Freitag, 18. Februar 2011

Fliegender Tisch

Wenn man mit etwa einem halben Dutzend Ingenieuren zum Chinesen geht, dann kann man was erleben. Da wird nicht etwa das Ambiente des Restaurants bewundert, der Umfang des Büffets oder die Getränkeauswahl, nein!
Wir saßen an einem jener runden Tische mit Marmorplatte, die in der Mitte, leicht erhöht, eine weitere drehbare Marmorplatte aufweisen. Die Ingenieure debattierten darüber, wie diese Drehplatte wohl gelagert sei (Rollen? Kugellager?) und versuchten solange, sie anzuheben und darunter zu spähen, bis die Kellnerin die Getränke darauf abstellte.
Es folgte eine Versuchsreihe zum Thema "wie schnell kann man die Platte drehen, ohne dass sich die Gläser verschieben?" (Nicht sehr schnell, übrigens). Man räumte die Gläser weg und startete die nächste Versuchsreihe: wie schnell kann man die Platte drehen, bis sich die Porzellangefäße mit den Gewürzen in Bewegung setzen? (Etwas schneller).
Zum Glück nur theoretisch berechnet wurde die Drehgeschwindigkeit, die erforderlich wäre, das Sambal Olek aus dem Porzellantöpfchen zum waagerechten Flug zu bringen. Gäbe es einen Nobelpreis für angewandten Unfug - ich hätte mehrere Kandidaten vorzuschlagen!

Kommentare:

  1. Na Frau Dinktoc, so schlimm waren wir doch gar nicht.

    Es bestand zu keiner Zeit die Gefahr das das gute Sambal Olek ausser Kontrolle geraten wäre.

    Da war der Versuch mit den verschiedenen Stapelmöglichkeiten von verschieden großen Biergläsern schon etwas kritischer. Aber den haben wir vernüftigen Ingenieure dann ja auch rechtzeitig abgebrochen, gell!

    AntwortenLöschen
  2. Nobelpreis für angewandten Unfug - das merk ich mir, das ist schön.

    Hier ists übrigens auch schön.
    Ich komm öfter.

    (der SF brüllt rüber, ob das eine Drohung sei. Nein, ist es nicht.)

    AntwortenLöschen
  3. Das ist doch ein ganz normales Tischgespräch. Auf diese Art absolvieren Männer die Trockenübungen, die sie dann im wirklichen Leben befähigen, Automobile, Geschirrspülautomaten und Flugzeuge zu erfinden.

    AntwortenLöschen
  4. Herr Drainspotter, gehe ich recht in der Annahme, dass Sie auch Ingenieur sind? "ganz normal" - ts!

    AntwortenLöschen
  5. Nein, das nicht. Aber ich hab schon mal den einen oder anderen Ingenieur gesehen und begegne ihnen mit viel Verständnis.

    AntwortenLöschen