputzt ist, und vor allem, wenn diese hässlichen Fliesen auf der Außentreppe verschwunden sind!". Jetzt muss ich halt einen Monat länger darauf warten. Aber bis dahin ist vielleicht besseres Wetter, und wir könnten das Ereignis mit einer Außentreppenfertigstellungsgrillparty begehen? Man soll die Feste feiern, wie sie fallen (und als Rheinländerin fällt man häufig über die Feste).

Montag, 11. Juli 2011

Der Blaubeermelonenpfirsich


Beim Wochenendeinkauf am Freitag hatten wir uns von der Fülle des derzeitigen saisonalen Obstangebots überwältigen lassen und etwas zu reichlich eingekauft. Gestern vormittag vermeldete Herr Dinktoc, dass wir abends zum Nachtisch unbedingt Melone essen müssten, weil "die muss weg!" Gleiches war mir in Bezug auf Pfirsiche und Blaubeeren auch schon aufgefallen, und so haben wir, fantasievoll, wie wir nun mal sind, einfach eine neue Obstsorte kreiert: den Blaubeermelonenpfirsich. Durchaus schmackhaft.
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Heute abend gibt es übrigens Himbeerbananentrauben.

Mittwoch, 27. April 2011

Der Hessentest: Wunsch & Wirklichkeit

Herr Dinktoc behauptet ja immer, bevor man endgültig die hessische Staatsbürgerschaft bekäme - und er lässt nie einen Zweifel daran, dass dies ein höchst erstrebenswertes Ziel sei - müsse man erst erfolgreich den Hessentest absolvieren.

Der besteht aus dem korrekten Aussprechen der Wortkombination "en Schnibbelsche Flaaschworscht" (ein linguistischer Albtraum für alle Nicht-Hessen), dem Verspeisen von "Handkäs mit Musigg" und dem Trinken mehrerer Bembel Äppler; verwendet man die Bezeichnung "Apfelwein", führt das zu sofortigem Durchfall. Ich meine: beim Test. 

Am Osterwochenende waren wir zu Besuch bei meinen Eltern in der schönen Eifel, da, wo die scharfkantigen Rheinländer wohnen. Man sagt von ihnen, sie würden blind geboren, könnten aber nach 14 Tagen schon durch eine dicke Eichentür gucken.

Genau dort also ritt Herr Dinktoc mal wieder sein Steckenpferd und forderte - mit schrägem Seitenblick auf Frau Dinktoc - den Hessentest für alle. Frau Dinktocs Vater, durchaus lokalpatriotisch, wenn es sein muss, fragte nur:

"Worum geht's denn da? Muss man drei Stunden aus dem Fenster gucken und darf dabei nix denken??!"

Ich vermute, frühestens an Pfingsten wird Herr Dinktoc bereit sein, wieder mit seinem Schwiegervater zu sprechen.  

Dienstag, 8. März 2011

Herrlich! Herrlich! Herrlich!

Alaaf! Dieses Jahr habe ich Karneval so intensiv gefeiert wie schon lange nicht mehr. Zur guten Stimmung hat bestimmt auch das Superwetter beigetragen. 5 Tage Sonne und blauer Himmel, wunderbar.
Weiberdonnerstag war ich wie immer in Bonn, mit der Freundin um die Häuser oder besser in die Kneipe ziehen und tanzen, bis die Füße daran erinnern, dass man nicht mehr zwanzig ist. Freitagmorgen dann ein gemütliches Frühstück mit Tratsch & Klatsch und reichlich Kaffee; und dann ging es wieder nach Hause.
Karnevalssonntag sind wir relativ spontan in die Eifel gefahren, Mittagessen bei den Eltern und dann ab in den Nachbarort, Umzug gucken und anschließend "After-Zoch-Party" (so heißt das neudeutsch, leider!) im Zelt. In dem Dorf habe ich schon über 20 Jahre keinen Karneval mehr gefeiert. Hätte ich besser mal gemacht - es war eine tolle Party und wir sind deutlich später Richtung Heimat aufgebrochen, als wir eigentlich vorhatten. Und das letzte Bier war nicht ganz in Ordnung (ähem). Sogar der zwangskarnevalisierte, hessische Herr Dinktoc hat sich amüsiert (auch wenn er die kölschen Karnevalslieder nicht mitsingen kann).
Rosenmontag, auch spontan, waren wir wieder in Bonn zum Rosenmontagszug und Auf-der-Straße-tanzen, bis die Füße ... siehe oben. Abends zu Hause wollten wir dann noch die am Wochenende auf den Festplattenrecorder gebannte Stunksitzung anschauen, aber nach einer guten Stunde haben wir das abgebrochen wegen zufallender Augen. Das Schlafdefizit ist auch heute noch nicht ganz behoben. Was soll's! Das war ein rundum gelungenes Wochenende.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Wissenschaftliche Erkenntnis

