Freitag, 12. Oktober 2012

Die Ohrenatmung

Beim gestrigen Stammtisch fehlte Herr V.E. Er ist derzeit im Krankenhaus, weil er sich Nase und Nebenhöhlen entrümpeln lassen muss. Der Arme hat mehrere Polypen, die für lästige Verstopfungen der Atemwege sorgen. Ständig durch den Mund atmen zu müssen, ist ja auch eher unangenehm. So ergab sich eine Diskussion über Alternativen bei der menschlichen Sauerstoffversorgung. Die Hautatmung deckt bereits ca. 60% ab, es hatte aber niemand eine zündende Idee, wie man das auf 100% steigern könnte. Herr F.S. propagierte dann plötzlich die Ohrenatmung. Theoretisch, so führte er aus, müsse das doch möglich sein, es gebe schließlich über die Eustachsche Röhre eine direkte Verbindung zwischen Ohr und Rachenraum. Nach lebhafter Debatte kamen wir überein, die notwendige Pumpwirkung, um die Luft von den Ohren in die Lunge zu bekommen, mit Hilfe zweier Pümpel zu erzeugen. Der Nachteil ist natürlich, dass man dann zum Atmen beide Hände braucht.

Der stolze Erfinder F.S. sonnte sich im Glanze seiner Großtat, solange, bis er darauf aufmerksam gemacht wurde, dass er nach dem Bankett bei der Nobelpreisverleihung als - nach eigener Aussage - professioneller Nichttänzer mit der schwedischen Königin einen Walzer würde tanzen müssen. Auf der Stelle zog Herr F.S. die Idee zurück; und so wird die Welt auch weiterhin auf die revolutionäre Veränderung der medizinischen Wissenschaft mittels Ohrenatmung warten müssen.

Kommentare:

  1. Den Nobelpreis gäbe es sowieso nicht. Unter zuhilfennahme fremder Hände ist das Phänomen schon lange unter dem Namen "Satz heiße Ohren verpassen" bekannt. Danach atmen die Leute immer direkt tief durch. Es fördert also nachweislich die Atmung. Das Tanzen mit Silvi hat sich also in jedem Fall erledigt. :-)

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  2. Tanzen mit der Königin und zugleich beide Hände voll zu tun haben fürs Atmen, das geht ja auch nicht.
    Ich plädiere für:
    Nobelpreis JA
    tanzen NEIN. Stattdessen können sie sich vielleicht Witze erzählen oder so. Lachen ist ja auch sehr gesund, weil es die Atmung noch mehr fördert.

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  3. Und wie sähe es mit Analatmung aus? Perscheid hatte dazu mal einen Cartoon gezeichnet. Man könnte, soweit es luftiges Hosenmaterial zuließe (ich sage nur "Eingriff hinten!"), das andere zwischen den Extremitäten angebrachte Ende diese Aufgabe übernehmen lassen. Quasi wie Wendezugbetrieb mit zwei Führerständen.
    Manchen Personen sollen ja das besonders leise Ausatmen dort schon perfekt beherrschen, so hört man.

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    1. Tatsächlich ist die Analatmung anatomisch durchaus möglich, derer sich etwa die Zunft der Kunstfurzer beim Vortrage bedient. In der Badewanne wirkt sich die Analatmung allerdings ungünstig aus, da sie zum Ertrinken führt.

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  4. Also, ich würde da glatt mitkommen und im Nichttakt applaudieren, wenn der Tanzbär mit der Königin... Aber ich glaube das mit der Ohrenatmung wird nicht so der Renner, denn dann müsste das Trommelfell in geeigneter Form überbrückt werden. Und mit perforiertem Fell könnte es etwas zugig inne Ohren werden... was dann wahrscheinlich dem HiFi Hörgenuss etwas abträglich sein dürfte...

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  5. Da fällt mir ein, dass sich vor einigen Jahren zu Silvester in Eifel die folgende Geschichte zutrug. Zu morgendlicher Stunde, nach dem Genuß diverser hochprozentiger und hochdosierter alkoholhaltiger Getränke war doch tatsächlich einer der anwesenden Raucher (damit scheidet Briderchen als Hauptperson dieser Erzählung aus) der Meinung er könnte durch die Augen atmen. Zum Beleg wollte er Rauch durch die Pupillen blasen. Aber außer einem hochroten Kopf der Hauptperson und diverser Zwerchfellmuskelkater am nächsten Morgen kam nichts dabei rum. Nun kann man mit einer Gesamtmenge von "1" noch keine Statistik machen, aber irgendwie sagt mir mein Bauch (incl. meinem mittlerweile erholten Zwerchfell), dass die Statistik der "Augenatmer" bereits jetzt ziemlich dünn besiedelt sein dürfte.

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    1. *lol* Ich überlege jetzt die ganze Zeit, welcher der üblichen verdächtigen Eifler-durch-die-dicke-Eichentür-Gucker das gewesen ist.

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