Ich könnte ja jetzt behaupten, dass die beiden immer so einträchtiglich nebeneinander hocken, aber das wäre gelogen. Im Gegenteil, dieses Bild ungetrübter Zweisamkeit musste ich sofort fotografisch festhalten, denn es ist - leider - eher ungewöhnlich und entstand, weil die Stubentiger sich versammelt hatten, um mit strengen Blicken ihr Abendessen zu reklamieren.
Fortschritte, Rückschritte und Seitensprünge betreffend den Umbau eines 2008 gekauften Hauses sowie Betrachtungen über das Leben und das Universum an sich. Cat Content inklusive!
Mittwoch, 3. Juli 2013
Dienstag, 2. Juli 2013
Sommerwandertag
Seit Februar haben wir den monatlichen Wandertag sträflich vernachlässigt. Irgendwas war ja immer: im März fiel der Wandersonntag auf Ostern, da mussten alle absagen wegen allfälliger Familienfeiern. Im April war die Wanderung schon geplant; Treffpunkt, Fahrgemeinschaften und Picknick organisiert - und dann haben wir es im letzten Moment abgeblasen, weil das Wetter so dermaßen übel war, dass auch der hartgesottenste Wanderjunkie keine Lust auf Fußmärsche hatte. Im Mai war der eine im Urlaub, der nächste hatte Rücken und der dritte bereitete einen Umzug vor. Plötzlich war es Juni, und wieder waren die meisten verhindert, aber immerhin haben es vier wanderwillige Stammtischangehörige geschafft, eine Route zu finden, die Wanderschuhe einzupacken und Sonntagmorgen in den Odenwald zu fahren.
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Drei Tage vor dem Wandersonntag kam ich auf die glorreiche Idee, des Herrn Pathologen Lust zum Mitwandern zu erfragen - schließlich wohnt er mehr oder weniger um die Ecke - und siehe: er war willens und bereit, sogar zusammen mit Tochter, die 12 km in Angriff zu nehmen.
Das war ein perfekter Sonntag: 20 Grad, leichter Wind, Sonne, wunderbare Landschaft, ein abwechslungsreicher Weg durch Wald und Feld, das Ganze in netter Gesellschaft. Hinterher noch eine Einkehr in einen alten Dorfgasthof mit schön begrüntem Innenhof.
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Die monatelange Wanderpause merke ich übrigens schon: in den Oberschenkeln zwickt und zwackt die Muskelkatze; und nach dem Abendessen versank ich recht schnell in ein ziemliches Sofakoma, aus dem ich nur hochkam, um endgültig ins Bett zu kriechen.
Montag, 1. Juli 2013
Treppenhaus is fertisch
Am Freitagmorgen, überpünktlich bereits um 7.30 Uhr, standen die Handwerker vor der Tür, um den noch fehlenden Handlauf an der Treppe anzubringen. Es sieht zwar nicht so aus, aber es war recht knifflige Kleinarbeit mit Schweißen, hier und da ein wenig Nachfeilen und hinterher gründlich polieren - insgesamt etwa 6 Stunden Arbeit!
Dafür ist es aber so schön geworden, wie wir es erhofft hatten. Und der Herr Leopold, der während der Arbeiten ziemlich unsichtbar war, denn das zischende Schweißgerät und der brummende Industriestaubsauger waren ihm nicht geheuer, war natürlich der Erste, als es darum ging, die fertige Arbeit zu inspizieren.
Nur Madame Katze weigert sich immer noch, die Treppe zu betreten. Ich vermute, sie testet heimlich nachts die ersten Stufen, um uns dann so etwa in drei Wochen mit ihrem plötzlichen und höchst unerwarteten Auftauchen im Schlafzimmer zu erschrecken.
Dienstag, 18. Juni 2013
Tripp trapp, die Treppe
Die Treppe vom Erdgeschoß in den ersten Stock drohte beinahe zu einer unendlichen Geschichte zu werden. Genauer: der Treppenbelag. Herr Dinktoc und ich pflegen in unserer Ehe ein seltsames Ritual: wann immer es um größere Anschaffungen geht, sind wir uns entweder sofort einig, was wir wollen - oder es dauert e-w-i-g, bis wir einen Kompromiss gefunden haben.