Kater, der (m.). Bisher bestand innerhalb der Zoologie weitgehend Konsens darüber, dass der K. zu den fleischfressenden, zur Familie der Katzen gehörenden Säugetiere zu rechnen sei. Neueste Untersuchungen stellen diese Einordnung in Frage und ventilieren die These, K. sei vielmehr der Ordnung der Nagetiere (Rodentia) zugehörig. Vorläufig wurde K. der Name "Rodentia plastiktütis leopoldii" zugewiesen, der hiermit zur wissenschaftlichen Diskussion gestellt wird. Gestützt wird die Nagetier-These m.E. jedoch auch durch die Art des Inhalts der zernagten Tüte - "Käserollis", welche gemeinhin als beliebte Nahrung von Nagern aller Art gelten.

Wer bietet mir eine Promotion zum Thema an?




Dienstag, 25. Januar 2011

Perle der Weisheit (2)

Man unterhält sich über Präferenzen bei der Sitzverteilung im Flugzeug. Briderchen hat die allumfassende Lösung: "Ich sitze am liebsten am Gang am Fenster!"
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Ah so.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Neu im Haus: Kaiser Leopold der Rothaarige

Gestatten, Leopold. Meistens Leo, gelegentlich auch Leo Rosso genannt. Ungefähr 2 Jahre alt, rot getigert und mit vier sahnefarbenen, sehr ordentlich gleichmäßig hochgezogenen Kniestrümpfen an den Pfoten. Und einem entsprechenden Schlabberlatz, den ich auch brauche, sagt die Dosenöffnerin, weil ich nämlich mit viel Appetit fresse und leider auch gerne ein bisschen kleckere.
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Vorigen Donnerstag bin ich vom Mainzer Tierheim in mein neues Zuhause umgezogen (das bedeutete einen Umzug von Rheinland-Pfalz nach Hessen, schrecklich, aber die Dosenöffnerin hat mich beruhigt, sie sagt, sie hat das auch gemacht und meint, es wäre zwar furchtbar, aber es geht!). Ganz neugierig habe ich sofort das ganze Haus erkundet und einige hübsche Aussichtspunkte, bequeme Liegeplätze und schöne Verstecke gefunden. Nur unters Bett habe ich mich nicht so recht getraut, da aus dem Dunkeln hat es nämlich ordentlich gefaucht. Habe dann gemerkt, dass das die kleine schwarze Katze war, die auch hier wohnt. Vorläufig ist sie noch etwas zickig - wie Mädchen halt so sind - aber wenn es darum geht, die Dosenöffner an die Einhaltung der Fütterungszeiten zu erinnern, macht sie sofort mit. Das wird also schon werden.
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Abends kriege ich immer meine 5 Minuten, galoppiere durch die Wohnung und versuche die Spielangel zu fangen, die meine Menschen schwingen, dazu singe ich viele schöne lange Lieder. Wenn ich mich eingewöhnt habe, werde ich auch rausgehen dürfen und die ganze große weite Welt erkunden. Bin ja schließlich ein mutiger Kater - nur, wenn die große brummende Krachmaschine angemacht wird ("Staubsauger" sagen die Menschen dazu), laufe ich lieber in den Keller, um zu gucken, ob hinter der Waschmaschine alles in Ordnung ist (ähem).
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Für heute hab ich genug geschrieben; ist ganz schön anstrengend, im Ein-Krallen-System auf der Tatztatur rumzuklappern. Demnächst gibt es bestimmt mehr Nachrichten von mir, aber dann lass ich die Dosenöffnerin schreiben. Wozu hält man sich denn schließlich einen Menschen?

