Dienstag, 20. Juli 2010

Protokoll eines langen Wochenendes

Donnerstag, 15.7.
Herr Dinktoc hat heute Urlaub und trifft sich mit dem Innenausbauer. Es geht im wesentlichen um den Einbau der Innentüren. Nachmittags wird die Küche geliefert. Den Rest des Tages verbringt der geplagte Gatte überwiegend mit Papierkrieg, der schon wieder bedrohliche Ausmaße annimmt.
Frau Dinktoc sitzt im Büro und kann erst nach Feierabend die Türen besichtigen. Leider hat eine einen Transportschaden. Hier müssen wir auf die Kulanz vom Baumarkt hoffen. Vorläufig dient sie als Schlafzimmertür, da springt es nicht so ins Auge.
Abends Stammtisch im Biergarten.
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Freitag, 16.7.
Herr und Frau Dinktoc haben Urlaub. Trotzdem klingelt der Wecker um 6, damit wir pünktlich um 7 auf der Baustelle sind. Gleich darauf kommen die Küchenbauer und legen los. Herr Dinktoc nimmt die von der Gemeinde frisch gelieferten Mülltonnen in Betrieb und räumt im Hof auf. Frau Dinktoc putzt die Wohnzimmerfenster gründlich und auch den Wohnzimmerboden, in dessen Staub sich diverse Schuhabdrücke diverser Handwerker in diversen Schuhgrößen reichlich finden.
Anschließend zum Einkaufen, auf dem Rückweg nochmal kurz zur Baustelle - Neugier, wie weit die Küchenfritzen wohl sind! Inzwischen sind die besten Schwiegereltern da und wirken zusammen mit Herrn Dinktoc schon heftig am Teppichboden.
Dann zuhause Einkäufe wegräumen, Wohnung durchharken (aufräumen, Staub wischen, Staub saugen) Das Bad kann nicht geputzt werden, denn ich habe das Putzzeug auf der Baustelle vergessen. Ein Grund, nochmal auf die Baustelle zu fahren und beim Putzeimerabholen einen Blick in die Küche zu werfen.
Wieder nach Hause, Bad putzen. Mittendrin ruft Kumpel C. an, der Herr Netzwerktechniker, der sich um die perfekte LAN-Verkabelung des Hauses kümmert und kündigt an, gegen 13 Uhr auf der Baustelle zu sein, um besagte Arbeit zu erledigen. Also wieder auf die Baustelle - die Küche ist schon gut erkennbar, und die Teppichböden sehen gut aus. Kumpel C. erscheint pünktlich und fängt an zu wirken.
Wieder nach Hause - es geht ans Ausmisten, denn für den nächsten Tag hat sich der Schreiner angesagt, um eine Seitenwand des Wohnzimmerschranks mitzunehmen, damit er das Gegenstück dazu perfekt anfertigen kann. Der fragliche Schrankteil wird ausgeräumt (Blumenvasen unten im geschlossenen Schrank, Bildbände oben im Regal). Damit sind die ersten vier Umzugskartons gefüllt.
Nächster Ausmistepunkt: zwei Wäschekörbe voll mit Büchern für die Gemeindebücherei. Mit der dortigen Büchereileiterin habe ich mich für Samstagmorgen verabredet. Der chaotische Bücherhaufen im Arbeitszimmer sieht nach meiner Räumerei ein klitzekleines bisschen besser aus. Aber dort sind wir noch lange nicht am Ende ... !
Weil ich grad gut im Schwung bin, mache ich im Wohnzimmer weiter. Kürzlich hat der Videorecorder nach fast 19 Jahren endgültig den Geist aufgegeben - ein hervorragender Grund, alle alten Videokassetten, und das sind über 100 Stück, wegzuschmeißen. Einiges wird dann doch noch zur Seite gelegt (der Film von der Dinktoc'schen Hochzeit zum Beispiel *damals, seufz*), passenderweise hat mein Schwippschwager eine Firma zur Digitalisierung von Videos, Dias, etc. etc. Demnächst muss er mit Arbeit rechnen ...
Herr Dinktoc erscheint zu Hause, den Laptop zu holen, um einen Netzwerktechnik-Probelauf durchführen zu können. Ich nutze die Gelegenheit und fahre mit zurück auf die Baustelle. Die Schwiegereltern sind schon weg, der Teppichboden liegt, die Küchenbauer sind so gut wie fertig, und Kumpel C. kniet im Wohnzimmer vor den LAN- und Telefondosen und schraubt an den Anschlüssen herum. Von der Tür bis zu seiner Position ziehen sich deutlich sichtbar staubige Schuhabdrücke in nur einer Schuhgröße. Für mein Jammern über "umsonst geputzt!" zeigt er mehr so gar kein Verständnis. Man dürfe doch nicht putzen, bevor nicht alle Handwerker durch wären. Ja, schon richtig, ist meine Antwort, aber ihn hätte ich nicht als Handwerker eingestuft. Und was mache ich hier grade!?! ruft er, schraubenzieherschwingend mit der rechten und Kabel festhaltend mit der linken Hand.
Männer verstehen eben den feinen seelisch-geistigen Unterschied zwischen "Handwerker" und "handwerkendem Kumpel" nicht. Man kann es ihnen auch nicht erklären, denn es hat mit der gleichzeitigen Benutzung beider Hirnhälften zu tun, und bei Männern ... ach - lassen wir das.
Gegen 16.30 Uhr ist alles erledigt, wir auch. Ab nach Hause in der Absicht, die 17-Uhr-Nachrichten zu gucken. Um 17.02 Uhr bin ich schon tief und fest eingeschlafen und werde erst wach, als der Kater um kurz vor sechs lautstark sein Abendessen reklamiert (Herr Dinktoc hört nicht mal dieses Maunzgebrülle).
Gegen 7 Uhr bin ich auf dem Weg zum Volleyball, heute am Badesee auf dem Beach-Feld, eine wahre Wohltat verglichen mit der stickigen Halle, in der wir sonst spielen. Heute können wir vorher, nachher, zwischendrin eine Runde schwimmen gehen, was wir weidlich ausnutzen.
Herr Dinktoc, aus dem Koma erwacht, erledigt derweil zu Hause noch seinen Teil der Hausarbeit.
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Samstag, 17.7.
Ausgiebiges Samstagsfrühstück. Danach geht es gleich mit Räumen weiter - Herr Dinktoc packt unsere DVDs in Umzugskisten; wieder ist ein Regal leergeräumt. Dann hilft er mir, die beiden Wäschekörbe mit Büchern ins Auto zu tragen - um 10 Uhr bin ich an der Bücherei und werde auch fast alle Bücher los, nur ein paar wollen sie auch dort nicht. Anschließend noch mal kurz ins Haus, im Keller noch etwas nachmessen, denn zu Hause wartet der blau-gelb-schwedische Katalog und eine angefangene Einkaufsliste für ein Kellerregal, die ich dann auch fertigstellen kann.
Um die Mittagszeit kommt der Schreiner die Seitenwand holen. Bei der Gelegenheit verabreden wir uns für nächsten Samstag - er wird den ganzen Schrank abbauen und im Haus, mitsamt der zusätzlichen Seitenwand, wieder aufbauen. Dass ein Fachmann das macht, war uns wichtig, denn der Schrank war mal teuer und ist uns auch nach 16 Jahren noch lieb und wert. Wir müssen dann zwar die zwei Wochen bis zum Umzug den Fernseher auf einen Klapptisch stellen, aber dafür haben wir schon ein großes, sperriges Möbel aus dem Weg.
Kurz nach Mittag fahren wir zum blau-gelben Möbelhaus. Einmal quer durch die Möbelausstellung, das gewünschte Kellerregal erstmals live besichtigen und für gut befinden, dann in die Markthalle. Wir finden eine bezahlbare Lampe für den Esstisch und einen Spiegel fürs Gäste-WC. Herr Dinktoc bekommt endlich den schon lange gewünschten Rasierspiegel. Die sechs Caipirinha-Gläser und die Salatschüssel zu 1,99 Euro müssen irgendwie versehentlich in den Wagen geraten sein. Schließlich kommen wir in der SB-Halle an und suchen uns die Regaleinzelteile aus acht verschiedenen Fächern in zwei verschiedenen Regalen zusammen. Mit zwei Einkaufswagen schlagen wir an der Kasse auf, kriegen anschließend tatsächlich alles im Auto untergebracht, fahren zur Baustelle, packen das Zeug in den Keller und sind gegen halb sechs wieder zu Hause.
Abends sind wir zum Monopoly-Spielen bei Nachbarn. Nach zwei Tagen auf Hochtouren bin ich nicht mehr so richtig fit und die erste, die Konkurs anmelden muss. Aber Herr Dinktoc, der alte Immobilienhai und Halsabschneider (seine eigenen Worte!) siegt alle in Grund und Boden.
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Sonntag, 18.7.
Morgens ist endlich mal Wochenende. Zeitung lesen, Kaffee trinken, rumlümmeln. Um 13 Uhr sind wir am Haus verabredet - der Innenausbauer will die Wohnzimmertür fertig machen - am Donnerstag hat es nicht ganz gereicht, und nur am Sonntag konnte er noch eine Stunde erübrigen.
Ich putze mal wieder Fenster - WC, Abstellraum, Küche. Herr Dinktoc fängt mit dem Aufbau des Kellerregals an und schreit ziemlich bald um Hilfe, weil er einen Regalbrettfesthalter braucht. Also kämpfen wir zu zweit mit dem sperrigen Ding - Blogpost folgt!
Um halb fünf sind wir wieder zu Hause und verbringen den Rest vom Sonntag im Garten, mit Nachbar, Nachbars Kind, Nachbars Liegestuhl und eigener Katze. Nach dem Abendessen gibt es einen Caipirinha aus den frisch erworbenen Gläsern. Uff!