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Die Auswahl des Treppenbelags fiel in die zweite Kategorie. Als wir seinerzeit das Haus umbauten, schoben wir den Innenausbau des Treppenhauses erst mal auf, bis die Zahlen auf dem Konto wieder etwas freundlicher aussehen würden. Gut ein Jahr nach unserem Einzug wurde dann der Innenputz und Tapete angebracht und die Kellertreppe gefliest. Das ist jetzt auch schon fast zwei Jahre her, die wir phasenweise damit verbrachten, uns über mögliche bzw. unmögliche Treppenbeläge zu streiten.
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In diesem Frühjahr fanden wir dann endlich auf einer Baufachmesse einen Bodenbelag, mit dem wir beide einverstanden waren: ein graues Vinyl, das ein wenig wie Laminat aussieht, aber eine deutlich rauhere Oberflächenstruktur hat. Diese Rutschhemmung war uns wichtig, da wir erstens eingefleischte Socken- und Barfußläufer sind und zweitens ein arthrosegeplagtes Katzentier haben, das ebenfalls Griffigkeit unter den Pfoten benötigt.
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Letzten Montag rückte dann der Monteur an, brachte mit Spanplatten den notwendigen Höhenausgleich zuwege und sägte und klebte wie ein Weltmeister. Mittwochmittag war er, genau nach Plan, fertig mit der ganzen Chose.
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Dann riefen wir den Schlosser wegen des Geländers an. Dieses war übrigens ein Fall - siehe oben -der ersten Kategorie: auf der Messe gesehen, den Gatten angeblickt, gegenseitig zugenickt, fertig. Praktischerweise kommt der Schlosser aus unserem Ort. Die Geländerteile wurde nach Katalog bestellt, der Schlosser kam zum Ausmessen und hat die Teile dann für unser Treppenhaus angepasst.
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Leider erzählte er uns am Mittwoch, er könne nun doch nicht wie geplant am Donnerstag kommen, denn sein Geselle sei erkrankt und allein könne er das nicht machen. Unser Jammern über die Aussicht auf zwei Wochen ohne Geländer (und somit ein ziemlich tiefes Loch bis in den Keller) bewogen ihn dann aber, seinen Gesellen anzurufen und nach dessen Selbsterklärung, am Samstag wieder gesund zu sein, anzubieten, dann eben samstags zu uns zu kommen und das Geländer zu montieren. Gesagt, getan, und dafür standen wir Samstag sogar freiwillig um halb sieben auf. Samstagmittag um halb eins war das Geländer festgeschweißt und -geschraubt. Nur der Handlauf fehlt noch, der bedarf noch einiger individueller Anpassungsmaßnahmen und wird dann in zwei Wochen angebracht.
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Unsere Urlaubswoche haben wir allerdings nicht nur damit verbracht, dem Handwerker bei der Arbeit zuzusehen, sondern selber lauter Dinge erledigt, die man so gerne aufschiebt, weil sie ein normales Wochenende unzulässig verkürzen würden: Keller aufräumen, Küche generalreinigen, Badschrank ausmisten, Unkraut aus den Fugen im Hof kratzen, Garage aufräumen, alle Fenster putzen. Es war ein ganz ordentliches Sportprogramm, aber ich bin froh, dass all diese Arbeiten nun auch endlich mal wieder erledigt sind!
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Das arthrosekranke und davon abgesehen auch ziemlich neurotische prinzessinnenhafte Katz übrigens weigert sich noch, den neuen Treppenbelag zu betreten. Das ist nicht mehr ihre Treppe, und überhaupt sind wir alle doof. Madame hat ihren Hauptwohnsitz jetzt im Wohnzimmer aufgeschlagen und nimmt übel. Ich bin gespannt, wie lange sie braucht, bis sie sich nach oben traut.
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Freitag, 26. April 2013
Fliehende Butterpäckchen
Der Kühlschrank, die unbekannte Höhle.
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Jedenfalls, wenn man den Klagen des weiblichen Teils der Stammtischbelegschaft lauscht. Offenbar sind alle zugehörigen Ehemänner unfähig, im Kühlschrank irgendetwas zu finden, auch wenn es seit etlichen Jahren dort einen Stammplatz hat. Jede Frau konnte mehrere Beispiele aus dem Ärmel schütteln.