Donnerstag, 11. November 2010

Der Elfte im Elften


Mir sin die Weltmeister vom Rhing,
wä uns nit kennt hätt de Welt nit gesinn.
Jewinne künne künne mer nit immer,
ävver jönne künne, dat künne mer joot.
(Bläck Fööss)
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Alaaf!

Donnerstag, 29. Juli 2010

Wochenendgroßprogramm

Morgen habe ich mal wieder bürofrei und also ein langes Wochenende vor mir. Da das Wetter derzeit nicht schwimmbadgeeignet ist, habe ich mir bzw. wir uns was anderes vorgenommen:
  • Ausmisten und Aufräumen im Arbeitszimmer. Dieses besteht zu hundertachtundsiebzig Prozent aus Büchern und Akten und sonstigem Papier. Die restlichen 32% sind Möbel sowie Computer und deren Zubehör, etwa 748 Kugelschreiber (von denen vermutlich nur 31 funktionieren) und jede Menge Krims und Krams (am besten kaufe ich noch ein Paket große Müllbeutel, bevor ich loslege).
  • der übliche Hausputz (Wohnung)
  • der übliche Wochenendeinkauf (und Kochen. und Essen auch noch.)
  • Treppenhausgrundreinigung (Haus). Fenster und Boden. Wegen der Höhe des Treppenhauses und der Fenster muss eine etwas abenteuerliche Konstruktion aus zwei Leitern und einer dicken Bohle her, um besagte Fenster putzen zu können. Sollten hier keine weiteren Blogeinträge mehr erscheinen, bin ich abgestürzt, und dann - sagt der Rheinländer - "donn mir die Zäng nimmi wieh"*.
  • Badgrundreinigung (Haus). Auch hier sind die Fenster noch sagenhaft dreckig; und Staub haftet überall an den Wänden und liegt auf dem Boden (abgesehen von der Duschecke, die ist seit Samstag sauber gespült).
  • Unkrauternte. Disteln und Knöterich und wasweißichsonstnoch wachsen inzwischen übermannshoch. Herr Dinktoc hat zwar schon die ein oder andere Schneise geschlagen, um ein Übergreifen auf die Nachbargärten zu verhindern, aber fertig ist er noch lange nicht.
  • Besuch im Möbelhaus. Wir brauchen immer noch ein paar Lampen und einige Accessoires fürs Bad.
  • Der Wäschekorb quillt über. Also 2 bis 3 Maschinen Wäsche waschen, aufhängen, abhängen, zusammenlegen, evtl. bügeln.
  • Küche aufräumen. Kühlschrank leeren, mit Essigwasser auswischen, Inhalt prüfen, ggf. entsorgen und ansonsten wieder einräumen; Inventur im Gefrierfach genauso wie in der Kräuter- und Gewürzekiste (das ein oder andere Restetütchen harrt seiner Entsorgung). Wenn das erledigt ist, ist das Programm "Ausmisten VOR dem Umzug" erfolgreich abgeschlossen. Uff.
Damit sollten wir bis einschließlich Sonntag ausreichend beschäftigt sein.
* "tun mir die Zähne nicht mehr weh."

Montag, 7. Juni 2010

Perle der Weisheit

Briderchen sagte: "Mit vollem Mund isst man nicht".
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(aus der Reihe: Die sieben tibetischen Eifler)

Noch 'ne Farbe


Rot fehlte noch. Von wegen der Papageienbude, wie mein Bruder so schön sagte (Mangel an Charme hat er reichlich, wenn er will). Der Kaminvorsprung in der Küche steht so im Weg herum, dass wir für ihn eine rheinische Lösung herangezogen haben: was du nicht verstecken kannst, musst du richtig hervorheben.

Folgerichtig haben wir für den Kamin den Farbton "RAL3003" ausgesucht. Auf dem Etikett vom Baumarkt steht 'rubinrot' (auch recht - ob Herr Dinktoc mir dazu einen passenden Ring ... ?)