Kommentare:

  1. Nun, das restlche Wochenprogramm nach Feierabend ist auch nicht Ohne

    - heute Fehlende Regalbauteile beim Möbelhaus besorgen und auf dem Grundstück etwas aufräumen
    - morgen überzähliges Baumaterial einsammeln und zum Baumarkt zurückbringen
    - übermorgen Regale fertig aufbauen
    - Freitag ausmisten, räumen, saubermachen etc ... evtl open air kino am Altrhein

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  2. Und gestern warn wir ja auch schon wieder in Sachen Haus unterwegs

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  3. Habt Ihr Euch eigentlich schon mal Gedanken gemacht, was Ihr mit all der freien Zeit macht, die Ihr nach dem Umzug habt? Nicht das Ihr in ein großes Loch der Depression fallt.
    Wie wäre es z.B. mit Kabbeleien mit der Bank, oder doch lieber der Paketservice? Mmh. Fragen über Fragen. :-)

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  4. Auch nach dem Umzug ist vorläufig keine Zeit für Depressionen. Die alte Wohnung muss hergerichtet und vermietet werden. Im Haus und besonders Garten ist schließlich auch noch lange nicht alles fertig - by the way, wie wäre es mit einem herbstlichen Arbeitsurlaub in Hessen? Garten umgraben etc.?!

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