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Die Männer hörten sich das an und versuchten, schuldbewußte Gesichter zu machen. Herr F.S. ging schließlich zum Gegenangriff über und meinte, der durchschnittliche Familienkühlschrank sei aber auch so voll, dass es schwer sei, irgendetwas darin zu finden. Dieses Argument ist aber nicht schlüssig, wenn beispielsweise die Butter immer am selben Platz liegt, seit 20 Jahren schon. Herr F.S. vertrat die Theorie, dass er alles wahrnimmt, was so im Kühlschrank herumliegt, nur um den gesuchten Artikel gebe es so eine Art schwarzes Loch, und deswegen sähe er die Butter nicht. Ich konterte, dann müsse er ja nur in den Kühlschrank blicken, aus dem Augenwinkel das schwarze Loch lokalisieren und dann dort hingreifen.
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"Papperlapapp!" bekam ich zu hören. Früher, also: ganz früher, als Mann das Essen noch persönlich jagte, sei sowieso alles besser gewesen. Vor meinem inneren Auge erschienen galoppierende Butterpäckchen, rudelweise in den Sonnenuntergang fliehend. Aber Herr F.S. hatte die Zeiten gemeint, als man sich unauffällig an Mammuts anschleichen musste, um sie heimlich zu melken, um sodann aus Mammutmilch Mammutbutter herstellen zu können. Nun ist Herr F.S. zwar der Älteste in der Stammtischrunde, aber ich bezweifle doch ein klein wenig, dass er jemals an einer Mammutjagd teilgenommen hat.
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Frau B.S. (die leidgeprüfte Ehefrau des F.S.) brachte die Diskussion zurück in pragmatischere Bahnen mit dem Vorschlag, künftig Kühlschränke herzustellen, die nur etwa 20 cm tief sind, dafür aber zwei Meter breit. Das sei übersichtlicher, auch wenn man dann suchende Blicke hin und her schweifen lassen müsse. Herr F.S. schielte über seine Lesebrille und plädierte für einen zwanzig Meter tiefen Kühlschrank, er jedenfalls könne dann ohne Brille gut erkennen, was ganz hinten liegt. Aber: die Butter gleich vornean würde er dann ja wieder übersehen!
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Als erfahrener Ingenieur hatte Herr F.S. aber schließlich die optimale Lösung: ein Kühlschrank mit Ausgabeschacht und angeschlossenem Computer, so wie die modernen Apotheken heutzutage. Man tippt den Namen des gewünschten Artikels ein, es surrt, klappert, macht "klonk" und das Benötigte fällt aus dem Ausgabeschacht. Schinken zum Beispiel.
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Allein Herr V.E., der die Debatte bisher schweigend verfolgt hatte, war auch damit noch nicht zufrieden. Es sei doch viel zu kompliziert für einen Kerl, ein so langes Wort wie "S-C-H-I-N-K-E-N" einzutippen. "Das", sagte er, "macht dann meine Frau".
Montag, 25. März 2013
Backe backe Kuchen
Am Wochenende habe ich zuerst ein Backwerk und anschließend ein Foto davon produziert, das ich - zwecks Anregung republikweiter Speichelproduktion - auf Twitter veröffentlichte. Dies wiederum führte zum allgemeinen Wunsch eines einzelnen Herrn nach dem Rezept. Es handelt sich übrigens um eine Mascarponecreme-Tarte, im Originalrezept mit Himbeeren; ich habe gemischte Beeren verwendet.
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Und das Rezept geht so:
Für den Teig:
100g kalte Butter, in Stückchen
70g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
200g Mehl
30g gemahlene Mandeln
Butter, Zucker und Salz in einer Rührschüssel mit den Knethaken des Handmixers verrühren, bis Zucker und Butter vollständig vermischt sind. Das Ei hinzugeben und weiterrühren, bis keine Butterklümpchen mehr übrig sind (wichtig, sonst sind nachher Löcher im Teig!). Das Mehl und die Mandeln zugeben und nur so lange weiterrühren, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Wird Mürbeteig zu lange gerührt, wird er zäh! Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie packen und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank kühlen.
Eine Tarteform (28 cm Durchmesser; oder eine Springform) mit ein wenig Öl oder flüssiger Butter einfetten. Ofen auf 200 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. Den Teig ausrollen (unter Folie; oder mit bemehlter Teigrolle), in die Form legen, Rand andrücken. Überstehenden Teig abschneiden und ggf. an "Fehlstellen" anflicken, so dass eine gleichmäßige "Teigschüssel" in der Form entsteht.
