Mittwoch, 3. August 2011

Legasthenie für Fortgeschrittene

Gestern mailte ich privat eine Anfrage an ein Unternehmen und bekam ein paar Stunden später eine automatisch erzeugte Empfangsbestätigung, deren letzter Satz lautete:

Hinweis: Der Empfänger hat den Empfang der Nachricht bestätigt. Dies ist keine Garantie, dass die Nachricht gelesen und verstanden wurde.
k
Jetzt frag ich mich nur, wem die Firma nicht traut: dem Kunden oder dem eigenen Personal?

Dienstag, 2. August 2011

Aus der Rubrik: Piktogramme für den besonderen Zweck

Wenn frau es mal sehr, sehr eilig hat, ist dieser Hinweis sicher hilfreich.

(gefunden in Haifa von Herrn Dinktoc)


Mittwoch, 27. Juli 2011

Huhn in Schönschrift

Manchmal lebe ich ausgesprochen gerne in Hessen, zum Beispiel, wenn ich die nette, über 80jährige Nachbarin auf der Straße treffe, eine in der Wolle gefärbte Hessin. Sie bemerkt, dass ich eine neue Brille habe und erzählt mir, dass sie ihre kürzlich verlegt hatte: "Un dann kam de Poschdbode middenem Einschreiwe, un da mussd ich unnerschreiwe, obwohl ich nix sehe kunnd, do sah die Unnerschriff aus wie Gickelkrakel! Awwer der Poschdbode guggt soweso ned rischdisch hin, do fälld des dem aach gar ned uff!"

Gickelkrakel. Göttlich!

Dienstag, 26. Juli 2011

Familienbande

Wer eine solche Familie hat, braucht keine Feinde mehr ... jetzt sind meine Eltern in Budapest, und natürlich sind auch sie im Café Ruszwurm, und natürlich rufen auch sie eigens deswegen an, nicht ohne außerdem zu erwähnen, dass dort die Sonne scheint und der Urlaub ja so schön ist. Nein, ich bin nicht neidisch und ich schmolle nicht und ich will auch selber überhaupt keine Torte essen.

Treppenwitz

Der Innenausbauer hat auf einer Baustelle mehr Zeit benötigt als geplant, ein paar Termine durcheinandergerührt, eine Prise Sommerurlaub hineingestreut und uns damit eine dicke Suppe eingebrockt. Will heißen, die Treppenhausverschönerung bei uns verschiebt sich um 4-5 Wochen. Am 15. August kommt der Innenausbauer aus dem Urlaub, und dann machen wir einen Terminplan, an den er sich dann hoffentlich noch erinnern kann.

Es ist ja im Grunde kein Beinbruch - keine anderen Handwerker oder Termine hängen an diesen Arbeiten. Es ist nur meine persönliche Enttäuschung - erst vor ein paar Tagen habe ich gedacht "ich bin ja so froh, wenn das Treppenhaus verputzt ist, und vor allem, wenn diese hässlichen Fliesen auf der Außentreppe verschwunden sind!". Jetzt muss ich halt einen Monat länger darauf warten. Aber bis dahin ist vielleicht besseres Wetter, und wir könnten das Ereignis mit einer Außentreppenfertigstellungsgrillparty begehen? Man soll die Feste feiern, wie sie fallen (und als Rheinländerin fällt man häufig über die Feste).

Sonntag, 24. Juli 2011

Sommer 2011

Früher Sonntagnachmittag. Der Himmel ist vollständig grau, es nieselt. Kein Mensch ist auf der Straße zu sehen, kein Vogel zwitschert. Die Katzen, sonst in dieser Jahreszeit selten zu Hause, bewegen sich kaum vom Sofa weg. Ich lege mir Bücher, Rechner und Fernbedienungen bequem in Reichweite und wickele mich in eine Wolldecke. Summer in the City.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Flower Power



Gerade habe ich die schweineteure wertvolle Tapete für die eine Wand im Treppenhaus online bestellt. Im Baumarkt hätte ich sie auch kaufen können, aber dort war sie sogar doppelt so wertvoll. Mit ein bisschen Surfen kann man doch eine Menge über sogenannte Sonderangebote und Margen im Einzelhandel lernen.