Sonntagmorgen habe ich im blauen Bad und grünen WC ein paar Kleinigkeiten erledigt, Farbspritzer abgekratzt, wo sie nicht hingehören und so was. Das ging schneller als gedacht, und so habe ich gleich dem Kamin einen rubinroten Anzug verpasst.



Bei einer derart intensiven Farbe waren zwei Anstriche nötig, dann war alles gleichmäßig - und ich finde, es passt hervorragend zum Fliesenspiegel und ist ein richtiger Hingucker in der Küche.



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Und nein - ich habe nicht mitten in der Arbeit aufgehört. Unterhalb des Fliesenspiegels werden Unterschränke stehen. Also kann man sich dort Farbe & Arbeit sparen. (Beim Arbeit Sparen ist der Rheinländer an sich ganz groß.)

Montag, 3. Mai 2010

Freitagsnachlese

Letzten Freitag hat alles, was ich mir vorgenommen hatte, so verdächtig gut geklappt, dass ich beinahe misstrauisch geworden bin und schon ein Weilchen damit rechne, dass irgendetwas jetzt fürchterlich schiefgeht. Optimismus ist schließlich auch nur eine Art von Informationsmangel, sagt der österreichische Kabarettist Alfred Dorfer. Als Rheinländerin kann ich ihm da zwar meist nicht zustimmen (wir sind ja Berufsoptimisten mit der Grundhaltung "et hätt noch immer jotjejange"), aber wo es grad so schön hinpasst ... wo war ich? Ach ja, Freitag.
Erstens ist es mir gelungen, pünktlich das Büro zu verlassen, dann war da, wo man sonst immer steht ("3 km Stau zwischen Gustavsburg und Mainz-Hechtsheim") mal ausnahmsweise nix los und ich war ratzfatz beim Fliesenhändler. Genauso ratzfatz habe ich bestellt, was ich wollte, nämlich - inklusive Verschnitt - 23 Quadratmeter dieser rötlichen Fliesen (30x30 cm) für Küche, Flur, Abstellraum und Gäste-WC, dazu 21 Meter Sockelfliesen im gleichen Design.
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Im Bad werden anthrazitfarbene Fliesen 30x60 cm verlegt:

Beide Sorten Fliesen werden nächste Woche auf die Baustelle geliefert. Nach dem Fliesenfritzen war der Baumarkt dran. Trotz einsetzenden Freitagnachmittagsfeierabendverkehrs kam ich einigermaßen zügig dorthin und habe auch sofort die Fliesenabteilung gefunden. Das grüne Glasmosaik war allerdings nirgends zu sehen. Also einen Verkäufer greifen und fragen. Herr Baumarkt beäugte das Foto, das ich vor Wochen von dem Mosaik (in einem anderen Markt der Kette) gemacht hatte, sagte "oh gut, da kann man die Bestellnummer erkennen - dann guck ich doch einfach mal in den Computer." Tat selbiges und teilte mir dann bedauernd mit: "Davon hab ich nur zwei Stück da". Darauf ich, strahlend: "Das trifft sich aber, ich brauche nämlich genau zwei Stück!" Allseitige Zufriedenheit, ich bekam das Mosaik mitsamt Karton und Polsterung ausgehändigt. Dann wieder auf die Autobahn, ab zum Supermarkt, Einkaufsliste abarbeiten und dann zum Zoohandel, die mindestens genauso lange Katzenfuttereinkaufsliste abhaken. Auf den Besuch beim Klamottenladen hatte ich dann plötzlich keine Lust mehr und bin direkt auf die Baustelle gefahren, wo der Innenausbauer kräftig gewerkelt hatte.

Ich war tatsächlich so zeitig zu Hause, dass ich es sogar noch geschafft habe, ein bisschen aufzuräumen, damit der Haushaltskram nicht komplett am Samstag erledigt werden musste. Und die vierpfotigen Mitbewohner waren auch zufrieden, weil sie den Dosenöffner endlich mal nicht nur im Durchflug erlebt haben.