Einen Bogen Backpapier auf den Teig legen (eckiges Backpapier an den Ecken einschneiden und damit an die runde Backform anpassen. Mit Backkügelchen beschweren (genausogut kann man ca. 500 g getrocknete Erbsen nehmen). Die Kügelchen müssen gleichmäßig verteilt sein, sonst wirft der Teig Blasen. 18 Minuten backen.
Aus dem Ofen nehmen, Backkügelchen mit einem Schaumlöffel entfernen, Backpapier entfernen. Teig in der Form auskühlen lassen.
Für die Füllung:
5 Blatt Gelatine
2 EL Amaretto
6 Eigelb
1 EL Honig
130g Zucker
400g Mascarpone
300g Himbeeren (oder andere Früchte, frisch oder tiefgekühlt)
Gelatine 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Amaretto in einem kleinen Topf erwärmen, die Gelatine ausdrücken und im Amaretto auflösen.
Eigelbe, Honig und Zucker 5 Minuten lang in einer Schüssel über dem heißen Wasserbad mit einem Schneebesen hellgelb schaumig schlagen.
Die Amarettogelatine zügig in die Eigelbmasse rühren. Dann den Mascarpone unterrühren. Die Mascarponecreme auf dem Tarteboden verteilen und dann die Früchte aufsetzen. Falls tiefgekühlte Früchte verwendet werden, diese vorher im Kühlschrank (!) etwa 2 Stunden antauen lassen.
Die fertige Tarte noch gut 1 Stunde kühl stellen, bis die Mascarponecreme durchgeliert und fest geworden ist.
Das Rezept stammt übrigens aus dem Buch "Raffinierte Tartes, süß und pikant" von Schuhbeck/Wecker, Dorling Kindersley Verlag, München 2010. Äußerst empfehlenswert!
Mittwoch, 13. März 2013
Frohe Kunde
Törööö! Töröööö täterä töröööööööö! Tusch und Fanfaren! Wir schreiten zur Freitagstextergewinnerverkündigung:
Wenn das doch nur so einfach wäre. Erst einmal allen, die mitgemacht haben: dankeschön! Sehr schwierig, aus all den guten Beiträgen eine Auswahl zu treffen. Aber das muss ja nun mal sein, und somit schreiten wir zur Vergabe der Medaillen:
Eine lobende Erwähnung erhält der Herr Kulturflaneur, der sich die Mühe gemacht hat, das schöne Lied von der "Schwäb'schen Eisenbahn" in voller Länge aufzuschreiben. Einen halben Tag lang fuhr mir dieser Ohrwurm im Kopf herum!
Platz 3 geht an Herrn Nömix, der Loriot - seligen Angedenkens - so passend zu zitieren wusste. Herr Lohse im Eisenbahnkaufhaus, sehr hübsch.
Die Silbermedaille verleihe ich feierlichst dem Herrn Wortmischer, weil sein erleichterter Stoßseufzer bezüglich des Stuttgarter Schutzpatrons mir einen spontanen Lachanfall bescherte.
Und nun - stellen Sie sich hier bitte dramatische, spannungssteigernde Musik vor - Platz 1: Frau Sabine, deren schöne Geschichte vom verhinderten Lokführer namens Blutbad, der vegetarische Kochbücher schreibt, mich heftigst und nachhaltig zum Kichern brachte und das Kopfkino ankurbelte. Herzlichen Glückwunsch, wir sehen uns am Freitag bei Ihnen!
Ach ja, noch kurz fürs Protokoll: das Foto stammt aus Budapest, wo diese Skulptur sich an der Fassade der Verwaltung der Ungarischen Staatsbahn MAV befindet.
Freitag, 8. März 2013
Freitags, wenn der Texter kommt
Frau Faust hat mir vorgestern freundlicherweise den virtuellen güldenen Pokal überreicht, und nachdem ich jetzt zwei Tage freudig herumgehopst bin, weil das mein allererster Freitagstextergewinn ist, seid nun wieder Ihr dran. Mit gebotener Ernsthaftigkeit (wir sind ja nicht zum Spaß hier, oder?!) habe ich ein Foto ausgewählt und harre gespannt dessen, was kommen mag.