Dienstag, 19. Juli 2011

Déjà-vu

Das hatten wir doch schon mal?! Am Wochenende waren wir in zwei Baumärkten und haben Verputzmaterial, Fliesenkleber, Kantenschienen und Farbe gekauft, weil demnächst der Innenausbauer kommt und das Rohbau-Treppenhaus bearbeiten wird.
Als dann an der Baumarktkasse zusammengerechnet wurde und die Kassiererin fröhlich eine dreistellige Zahl nannte, kam ich mir um ziemlich genau 1 Jahr zurückversetzt vor. Damals, als wir mindestens dreimal die Woche im Baumarkt waren und dort schon mit Namen begrüßt wurden.
Immerhin ist es die letzte größere Aktion am/im Haus, die wir für dieses Jahr geplant haben. Erst nächstes Jahr werden wir weiterstreiten, wie denn nun der Belag für die Treppe ins Obergeschoss und der auf der Terrasse aussehen soll.

Montag, 18. Juli 2011

Cherry Cherry Lady

Der Kollege, der im Nebenberuf noch Obstbauer ist, hat wie bestellt eine Steige Sauerkirschen bei mir abgeliefert. Somit stand der bürofreie Freitag im Zeichen des Einkochkessels (mal abgesehen von üblicherweise fälligen Hausarbeiten wie Aufräumen und Wäschewaschen).

Zeitungspapier auf dem Tisch wegen der Saftflecken? Check.
Kirschenentsteiner aus dem obersten Schrankfach gefischt? Check.
Schüsseln für Kirschen und Abfall? Check.  
Uraltes T-Shirt, das nur noch für diesen einen Tag im Jahr aufgehoben wird und voller nicht entfernbarer Saftflecken ist, angezogen? Check.
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Kaum habe ich mit der Arbeit angefangen, erscheint schon ein Vertreter der Bundesprüfstelle gegen die Verbreitung gesundheitsgefährdender Vitamine, um die ordnungsgemäße Ausführung zu beaufsichtigen.
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Man kann noch so vorsichtig sein wollen - wenn man rund 5 kg Kirschen entsteint hat, sieht die gesamte Umgebung immer aus wie bei einem Schlachtfest. Nur der Vertreter der Bundesprüfstelle hat rechtzeitig den gebührenden Sicherheitsabstand eingehalten und hat keine Kirschsaftflecken im Fell. Ganz im Gegensatz zu mir. Vor der weiteren Verarbeitung muss ich mich erst mal waschen, und dank generalstabsmäßiger Planung rein zufällig ist auch gerade die Waschmaschine abgelaufen, so dass nun die helle Buntwäsche inklusive des frisch saftfleckigen T-Shirts gewaschen werden kann.

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Weiter geht es in der Küche. Die Hälfte der Kirschen wird mit Gelierzucker gemischt und erst mal beiseite gestellt, damit sie ein paar Stunden durchziehen kann.

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Der eiserne Meiler, vulgo auch Einkochkessel genannt, ein Erbstück von Schwiegeroma, wird mit etwa 8 Liter Wasser bestückt und auf den Herd gestellt. Bis das Wasser die erforderliche Temperatur von 85 Grad erreicht, habe ich die zweite Hälfte der Kirschen auf Einmachgläser verteilt, gezuckert, mit Saft aufgefüllt und die Gläser verschlossen. Außerdem die Wäsche aufgehängt, das Wohnzimmer fertig aufgeräumt, eine Tasse Kaffee getrunken, ein belegtes Brot gegessen und die Zeitung ausgelesen.

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Vielleicht sollte ich mir doch mal einen etwas moderneren Einkochkessel zulegen? Ich könnte Herrn Dinktoc bitten, eine Kosten-Nutzen-Rechnung anzustellen.
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Immerhin müssen die Kirschen dann nur etwa 20 Minuten im 85 Grad heißen Wasser eingekocht werden (eingesiedet?). Damit war das Kapitel Kompott erledigt. Folgt Marmelade.
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Die Kirsch-Gelierzucker-Pampe wird zum Kochen gebracht. Genauer: sogar zum Überkochen. Ich habe mal wieder unterschätzt, wie hoch das Zeug im Topf steigt. Die Schweinerei auf dem Herd ist unbeschreiblich und riecht auch so.

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Den größten Teil der Kirschmasse habe ich aber retten können und dann portionsweise die üblichen vier Minuten gekocht und in Gläser gefüllt. Jetzt warten im Keller ein Dutzend Gläser Sauerkirschmarmelade auf alle Schleckermäuler - das sollte bis nächstes Jahr reichen (von Muttern werden noch Brombeer-, Johannisbeer- und Traubengelee geliefert sowie Erdbeermarmelade).

Samstag, 16. Juli 2011

Origineller Vergleich

Herr Dinktoc und die schwarze Katz begegnen sich unerwartet im Flur.

Herr D.: He Katze! Was guckst du mich an wie ein Hoftor?
Frau D. *konsterniert* aus dem Off: Wie guckt denn ein Hoftor??
Herr D.: Na, so wie unser Hoftor halt ist: groß und offen!