Sollte jemand sie noch nicht kennen, hier kurz die Regeln: Zum unten gezeigten Bild denkt Ihr Euch bitte einen Kommentar aus. Lyrisch, prosaisch, reißerisch, lang, kurz, was auch immer. Gern auch mehrfach pro Nase. Einsendeschluss ist der kommende Dienstag, 12. März, knapp vor der Geisterstunde um 23.59 Uhr. Alle Mitmacher/innen sollten selbst ein Blog haben oder zumindest Zugriff auf eines erhalten können, damit man im Gewinnfalle das Freitagstexterbanner weitertragen kann.
Am Mittwoch, den 13., werde ich dann total subjektiv, völlig intransparent und per ordre de Mufti den Siegerkommentar verkündigen. Wer gewinnt, darf-muss-soll die höchst ehrenvolle Tradition fortführen und selbst Gastgeber(in) für den nächsten Freitagstexterwettbewerb sein.
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Quelle und (c): das eigene Privatarchiv
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Dann mal ran an die Tasten! Die Freitagstexterstatistik findet man übrigens hier.
Freitag, 1. März 2013
Gewollt und gekonnt
Der Stammtisch tagte gestern beim Chinesen. Angesichts des üppigen Büffets, das im Widerspruch zu seinen kalorienkontrollierenden Bemühungen stand, seufzte Herr V.E.:
"Ich will doch gar nicht so viel essen, wie ich kann!"
Norddeutsch knapp und klar konterte Herr F.S.:
"Dafür kannst du so viel essen, wie du willst!"
Montag, 25. Februar 2013
Twäume sind Schäume
Samstagabend fiel ich hundemüde recht frühzeitig ins Bett, schon gegen 23 Uhr. Das Gefühl, eine Erkältung auszubrüten sowie offenbar zuviel Schokoladenpudding zum Nachtisch bescherten mir aber eine unruhige Nacht mit einem merkwürdigen Traum: der Twitterkosmos spielte die zentrale Rolle.
@die_Mutti feierte ihre Hochzeit. Ich sah sie ganz deutlich, weißes Kleid und so, aber nie von vorne, offenbar weil ich nicht weiß, wie sie im wahren Leben aussieht. Wen sie geheiratet hat: keine Ahnung. Der Bräutigam war immer nur schemenhaft zu sehen. Wohl kein Twitterer.
Als Empfangskomitee repräsentierten die beiden Kater von @die_Mutti, #cutiecat1 und #cutiecat2. Interessanterweise hatten auch alle anderen Gäste ihre Katzen mitgebracht, und die Katzen saßen an den Haupttischen, während die eigentlichen Gäste an den sogenannten Katzentischen Platz nehmen mussten. Das zeigt sehr schön die Wertigkeit, die so ein echter Twitterer seiner Katze beimißt.
Die Hochzeit fand im Café von @dieliebenessy statt. Folgerichtig wurden nur Kännchen serviert, was doch einige renitente Beschwerden seitens der Gästeschar nach sich zog. Herr @pathologe, eigens aus Afrika angereist, umging das Problem, indem er sich am extra mitgebrachten Bier delektierte.
Frau @watson_works hatte einen Topf Buchstabensuppe dabei, aus dem sie bei passender Gelegenheit ein Blatt Papier zog: die Stichworte ihrer Hochzeitsrede auf Manx. Kein Mensch verstand ein einziges Wort.
Hochzeitsfotografin war @claudine. Sie hatte aber große Schwierigkeiten, die Eisbären der Frau @keinzahnkatzen richtig auszuleuchten, weil die beiden nie stillhalten wollten und auch irgendwie immer zu groß waren, um sie mit auf ein ordentliches Gruppenfoto zu bekommen.
Herr @arschhaarzopf hätte unter den Gästen sein sollen, aber gesehen hat ihn keiner. Er rief nur mindestens viermal an und teilte jedes Mal mit, er sei nun in noch einen und immer noch einen ICE mehr umgestiegen und träfe bald ein. Auch @ingeborch war nicht da, was zwar allgemein bedauert wurde, aber die Gäste hatten Verständnis, wusste doch jeder, dass sie am Samstagabend ihren eigenen Geburtstag nachfeierte. Da war klar, dass sie nicht noch auf einer Hochzeit tanzen konnte.
Wie die Geschichte letztendlich ausgegangen wäre, bleibt im Dunkel der Nacht verborgen: mein höchst realer Kater Leopold maunzte mich aus diesem Traum; bestrebt, mich über seinen Frühstückshunger zu informieren, sonntagsmorgens um sechs Uhr achtzehn.
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